Reformpädagogik

Mit „Reformpädagogik“ wird eine pädagogische Epoche bezeichnet, die wir in der Zeit von 1890 bis 1933 (D) bzw. 1936 (international) eingrenzen können und in der sowohl die Theoriebewegung einer neuartigen Praxis wie auch eine neuartige Praxis einer nur teilweise einheitlichen Theoriebewegung folgte, deren pädagogische Themen, die das Selbstverständnis der Epoche geprägt haben, mit den Begriffen „Entwicklung“, „natürliche Erziehung“ und „Pädagogik vom Kinde aus“ zusammen hängen. Wir finden in den Modellen der Reformpädagogik zahlreiche Anregungen für eine moderne Unterrichts- und Schulentwicklung. Wir finden heute in den Modellen der Reformpädagogik ein pädagogisches Fundament für die Entwicklung einer modernen Schule.

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Kindgemäße Pädagogik

Pädagogik als „kindgemäß“ zu bezeichnen, ist nicht der Versuch einer Neudefinition von Pädagogik, sondern die Betonung eines wesentlichen Aspekts von Pädagogik, basierend auf der Kindorientierung der Reformpädagogik. (Eichelberger, Harald u. a.: Freiheit für die Kinder – Freiheit für die Schule. Innsbruck 2008. Studienverlag)

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Was ist Reformpädagogik?

Nach Ehrenhard Skiera ging und geht eine bleibende Inspiration noch immer vor allem von der „anderen" Praxis im schulischen Leben aus, weniger von den doch facettenreichen theoretischen Konzepten. Gemeinsame pädagogische Grundmotive reformpädagogischer Schulen manifestieren sich seiner Meinung nach übereinstimmend in den drei folgenden Kategorien:

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Zur Geschichte der Reformpädagogik

Betrachtet man die Entwicklung mancher reformpädagogischer Richtungen im letzten Jahrzehnt in weiten Teilen Europas, so ist es sicherlich nicht übertrieben, wenn wir von einem neu erwachten Interesse an reformpädagogischen Modellen sprechen. Eltern wünschen sich eine reformpädagogische Schule für ihre Kinder, Lehrerinnen und Lehrer wollen in ihrer Schule nach reformpädagogischen Konzepten unterrichten und selbst in der Lehrerbildung wird in zunehmendem Maß von einer „Pädagogik vom Kinde aus“ gesprochen. Wir können gar nicht weit fehl gehen, wenn wir von einem aktuellen gesellschaftlichen und pädagogischen Trend sprechen

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  • Montessori-Pädagogik

    „Wenn wir sprächen von einer „Hilfe für die menschliche Person, ihre Unabhängigkeit zu erobern“, von einem „Mittel, sie von der Unterdrückung durch alte Vorurteile über die Erziehung zu befreien“, dann würde alles klar sein. Die menschliche Personalität muss in den Blick genommen werden und nicht eine Erziehungsmethode: die Verteidigung des Kindes, die wissenschaftliche Erkenntnis seiner Natur, die Proklamation seiner sozialen Rechte müssen an die Stelle der zerstückelten Weisen, die Erziehung zu konzipieren, treten.“ (Maria Montessori, Über die Bildung des Menschen)

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  • Daltonplan-Pädagogik

    „Es (das Eigenstudium – Verf.) weckt in dem Kind einen Geist des Selbstvertrauens und der Initiative; dadurch beginnt sofort die Charakterbildung. Das ist Lebenserfahrung für das kleine Kind. Es lernt seiner eigenen Lebenserfahrung entsprechend zusammen mit seinen Mitschülern, die alle das gleiche Abenteuer suchen. Es formt während seines Schullebens die gleichen Beziehungsarten aus, die es später im Geschäfts- oder Berufsleben antreffen wird. Es lernt, indem es versucht (He is learning by trying).” (Parkhurst, Helen, Education on the Dalton-Plan)

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  • Jenaplan-Pädagogik

    „Wie muss diejenige Erziehungsgemeinschaft gestaltet werden, in welcher sich ein Menschenkind die beste Bildung erwerben kann, d.h. eine Bildung, die seinem, in ihm angelegten und treibenden Bildungsdrange angemessen ist, die ihm innerhalb dieser Gemeinschaft vermittelt wird und die es reicher, wertvoller zur größeren Gemeinschaft zurückführt und dieser als tätiges Glied wiederum übergibt? Oder kürzer, wie soll die Erziehungsgemeinschaft beschaffen sein, in der und durch die ein Mensch seine Individualität zur Persönlichkeit vollenden kann?“ (Petersen, Peter, Der Kleine Jenaplan)

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  • Freinet-Pädagogik

    „Die Schule von morgen wird das Kind als Glied der Gemeinschaft in den Mittelpunkt ihres erziehlichen Bemühens stellen. Von seinen wesentlichen Bedürfnissen, hingeordnet auf die Belange der Gesellschaft, der es angehört, sind die von ihm zu erwerbenden manuellen und geistigen Fertigkeiten, das Bildungsgut, die Art der Vermittlung des Bildungsgutes und die Art und Weise seiner Erziehung abzuleiten. Es handelt sich bei diesem Vorgehen darum, die Schule wahrhaft wieder in eine vernünftige, wirksame und menschliche Form zu bringen, die es dem Kind erlaubt, zu einer möglichst vollkommenen Entfaltung seiner Menschlichkeit zu kommen.“ (Freinet, Célestin, Die moderne französische Schule)

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  • Martin Wagenschein

    „Versucht man von hier aus eine erste Definition des exemplarischen Lehrens, so könnte man sagen: Es ist die Art der Gründlichkeit, die von einem einzelnen aufs Ganze geht – und zwar, indem es durch eindringliches Verweilen den ganzen Menschen anfordert und auch das ganze des Faches (ja unter Umständen der geistigen Welt) erhellt, insofern es als Beispiel repräsentativ ist.“ (Wagenschein, Martin, in: Roth, Heinrich, Exemplarisches Lehren)

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