Daltonplan-Pädagogik

„Es (das Eigenstudium – Verf.) weckt in dem Kind einen Geist des Selbstvertrauens und der Initiative; dadurch beginnt sofort die Charakterbildung. Das ist Lebenserfahrung für das kleine Kind. Es lernt seiner eigenen Lebenserfahrung entsprechend zusammen mit seinen Mitschülern, die alle das gleiche Abenteuer suchen. Es formt während seines Schullebens die gleichen Beziehungsarten aus, die es später im Geschäfts- oder Berufsleben antreffen wird. Es lernt, indem es versucht (He is learning by trying).” (Parkhurst, Helen, Education on the Dalton-Plan)

parkhurst

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Der Daltonplan nach Helen Parkhurst

Helen Parkhurst sah in ihrem Daltonplan ein erstes Reforminstrumentarium, um für die gesamte Schule den Prozess einer „reconstruction“ einzuleiten und zweitens ein didaktisches Instrumentarium in einem exemplarischen Sinn, das überall anwendbar ist, wo die Voraussetzungen gegeben sind.

Für engagierte Pädagoginnen und Pädagogen, die sich mit dem Daltonplan Helen Parkhursts auseinandersetzen, wird dieser (selbst)verständlich und wird einsichtig als „a way of life, a way of lifelong learning“.

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Einführung zur Daltonplan-Pädagogik

„Dass es nichts Neues unter der Sonne gibt, ist in der Erziehung ebenso wahr wie anderswo. Die Methode der Organisation und des Unterrichts, wie sie Helen Parkhurst in ihrem Dalton-Plan beschreibt, bildet keine Ausnahme von dieser allgemeinen Regel;“ (Percy Nunn)
Aufschlussreich für die Entwicklung des Daltonplanes sind die Ursachen, die zu seiner Entstehung geführt haben. Helen Parkhurst erhielt wesentliche Anregungen für die genauere Ausgestaltung des Dalton-Planes – in der Anfangsphase „Laboratory method“ genannt – durch Maria Montessori.

Zitiert aus: Eichelberger, Harald (Hrsg.): Eine Einführung in die Daltonplan-Pädagogik. Innsbruck 2002. Studienverlag.

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Der Daltonunterricht

Der Daltonunterricht entstand als eine praktische Lösung für ein praktisches Problem. Im Jahre 1904 wurde die junge amerikanische Lehrerin Helen Parkhurst, nach minimaler Ausbildung, zur Leiterin der Einlehrerschule im Dorfe Waterville, Wisconsin, ernannt. Zu der Zeit war der Klassenunterricht noch vorherrschend – aber eine Unmöglichkeit, wenn man mit sechs oder mehr Klassen (Jahrgangsklassen – Anm. des Hg.) gleichzeitig arbeiten musste. Helen Parkhurst wählte daher eine andere Didaktik, eine andere Methode. Sie erkundigte sich bei jedem Kinde, was es während der kommenden Woche zu lernen beabsichtige. Die Antworten der Kinder wurden aufgeschrieben, und es wurden Verabredungen getroffen: Die Schüler versprachen mit diesem „Kontrakt“, am Ende der Woche mit der vereinbarten Arbeit fertig zu sein. Die Lehrerin versprach, jede notwendige Hilfe zu leisten, wenn sie nicht mit einer Gruppe beschäftigt war. Hatte die Lehrerin keine Zeit, durften die Schüler andere um Hilfe bitten. Die Schüler durften selbst wählen, wo und mit wem sie ihre Arbeit machen würden und mit welchem Lernfach sie sich beschäftigen wollten.

Janssen, C. J.: Der Daltonunterricht. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformpädagogik. Innsbruck 1997. StudienVerlag

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Parkhurst, Helen: Erziehung und Unterricht nach dem Daltonplan

UNTERRICHT NACH DEM DALTONPLAN von HELEN PARKHURST, Schulleiterin der Children's University School. Mit einem Vorwort von T. P. NUNN, M.A., D.Sc. Professor der Pädagogik, University of London, Schulleiter des London Day Training College, University of London. Beiträge von ROSA BASSETT, M.B.E., B.A. und JOHN EADES. NEW YORK 1933. E. P. DUTTON & COMPANY. 681 Fifth Avenue (Übersetzung: Harald Eichelberger; Vorarbeit zur deutschen Übersetzung: C. J. Jannsen; final check Diana Eastment May 2006)

Der Antrieb unsere Vergangenheit aufzuzeichnen und daraus eine sinnvolle Schlussfolgerung abzuleiten, bildet einen Teil des menschlichen Bedürfnisses zu wissen wer wir sind... Die Dalton Schule ist ein bedeutender Teil des Lebens derjenigen die ihre Schüler und ihr Team sind... Sie ist auch Trägerin ihrer eigenen Werte, Ideale und Traditionen; um zu verstehen warum sie gegründet wurde und wie sie sich entwickelte bedeutet wertvolle Einsicht in die Geschichte der amerikanischen Pädagogik zu erhalten. (Diane Ravitch, EDP)

Zitiert aus: Eichelberger, Harald & Laner, Christian (Hrsg.): Zukunft Reformpädagogik. Neue Kraft für eine moderne Schule. Studienverlag. Innsbruck 2007. S. 151.

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Dalton-Gruppenorganisation

Früher sollte eine Klasse zuhören oder arbeiten. In Stille. Nach der Erklärung für die ganze Klasse kamen das individuelle Wiederholen, Einüben, Anwenden. Raum und Gelegenheit, einen eigenen Weg zu suchen, gab es dabei nicht. Dennoch wollen die Kinder selber neue Sachen entdecken, eine Entdeckungsreise durch den Lernstoff machen. Die Lernumgebung soll Kinder herausfordern, solch eine Entdeckungsreise anzufangen. Selber aktiv Probleme zu lösen, lehrt Kinder, selbständig nachzudenken und besser zu verstehen. Still sitzen und den Mund halten sind nicht die Eigenschaften, für welche man ein Kind belohnen sollte. Wichtiger für die Entfaltung des Menschen ist es zu lernen, wie Freiheit handzuhaben ist. Die Schule kann vermitteln, dass Freiheit etwas anderes bedeutet als Zügellosigkeit.

Röhner, Roel: Dalton-Gruppenunterricht. In: Eichelberger, Harald: Lebendige Reformpädagogik. Innsbruck 1997. StudienVerlag

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