Freinet-Pädagogik

„Die Schule von morgen wird das Kind als Glied der Gemeinschaft in den Mittelpunkt ihres erziehlichen Bemühens stellen. Von seinen wesentlichen Bedürfnissen, hingeordnet auf die Belange der Gesellschaft, der es angehört, sind die von ihm zu erwerbenden manuellen und geistigen Fertigkeiten, das Bildungsgut, die Art der Vermittlung des Bildungsgutes und die Art und Weise seiner Erziehung abzuleiten. Es handelt sich bei diesem Vorgehen darum, die Schule wahrhaft wieder in eine vernünftige, wirksame und menschliche Form zu bringen, die es dem Kind erlaubt, zu einer möglichst vollkommenen Entfaltung seiner Menschlichkeit zu kommen.“ (Freinet, Célestin, Die moderne französische Schule)

freinet

Weiterlesen...

Die Freinet-Pädagogik als Fundament des schulischen und gesellschaftlichen Wandels

„Die Tätigkeit des Lehrers ist im idealen Fall gleich Null ...“ (Gaudig, Hugo: Die Schule im Dienste der werdenden Persönlichkeit. Erster Band. Leipzig 1922. S. 110)

Nach dem „Handbuch zur Montessori-Didaktik“, dem ersten in Österreich publizierten „Jenaplan-Buch“ „Der Jenaplan heute“, der „Einführung in die Daltonplan-Pädagogik“ mit erstmals in deutscher Sprache publizierten Originaltexten Helen Parkhursts aus ihrem Buch „Education on the Daltonplan“ liegt nun der vierte Band einer Reihe über reformpädagogische Konzeptionen als Studientext vor: ein Buch über die Aktualität der Freinet-Pädagogik, in dem nicht versäumt wird, auch die Wurzeln einer pädagogischen Bewegung aufzuzeigen und dem Leser eine Möglichkeit zu geben, diese pädagogische Bewegung auch in einem radikalen Sinn zu studieren.

Zitiert aus: Eichelberger, Harald (Hrsg.): Freinet-Pädagogik und die moderne Schule. Innsbruck 2003, Studienverlag.

Weiterlesen...

Freinet-Pädagogik und neue Medien

Selten gab es eine Zeit, in der die Reformpädagogik besser aufblühen konnte als am Anfang des 21. Jahrhunderts. Fast ein Jahrhundert nach ihrer Geburt sind die Gedanken der Bewegung äußerst aktuell. (John Bronkhorst)

Weiterlesen...

Freinet-Techniken

Freinet entwickelte Unterrichtstechniken, für die die Erfahrungen der Kinder Ausgangspunkt für den Unterricht sind, durch die die Organisation des Klassengeschehens für die Kinder übersichtlich ist, so dass weitgehend Selbstbestimmung herrscht, innerhalb derer Kinder von den Erfahrungen anderer Kinder, von Erwachsenen, von anderen Kulturen usw. lernen können, wobei der Lehrer Tiefe und Struktur der Lernerfahrungen bestimmt.
Bei der Arbeit mit diesen Techniken geht es nicht darum, sie fehlerlos anzuwenden, sie sind vielmehr eine Folge von einer pädagogischen und gesellschaftlichen Einsicht in die Aufgaben des Unterrichts.
Welche Techniken man anwendet und auf welche Art man sie verwendet, ist abhängig von der Zeit, der Situation und den Möglichkeiten in der Klasse. Für „Freinetarbeiter“ ist dies ein ständiger Prozess des Suchens, der Enttäuschungen, der Kompromisse und der Erfolge. Ich gebe in der Folge eine kleinen Überblick über wesentliche Unterrichtstechniken aus der Perspektive meiner praktischen Er­fahrungen als Freinet-Pädagoge.

Weiterlesen...

Die Freinet-Pädagogik als Konzept der (politischen) Veränderung

Die Freinet-Pädagogik stellt einen Zusammenhang von Pädagogik und Politik, von Schule und Erziehung zur Demokratie her. Sie gibt den Kindern das Wort und damit das Bewusstsein, dass sie ihre Gesellschaft verändern können. Die Freinet-Pädagogik ist ein Konzept für jede Schule.

Wie andere Reformpädagogen auch hat Célestin Freinet früh erkannt, dass nicht eine neue Lehr- und Lernmethode im Mittelpunkt einer neuen Pädagogik stehen kann, sondern im Sinne einer „kopernikanischen Wende“ in der Pädagogik das Kind und dessen individuelle Entwicklung in einer bestimmten Gesellschaft in das Blick- und Handlungsfeld des Pädagogen gerückt werden muss. So kann davon aus heutiger Sicht ausgegangen werden, dass auch Célestin Freinet – wie Maria Montessori – kein Förder- oder Lernkonzept erstellt hat, sondern ein Entwicklungskonzept des Kindes. Doch es genügt beiden genannten Pädagogen nicht, von den Interessen und Bedürfnissen des Kindes allein auszugehen, sondern ihre Pädagogik manifestiert sich darin, dass sie versuchen, dem Kind das für die Entwicklung in pädagogischer Verantwortung bereitzustellen und zu geben, was es in seinem Alter aktuell für seine Entwicklung braucht.

Zitiert aus: Eichelberger, Harald (Hrsg.): Freinet-Pädagogik und die moderne Schule. Innsbruck 2003, Studienverlag.

Weiterlesen...