Jenaplan-Pädagogik

„Wie muss diejenige Erziehungsgemeinschaft gestaltet werden, in welcher sich ein Menschenkind die beste Bildung erwerben kann, d.h. eine Bildung, die seinem, in ihm angelegten und treibenden Bildungsdrange angemessen ist, die ihm innerhalb dieser Gemeinschaft vermittelt wird und die es reicher, wertvoller zur größeren Gemeinschaft zurückführt und dieser als tätiges Glied wiederum übergibt? Oder kürzer, wie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualität zur Persönlichkeit vollenden kann?“ (Petersen, Peter, Der Kleine Jenaplan)

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Der Jenaplan als Ausgangsform zur Schulgestaltung

Jedes reformpädagogische Modell bietet einen speziellen Schwerpunkt. Die Montessori-Pädagogik wird von ihrer Schöpferin selbst als eine Methode bezeichnet. Wir erkennen in der Montessori-Pädagogik auch ein in sich geschlossenes didaktisches System. Nichts davon trifft für das reformpädagogische Modell des Jenaplans zu. Der Jenaplan ist vielmehr ein Modell zur Schulentwicklung, ein Modell für eine Schule für alle, ein Modell für die individuelle Gestaltung der Schule nach den Kriterien und pädagogischen Überlegungen des Jenaplans.

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Peter Petersen - beim Wort genommen

Erst auf Grund der vorgeschichtlichen Zusammenhänge lässt sich vollständig abklären, ob eine Theorie oder ein Schulmodell in die Gegenwart und in die Zukunft hinein wirken kann und soll. Eine Schulkonzeption darf also nicht allein an ihrem Gegenwarts- und Zukunftsbezug überprüft werden; sie muss auch vor der Tradition Bestand haben. Andernfalls wäre sie einer Seifenblase vergleichbar, die schnell anschwillt und nach kurzem Fluge wieder zerplatzt. (Dietrich, Theo: Die Vorgeschichte des Jena-Plans – nationale und internationale Einflüsse. In: Salzmann, Christian (Hrsg.): Die Sprache der Reformpädagogik als Problem ihrer Reaktualisierung. Dargestellt am Beispiel von Peter Petersen und Adolf Reichwein. Heinsberg 1987)

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Der Jenaplan nach Peter Petersen

Es ist wichtig zu wissen, dass die kleine Schule (in Jena) den Kindern half, „Denken und Wollen anderer Weltanschauungsgruppen" zu achten und zu verstehen "und daß man die Kunst der Kooperation mit Andersdenkenden" ernsthaft lernte. So gesehen ist die Frage nach der optimalen Unterrichtsmethodik zweitrangig gegenüber der alles entscheidenden Frage, wie der Unterricht „den beiden Ideen der Ehrfurcht vor dem Leben und der Erziehung, d.h. der Freimachung des Menschentums in jedem Kinde“, ohne Einschränkung dienen kann. (Petersen, Peter, Eine freie allgemeine Volksschule)

Zitiert aus: Eichelberger, Harald &Wilhelm, Marianne, Der Jenaplan heute – eine Pädagogik für die Schule von morgen. Innsbruck 2000. Studienverlag.

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Jenaplan-Pädagogik. Historischer Hintergrund – Aktuelle Konzepte

Grundsätzlich wird im Rahmen der Schulkultur von Jenaplan-Schulen[1] dem üblichen „Leistungskult“ eine Leistungskultur entgegengestellt. Gegenüber dem in Schulen weitverbreiteten Belehrungsgespräch zwischen Lehrenden und Lernenden kultiviert die Jenaplan-Pädagogik vielfältige Formen des Lehrens, Lernens und Sich-Bildens. Das Arrangement der Bildungsgrundformen ermöglicht vor allem auch entdeckendes Lernen in einem rhythmischen Wochenarbeitsplan, der radikal mit der Starre des 45-Minuten-Stundentaktes herkömmlicher Schulen bricht. Erst hiermit ist überhaupt die Möglichkeit für die Entfaltung eines Schullebens gegeben. In der Darstellung der Strukturmerkmale der Jenaplan-Pädagogik lässt sich dies konkretisieren.

Seyfarth-Stubenrauch, Michael: Jenaplan-Pädagogik. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformpädagogik. Innsbruck 1997. StudienVerlag

 


[1]     Siehe dazu: Petersen, Peter, Führungslehre des Unterrichts, Weinheim und Basel 1971 (10. Aufl.)

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Bausteine einer Jenaplan-orientierten Schulentwicklung

Jenaplan-Pädagogik bietet aktuelle Konzepte in vielfältigen Formen für Lehrerinnen und Lehrer, die die Innovation von Schule als einen ihrer Aufgabenbereiche annehmen. Jenaplan-Pädagogik kann besonders durch die persönliche Begegnung und aktive Auseinandersetzung mit ihrer Praxis und den sie gestaltenden Personen die Innovation von Schule und Schulsystem anregen. In diesem Sinne möchte ich mit dem Workshop dazu anregen, die eigene Schulsituation im Hinblick auf eine mögliche Jenaplan-orientierte Schulentwicklung zu reflektieren. Ziel ist, dass die Teilnehmenden gedanklich erste konkrete Schritte entwerfen können.

Traub, Thilo: Jenaplan-orientierte Schulentwicklung. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformpädagogik. Innsbruck 1997. StudienVerlag

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