Montessori-Pädagogik

„Wenn wir sprächen von einer „Hilfe für die menschliche Person, ihre Unabhängigkeit zu erobern“, von einem „Mittel, sie von der Unterdrückung durch alte Vorurteile über die Erziehung zu befreien“, dann würde alles klar sein. Die menschliche Personalität muss in den Blick genommen werden und nicht eine Erziehungsmethode: die Verteidigung des Kindes, die wissenschaftliche Erkenntnis seiner Natur, die Proklamation seiner sozialen Rechte müssen an die Stelle der zerstückelten Weisen, die Erziehung zu konzipieren, treten.“ (Maria Montessori, Über die Bildung des Menschen)

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Montessori-Erziehung und ihre didaktischen Auswirkungen auf Kinder im Alter von 0 – 6 Jahren

"Das große Problem der Erziehung beruht demnach auf der Achtung vor der Persönlichkeit des Kindes und auf dem Bestreben, deren natürlichen Tätigkeitstrieb frei walten zu lassen, statt ihn unterdrücken und beherrschen zu wollen."
Maria Montessori   

Maria Montessori hat deutlich Stellung bezogen mit ihrer Sicht des sich entwickelnden Kindes. Sie hat scharf beobachtet, wie Kinder sich entwickeln und welche Bedürfnisse zu welchem Alter gehören. Sie betrachtet Erziehung und Unterricht als eine zusammengehörige Einheit. Der Unterricht ist ein Teil der Erziehung! Falls dies vielleicht als selbstverständlich erscheint, so sieht man in der Praxis oft ganz anderes.

Glaser, Ria: Montessori-Erziehung. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformpädagogik. Innbruck 1997. StudienVerlag

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Montessori-Pädagogik

Kinder sind anders!

Maria Montessori hat in der Kindheit nicht nur die Vorbereitung auf ein späteres Lebensalter gesehen. Wie jedes Lebensalter des Menschen hat auch die Kindheit nach Maria Montessoris Ansicht ihre Eigenbedeutung. Maria Montessori hat diese Eigenbedeutung im Ausspruch eines kleinen Mädchens sehr wohl erkannt: Hilf mir, es selbst zu tun! Hilf mir, die Persönlichkeit zu werden, die ich sein kann!

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Die Montessori-Pädagogik als Konzept der Selbstbildung

Im Mittelpunkt der Pädagogik Maria Montessoris steht jedoch das Phänomen der Polarisation der Aufmerksamkeit – hier im Original:

 „... beobachtete ich ein etwa dreijähriges Mädchen, das tief versunken war in die Beschäftigung mit einem Einsatzzylinderblock, aus dem es die kleinen Holzzylinder herauszog und wieder an ihre Stelle steckte. Der Ausdruck des kleinen Mädchens zeugte von so intensiver Aufmerksamkeit, daß er für mich eine außerordentliche Offenbarung war. ... Und jedesmal, wenn eine solche Polarisation der Aufmerksamkeit stattfand, begann sich das Kind vollständig zu verändern. Es wurde ruhiger, fast intelligenter und mitteilsamer. Es offenbarte außergewöhnliche innere Qualitäten, die an die höchsten Bewußtseinsphänomene erinnern, wie die der Bekehrung.“( Montessori, Maria, Schule des Kindes, Freiburg 1976 (früher Montessori-Erziehung für Schulkinder, Stuttgart 1926.)

Mit dieser Entdeckung hatte Maria Montessori endgültig einen Zugang zum kindlichen Selbstbildungsprozess gefunden. Die weitere Frage richtete sich auf die systematisch herstellbaren Bedingungen für das Auftreten bzw. Eintreten des Phänomens – die Frage nach der vorbereiteten Umgebung.

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Über die Kosmische Erziehung

Mario Montessori schreibt, dass ihre Entwicklung der Kosmischen Erziehung aus dieser ungewöhnlichen Fähigkeit erwuchs, Gegenwart und Vergangenheit durch imaginatives Denken zu verknüpfen. Wie sie selbst darlegte, (ist) die imaginative Sicht von der bloßen Wahrnehmung eines Gegenstandes gänzlich verschieden, denn sie hat keine Grenzen. Die Imagination kann nicht nur unendlich Räume durchmessen, sondern auch unendliche Zeitspannen; wir können die Epochen nach rückwärts verfolgen und eine Vision der Erde haben, wie sie damals war, mitsamt den Geschöpfen, die sie damals bewohnten. Um zu erfahren, ob ein Kind etwas verstanden hat oder nicht, sollten wir zu ermitteln versuchen, ob es sich eine geistige Vorstellung davon bilden kann, ob es über die Ebene des bloßen Verstehens hinausgegangen ist ... Das Geheimnis eines guten Unterrichts ist es, die Intelligenz des Kindes als eine fruchtbares Feld anzusehen, auf dem Saat ausgestreut werden kann, um in der Wärme der feurigen Imagination zu keimen. (Montessori, Maria, To Educate the Human Potential. Adyar, Indien: Kalakshetra 1948, S.14-15.)

Siehe auch: Eichelberger, Harald: Handbuch zur Montessori-Didaktik. Innsbruck 2008. 4. Aufl. Studienverlag.

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Kosmische Erziehung (nicht nur für die Hauptschule ...)

Maria Montessori hat ihr pädagogisches Konzept einer Kosmischen Erziehung auf der Grundlage ihrer individuellen kosmischen Vorstellung und ihrer eigenen imaginativen Sicht der kindlichen Entwicklung geschaffen. Sie ging davon aus, dass der gesamten Schöpfung ein einheitlicher „Plan“ (Plan = Schöpfungsplan nach Maria. Montessori) zugrunde liegt: Unsere Erde, die Natur, stellt eine Ganzheit dar, in der jedes Teil, jede Pflanze und jedes Lebewesen eine Aufgabe für das Ganze erfüllt. Umgekehrt dient das Ganze den einzelnen Teilen. Dadurch wird – nach Maria Montessori – ein harmonisches Zusammenwirken erzielt und erhalten. (Vgl. Maria Montessori, Von der Kindheit zur Jugend, Entwicklungspsychologie des Schulalters, Freiburg, 1966.) Zur Erklärung führt sie die ihrer Meinung nach ersten glänzenden Beispiele an, die Darwin über das enge Zusammenwirken zwischen blühenden Pflanzen und Insekten gegeben hat. Das Insekt, das ausfliegt, seine Nahrung in der Blüte der Pflanze zu suchen, führt unbewusst eine altruistische Aufgabe aus: die Bestäubung der Blüten. Es sichert auf diese Weise die Kreuzung und das Überleben der Pflanzen. Ähnlich führen alle anderen Lebewesen z. B. durch den Prozess ihrer eigenen Ernährung oder der Nahrungssuche eine „kosmische“ Aufgabe aus, die dazu beiträgt, die Natur in einem harmonischen Zustand der Reinheit zu erhalten. (Vgl. Maria Montessori, ebenda.)

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