Parkhurst, Helen: Erziehung und Unterricht nach dem Daltonplan

UNTERRICHT NACH DEM DALTONPLAN von HELEN PARKHURST, Schulleiterin der Children's University School. Mit einem Vorwort von T. P. NUNN, M.A., D.Sc. Professor der Pädagogik, University of London, Schulleiter des London Day Training College, University of London. Beiträge von ROSA BASSETT, M.B.E., B.A. und JOHN EADES. NEW YORK 1933. E. P. DUTTON & COMPANY. 681 Fifth Avenue (Übersetzung: Harald Eichelberger; Vorarbeit zur deutschen Übersetzung: C. J. Jannsen; final check Diana Eastment May 2006)

Der Antrieb unsere Vergangenheit aufzuzeichnen und daraus eine sinnvolle Schlussfolgerung abzuleiten, bildet einen Teil des menschlichen Bedürfnisses zu wissen wer wir sind... Die Dalton Schule ist ein bedeutender Teil des Lebens derjenigen die ihre Schüler und ihr Team sind... Sie ist auch Trägerin ihrer eigenen Werte, Ideale und Traditionen; um zu verstehen warum sie gegründet wurde und wie sie sich entwickelte bedeutet wertvolle Einsicht in die Geschichte der amerikanischen Pädagogik zu erhalten. (Diane Ravitch, EDP)

Zitiert aus: Eichelberger, Harald & Laner, Christian (Hrsg.): Zukunft Reformpädagogik. Neue Kraft für eine moderne Schule. Studienverlag. Innsbruck 2007. S. 151.

Helen Parkhurst

 

UNTERRICHT NACH DEM DALTONPLAN

Einleitung

Der Antrieb unsere Vergangenheit aufzuzeichnen und daraus eine sinnvolle Schlussfolgerung abzuleiten, bildet einen Teil des menschlichen Bedürfnisses zu wissen wer wir sind... Die Dalton Schule ist ein bedeutender Teil des Lebens derjenigen die ihre Schüler und ihr Team sind... Sie ist auch Trägerin ihrer eigenen Werte, Ideale und Traditionen; um zu verstehen warum sie gegründet wurde und wie sie sich entwickelte bedeutet wertvolle Einsicht in die Geschichte der amerikanischen Pädagogik zu erhalten.

Diane Ravitch

Adjunct Associate Professor
der Geschichte und Erziehung

Lehrerausbildung

Columbia University

Während der Feier zum sechzigjährigen Bestehen der Dalton Schule im Schuljahr 1980-1981, erkundigten sich viele Eltern, Lehrer und ehemalige Schüler nach Education on the Dalton Plan, von Helen Parkhurst. Das ist das Buch in dem Miss Parkhurst die Geschichte und die Einführung des Dalton Plans und die Anfänge der Dalton Schule beschreibt. Unglücklicherweise war das Buch zur Zeit der Geburtstagsfeiern vergriffen und wir konnten die Menschen nur auf die wenigen Exemplare verweisen, die sich in der Dalton Bibliothek befanden.

In Anbetracht des großen Interesses für Education on the Dalton Plan haben wir diese spezielle neue Auflage veröffentlicht um das sechzigsten Geburtstag der Schule zu feiern.

Dr. Gardner P. Dunnan

Schulleiter

Die Dalton Schule

New York City

Jänner 1982

 

Im Jahre 1922 veröffentlichte Helen Parkhurst Education on the Dalton Plan, ein Buch das rasch in vierzehn Sprachen übersetzt wurde. In vielerlei Hinsicht ist dieses Buch heute für die Erziehungswelt ebenso wichtig wie es damals war.

Damals war Helen Parkhurst „Education Director of the Children's University School“, einer kleinen aber bewegten Schule an der West Side die zwei Jahre später in The Dalton School umbenannt wurde.

Als Dalton seinen sechzigsten Geburtstag feierte, legten wir das Buch als Antwort auf vielen Bitten neu auf. Es wurde weit verbreitet und wird regelmäßig jedem neuen Lehrer in der Daltonschule geschenkt.

Dieses Jahr, in dem wir den fünfundsiebzigsten Geburtstag der Dalton School feiern, ist es angebracht dass Education on the Dalton Plan wiederum neu aufgelegt wird, denn es enthält den Kern von Helen Parkhurst's bemerkenswerter Vision – einer Vision die noch immer unsere Arbeit lenkt.

Dr. Gardner P. Dunnan

Headmaster

The Dalton School

September 1994.

 

Ein 75-jähriger Geburtstag ist immer eine besondere Gelegenheit. In der Daltonschule bietet uns diese Feier die Gelegenheit um sowohl unsere bewegte Geschichte zu überdenken als auch in eine großartige und aufregende Zukunft zu blicken.

Die einzigartigen Qualitäten die Dalton so außerordentlich gemacht haben wurden zuerst von Helen Parkhurst in ihrem Buch Education on the Dalton Plan in Worten gefasst.

Wir freuen uns darüber, dass es als ein Teil der Feierlichkeiten zu Daltons 75-jährigem Geburtstag aufs Neue verlegt wurde.

Norma Smith and

Randy Smith Aberg '78

Co-Chairpersons

Komitee zum 75. Geburtstag

September 1994

 

UNTERRICHT NACH DEM DALTONPLAN

von

HELEN PARKHURST

Schulleiterin der Children's University School

 

Mit einem Vorwort von

T. P. NUNN, M.A., D. Sc.

Professor der Pädagogik, University of London

Schulleiter des London Day Training College,

University of London

 

Beiträge von ROSA BASSETT, M.B.E., B.A.

und JOHN EADES

 

 

NEW YORK

E.P. DUTTON & COMPANY

681 Fifth Avenue

 

 

 

 

Aus Liebe

MRS. W. MURRAY CRANE

MRS. ANNE A. SAUNDERSON

und

MISS BELLE RENNIE

GEWIDMET, deren groSSzügige Hilfe und Ermutigung es möglich gemacht haben den Dalton Arbeitsplan der erziehungsWelt zu präsentieren.

„Es gibt eine Art geheimnisvolle Umbruch in der Menschheit in der Art und Weise wie neue Sachen entstehen, die uns Respekt einflößt. In einem gewissen Augenblick erscheint etwas was die Menschheit braucht, gleichzeitig in so vielen Winkeln, dass der Anspruch eines Einzelnen auf die Entdeckung immer bestritten wird und deutlich Gott zu gehören scheint, offenbart durch einen Menschen.“

EDWARD SEGUIN.

 

VORWORT

Ich möchte die Gelegenheit benutzen um meinen Dank auszusprechen für die unerschöpfliche Sympathie und Unterstützung, die mir und meiner Arbeit durch das Elternkomitee und den Lehrern der Children's University School seitens Ernest Jackman, Schulleiter der Dalton High School, Dr. M. V. O'Shea der Wisconsin Universität, Miss Helen Hutchins Weist, die mir in England und Amerika half, und Mr. John Macrae, Vizepräsident von E. P. Dutton & Co, dessen Interesse und kluge Voraussicht Miss Evelyn Deweys Buch über den Dalton Plan herausbrachte und somit der erzieherischen Öffentlichkeit das erste Werk über den Dalton Plan schenkte.

Zu denen, welchen ich in England für Rat und Ermutigung Dank schulde gehören Sir Michael Sadler, Mr. Edmond Holmes, Dr. C. W. Kimmins und Professor T. P. Nunn, der so freundlich war die Einleitung zu diesem Buche zu schreiben.

Mein Dank gebührt auch Miss Rosa Bassett, die als Erste den Plan in der größten Fortbildungsschule für Mädchen in London einführte und Mr. John Eades, Schulleiter einer großen Schule für Knaben in Leeds, die mit wertvollen Berichten über die Experimente mit dem Dalton Laboratory Plan beigetragen haben.

Helen Parkhurst.

Children's University School.

Juni 1922.

 

 

 

EINLEITUNG

Lehren und Lernen sind seit dem Anfang der menschlichen Gesellschaft untrennbar mit einander verbunden. In diesem Buche untersucht Miss Helen Parkhurst wie sie am besten zusammengefügt werden können und gibt eine endgültige Antwort auf diese Frage.

Für viele Personen, sowohl für Lehrer als auch für Laien, scheinen Frage und Antwort heute überflüssig. Jeder weis ja hinreichend was es bedeutet zu lehren und zu lernen! Und ist eine Diskussion über so simple Dinge nicht zwangsläufig eine dieser Übungen in Wortklauberei, die zwar Pedanten und Exzentriker erfreuen, jedoch einen Grund der Irritation für vernünftige Menschen darstellen? Es genügt, derartigen Einsprüchen entgegenzuhalten, dass das Thema nicht so einfach sein kann, da es diesbezüglich immer große und bedeutende Meinungsverschiedenheiten gegeben hat und auch heute noch gibt. Eine neue Debatte, geführt in dem praktischen Geist, der auch die folgenden Seiten inspirierte ist nötig, selbst wenn sie uns nur dazu auffordert, anerkannte Ideen zu hinterfragen und uns davon zu überzeugen dass sie richtig sind. In der Erziehung ist wie in allen Lebensphilosophien ein gewisser „Zweifel am Instrument“ (wie Mr. Wells es nannte) notwendig, wenn sich Fortschritt nicht in Routine verwandeln soll.

Die zentrale Frage des Lehren und Lernens könnte folgendermaßen lauten: Was ist die richtige Aufteilung von Initiative und Verantwortung zwischen Lehrer und Schüler? Die Antwort darauf hängt offenbar von der natürlichen Einstellung des Schülers hinsichtlich des Lernens, vom Verständnis (bewusst oder unbewusst) der eigenen Bedürfnisse und von der Willenskraft um diese zu befriedigen ab. Über diese Punkte waren früher sehr pessimistische Ansichten weit verbreitet. Ein Knabe, so glaubte man, kann unmöglich wissen was gut für ihn ist und wenn er, wie eine Schnecke, mit Widerwillen zur Schule kriecht, wird er dort nur das lernen zu dem er gezwungen wird. Initiative und Verantwortung liegen dann fast völlig bei seinen Lehrern. Es liegt an ihnen zu entscheiden, was unterrichtet werden soll, aber auch wie und wann es gelernt werden soll. Die Beteiligung des Knaben an dieser Sache ist lediglich seine Aufgaben zu erledigen, oder, wenn dies nicht gelingt, die Strafe für Faulheit, Dummheit oder Unfolgsamkeit auf sich zu nehmen. Diese Theorie negiert nicht völlig dass Knaben und Mädchen natürliche Interessen haben und diesen gerne nachgehen möchten, aber sie betrachtet diese eher als Feind denn als den Freund des Lehrers. „Schau mal was Budge und Tod machen und sage ihnen dass sie damit aufhören sollen“, entspricht der generellen Haltung gegenüber der Initiative der Jugend. Was das Lernen in der Schule betrifft, so besteht die Arbeitshypothese aus der Idee, dass der Verstand des Kindes ein glattes Wachstablett ist, das nur darauf wartet, die Schriftzeichen zu empfangen, die der Lehrer darauf einprägen will, oder ( wie Dickens' Mr M'Choakumchild dachte) ein leeres Gefäß, das nach seinem Ermessen mit „ganzen Gallonen von Tatsachen“ gefüllt werden soll.

         In derart rohen Formen wird diese Ansicht kaum mehr bei einer verantwortlichen Stelle zu finden sein. Sogar Bernard Shaw, der so eine schlechte Meinung von Schulen hat, leugnet nicht, dass Knaben und Mädchen innerhalb der Schule oft viel glücklicher sind als außerhalb. Und es besteht kein Zweifel, dass sie nun glücklicher sind und ihre Schulzeit häufiger nützlich verbringen als früher, weil der moderne Lehrer sozusagen ihre natürlichen Aktivitäten offiziell anerkannt hat und ihnen bis zu einem gewissen Grad erlaubt, Partner im Management ihrer eigenen Leben zu sein – kurz, weil Mr M'Choakumchild endgültig tot ist. Trotzdem ist es für einen Zyniker möglich darauf zu bestehen, dass sein Geist weiterleben wird solange es zwei Instanzen gibt, die zusammen den Kern seiner Erziehungsphilosophie bilden. Diese Instanzen sind: der übliche schulische Stundenplan und das gebräuchliche System des Frontalunterrichts. Denn der Stundenplan entstand in der Annahme, dass der Lehrer bestimmen sollte was seine Schüler zu jeder Stunde ihres Schulleben zu tun haben, und der Frontalunterricht entstand im Glauben, dass er die unterschiedlichen Arten und Tempi der Bewegung, die einen Geist vom andern unterscheiden, ignorieren kann und fünf oder zwanzig (oder hundert) Geister so behandeln kann, als wären sie nur einer.

Nun könnte man zur Verteidigung sagen, dass eine Instanz sehr wertvoll sein kann, obwohl sie keinen angesehenen Ursprung hat, und dass „was am besten verwaltet wird, auch am besten ist“, und dass tatsächlich sehr viel Gutes in Schulen geschieht, in denen man noch nie über eine Alternative zum Frontalunterricht nachgedacht hat. Das alles ist zweifellos wahr. Die alte Maschinerie wurde von einem neuen Geist erfasst, aber gerade die große Kompetenz und die Menschlichkeit mit der man sie jetzt handhabt, haben viele Beobachter zum „Zweifel am Instrument“ geführt, d. h. zum Zweifel ob das Klassensystem nicht die Grenzen seiner Nützlichkeit erreicht hat, und ob es nicht ergänzt, wenn nicht sogar ersetzt werden sollte.

Vor kurzem äußerte sich dazu der Verfasser dieser Zeilen in einer Passage, die – da sie über diese Krankheit hinaus hin zu einer möglichen Lösung blickt – hier erwähnt werden soll.

„Sie alle kennen das, wie ein bekanntes Wort beharrlich angestarrt, plötzlich fast beunruhigend fremd und bedeutungslos wird – wie (wie William James sagte) es von der Seite ohne etwas Beseeltes in den Augen zurück zu starren scheint. Sie werden dieselbe schauderhafte Erfahrung haben wenn Sie die Funktionsweise eines schulischen Stundenplans betrachten, nachdem Sie Ihren Geist gründlich von bekannten Assoziationen befreit haben.

Von 10.15 bis 11.00 Uhr sind fünfundzwanzig Seelen gleichzeitig vertieft in die Theorie der quadratischen Gleichungen vertieft. Pünktlich zu Stundenende verschwindet plötzlich ihr Interesse an diesem Thema, und sie alle wünschen Übung in der französischen Phonetik! Ähnlich dem Übereinkommen von Schauspielern auf der Bühne „ist ihre Einstimmigkeit wunderbar“ – aber, wenn man darüber nachdenkt, lächerlich künstlich. Können wir keinen Weg ausarbeiten unserer Betätigung nachzugehen, der besser mit der natürlichen Ebbe und Flut von Interesse und Aktivität übereinstimmt?

Es könnte sein, dass das System von Spezialisten, oft ein unendliches Problem von den heutigen Regeln und Vorschriften, eine biegsame Organisation sehr wohl ermöglichen würde. Ohne Zweifel muss es gewisse festgelegte Perioden kollektiver Arbeit geben, aber während des Rests des Tages könnte der Fachlehrraum ein „Schülerraum“ sein, in dem Knaben oder Mädchen aus allen Klassen alleine oder in Gruppen arbeiten könnten, unabhängig von einander und für unterschiedliche Zeitspannen. Natürlich wäre es notwendig, den Fortschritt von jedem Schüler zu vermerken und zu überprüfen, ob er einem vernünftigen Studienplan folgt. Aber ich finde keinen Grund weshalb in solchen Dingen nicht Methoden wie jene der Caldicott Community verallgemeinert werden sollten."*

Jahre bevor diese Worte geäußert wurden hatte der Redner, wie zahllose andere Lehrer, mit so etwas wie diesem Plan mit einer Gruppe von Oberstufenschülern gearbeitet. Er hatte dabei die Arbeit von Professor Dewey und Miss Mason und vor allem die bemerkenswerten Reformen in der Kindergartenpädagogik, inspiriert von Dr. Montessori vor Augen. Aber es war ihm nicht wirklich bewusst, dass das was er als einen Zukunftstraum vorlegte, bereits eine konkrete Tatsache auf der anderen Seite des Atlantiks war während er davon sprach. Miss Bell Rennie war es, die ihren vielen Verdienste hinzufügte, die Pädagogik weitergebracht zu haben, indem sie die britischen Lehrer auf Miss Parkhursts couragiertes und wohl durchdachtes Experiment aufmerksam machte.

Miss Rennies kurzer Bericht über den "Dalton Laboratory Plan" erschien in der Erziehungsbeilage der Times vom Mai 1920 und ihr gefüllter Postsack begann sofort zu zeigen wie weit verbreitet die Unzufriedenheit mit dem Frontalunterricht ist und wie viele Lehrer nach einem besseren Lehrmittel Ausschau halten. Ein Monat später wurde von Miss Rosa Bassett eine Wiederholung des amerikanischen Experiments im großen Maßstab an der Streatham County Oberstufenschule initiiert. Im August wurden die ersten Resultate am Cardiff Treffen des Britischen Verbands diskutiert. Danach nahm das Interesse so rapide zu, dass, als Miss Parkhurst im Juli 1921 nach England kam, nicht für alle, die ihre Erläuterungen zum „Plan“ hören wollten Unterkunft konnte. Und als Miss Bassett die Türen ihrer Schule für Interessierte für drei Tage öffnete, wurden die Straßen von Streatham mit über 2000 Pilgern beladen!

An dieser Stelle muss nichts über den Plan selbst gesagt werden, weil ihn Miss Parkhurst sorgfältig und detailliert in den folgenden Kapiteln erklärt und Miss Bassett einen Bericht über ihre Erfahrungen mit seiner Adaptation an eine große englische Oberstufenschule hinzugefügt hat. Es sei jedoch demjenigen, der die Ehre hat dieses Buch der Öffentlichkeit vorzustellen gestattet, die wissenschaftliche Weise in der es geschrieben ist zu empfehlen. Miss Parkhurst hat sich einem bestimmten Problem von großer praktischer Bedeutung gestellt: nämlich wie man aus der großen Menge von pädagogischen Anstrengungen, die man in Schulen anwendet, eine reichere Ernte an individueller Kultur und Leistungsfähigkeit einbringt.

Der „Dalton Laboratory Plan“ ist ihre Lösung. Keiner erkennt deutlicher als sie, dass es noch andere gibt und dass ihr Plan nicht das Endgültige ist, sondern für nützliche Änderung und Entwicklung empfänglich ist.

Als Dr. Montessoris Arbeit in diesem Lande bekannt wurde, erhielt die Bewegung, die ein wenig barbarisch „Selbstunterricht“ genannt wird, einen bemerkenswerten Impuls. Allerorts sind die Reformer nun damit beschäftigt neue Wege der Durchführung der uralten Aufgabe der Erziehung zu öffnen und zu erforschen. Einige sind „wildere Gesellen“, die geschworen haben sich von der alten Tradition und von allem was dazu gehört loszusagen. Diese mögen einen Plan, der  nicht einmal die Abschaffung von öffentlichen Prüfungen fordert als einen miserablen Kompromiss betrachten!

Aber für weniger abenteuerliche Geister, die weniger eilen und mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben, bietet der „Dalton Plan“ einen Weg des Fortschritts, der sicher von allen jenen genommen werden kann, welche die Gabe von Intelligenz, Hingabe und Initiative haben.

Kühnheit und Ursprünglichkeit sind typische Eigenschaften der amerikanischen Erziehung, und wir dürfen hoffen, dass die derzeitige enge und glückliche Zusammenarbeit zwischen einer amerikanischen Lehrerin und den englischen Männern und Frauen die ihr folgen, auch typisch wird. Typisch amerikanisch ist auch die Großzügigkeit, mit welcher Miss Parkhurst ihr finanzielles Interesse an diesem Buch der Heritage Craft School für behinderte Kinder in Chailey übergab.

In jeder Hinsicht wünschen wir dieser Unternehmung eine gute Entwicklung.

T. P. Nunn

University of London,
April 1922.

 

UNTERRICHT NACH DEM DALTONPLAN

 

KAPITEL I

DIE ANFÄNGE DES DALTON LABORATORY PLAN

 

Von den amerikanischen Denkern war Emerson einer der Ersten der erkannte und darauf hinwies, dass unser Unterrichtssystem ein Irrtum war, weil die Ideale auf welchen es gegründet worden war, ihre Bedeutung verloren hatten.

„Wir studieren Worte“, schrieb er, „wir werden für zehn oder fünfzehn Jahre in Schulen, Colleges und Hörsäle eingesperrt und verlassen diese schließlich mit einem Beutel Wind, mit einer Erinnerung an Worte, und wissen gar nichts“.

In einem jüngsten Interview wiederholte Thomas Edison, dessen einzige formale Bildung aus „ein wenig Unterricht durch seine Mutter“ bestand, diese Anklage:

„Die Möglichkeiten für die Entwicklung des menschlichen Gehirns“, sagte er, „sind fast unendlich. Aber wichtig ist, dass man junge Kinder nicht dazu zwingt, Dinge zu lernen, die sie nicht wollen. In dem Augenblick wo die Schule nicht ebenso interessant wie das Spiel ist, kommt sie mehr einer Verletzung glich. Ich weiß nicht genau in welchem Alter das Gehirn eines Kindes zu schwinden beginnt, aber es geschieht irgendwo im Alter zwischen elf und vierzehn Jahren. Wenn man ein Kind dazu bringt, Dinge zu lernen, die es nicht interessieren und damit nicht aufhört bis es vierzehn Jahre alt ist, dann wird sein Gehirn für immer beeinträchtigt sein. Es liegt in der Natur der Kinder dass sie gerne lernen. Sie besitzen eine große Neugierde, aber sie müssen für ein Thema interessiert werden. Unsere Unterrichtsmethoden versagen dabei. Verändern wir diese Methoden und es wird viel mehr Begeisterte geben. Ich bin selber ein „Begeisterter“.

Ist es denn ein Wunder, dass in den Vereinigten Staaten, wo jedermann auf Kosten des Staates ausgebildet werden kann, die Durchfallsrate an Colleges und Universitäten, heute größer als je zuvor in unserer Geschichte ist? Früher, als das erzieherische Feld viel kleiner als heute war, besuchten nur wenig Auserwählte ein College. Sie waren die geistige Oberschicht in jeder Familie. Sie wurden ausgewählt weil man glaubte, dass sie geeignet waren, die Vorteile einer höheren Bildung zu genießen. Somit wurden sie als überlegene Wesen beurteilt und etikettiert, schon bevor sie dem Unterrichtsprozess unterworfen waren. Die Folge war, dass sie mehr oder weniger so vom College zurückkamen wie sie hingegangen waren. Erziehung wurde damals als ein Privileg betrachtet und die Akademiker wurden automatisch zu einer Klasse für sich, über jede Kritik erhaben. Ihre versteinerten Ansichten, die die Schule nur noch verstärkt hatte, trennten sie von den einfacheren Männern und Frauen von denen sie abstammten.

Wie könnten sie etwas gemeinsam haben mit dem elterlichen Kampf und den elterlichen Opfern die es ihnen ermöglicht hatten, diese Vorteile zu genießen? Es war ihnen weniger möglich, Anteil am gewöhnlichen Haufen zu nehmen, weil sie ihre Schlichtheit gegen einen Sockel intellektueller Passivität eingewechselt hatten, der sie für die Gesellschaft daheim und draußen nutzlos machte.

Das waren die Vereinigten Staaten von gestern. Heutzutage hat sich selbst die Bedeutung vom Unterricht geändert. Er wird nicht länger als ein Ziel an sich, als ein Selbstzweck betrachtet. Und auf jedes einzelne Individuum, das sich in der Vergangenheit danach auf die Suche gemacht hat, kommen jetzt fünfzig. So allgemein ist die Nachfrage nach Unterricht, dass die Minderheit, die den Vorteilen gleichgültig gegenübersteht, vernachlässigbar ist.

Jetzt wo Schulen und Colleges bis zum Bersten gefüllt sind, werden Didaktiker mit neuen Problemen konfrontiert, sowohl in geistiger wie in materieller Hinsicht. Die Nachfrage ist nicht nur unendlich viel größer als je zuvor, sondern es ist auch eine andere Art von Nachfrage. Früher besuchten die Schüler die Schule, um zu bekommen was die Schule ihm zu bieten hatte; jetzt geht er zur Schule um ein bestimmtes Bedürfnis an Selbstentfaltung zu befriedigen. Er hat keine Lust mehr gerade das zu erlernen was der Lehrer beabsichtigt ihn zu lehren. Die Schablone die für ehemalige Generationen von Schülern reichte, reicht für ihn nicht mehr.

Unglücklicherweise sind die Männer und Frauen, die in diesem alten System arbeiten und leben nicht nur an seiner Erhaltung interessiert, sondern sie haben auch fast unvermeidlich die Fähigkeit verloren es unparteiisch zu beurteilen. Ihr Geist wird genau so verkrustet wie das System selbst. Und obwohl es viele aufrichtige und rechtschaffene Menschen unter ihnen gibt, neigen sie dadurch, dass sie ihre ganze Energie der Aufgabe widmen „die alten Traditionen aufrecht zu erhalten“, dazu unfähig zu werden, die Fackel der Wahrheit aufs Neue zu entzünden. Sie betrachten sich noch immer als die geweihten Führer der Jugend – Führer deren Autorität nicht angezweifelt werden kann. Sie beurteilen die neuen und unterschiedlichen Schülergruppen mit denselben alten Standards. Nichts könnte sie dazu veranlassen die alte Routine gegen eine frische und vitale Methode einzutauschen, die ausgedacht wurde, um zu frischen und vitalen Menschen zu passen.

Mehr Kritik am Unterrichtssystem kommt von den Eltern der Schüler. Von allen Seiten hört man die Frage:“ Welchen Nutzen hat die Collegeausbildung für meine Tochter?“ und „ Wie hat die Universität meinen Sohn für den Kampf ums Dasein gerüstet?“ Die Antwort der Schulen dass sie „Erfahrung“ bieten, ist nach einer Diskussion was Erfahrung wirklich ist gültig. Die Pioniere aus dem Anfang der amerikanischen Geschichte waren meistens Menschen die im akademischen Sinne des Wortes ziemlich ungebildet waren. Erfahrung war ihre einzige Schule. Allein ihre angeborenen Talente ermöglichten es ihnen, die erhabenste Lektion im Leben lernen. Sie waren die Überlebenskünstler, die kämpften und siegten.

Aber was ist mit jenen, die im Kampf fielen und sich mit Hilfe von ein wenig Schulerfahrung ebenfalls gut geschlagen hätten? Heute können wir uns nicht mehr so einen hohen Prozentsatz von Nachzüglern leisten. Wir müssen eine Methode finden um die natürliche Begabung vom Durchschnittsknaben zu vergrößern und zu stärken bevor er in den Kampf ums Dasein und um Erfolg zieht. Wir müssen für das Durchschnittsmädchen Gelegenheit bieten, zu lernen wie sie nicht nur ihren Intellekt entwickelt sondern auch wie sie sich als Mitglied der Gesellschaft benehmen soll.

Um diese beiden Arten von Erfahrung zu erwerben während wir noch unreife Wesen sind ist eine günstige Umwelt notwendig. Darüber schreibt Edwin G. Conklin klärend in seinem Buche Heredity and Environment (Vererbung und Umwelt). Diesem Autor zufolge sind:

„Nur jene Umwelt und Training richtig, die zur Entwicklung von guten Gewohnheiten und Charakterzügen oder zur Unterdrückung von schlechten führen ... Im Allgemeinen ist die beste Umwelt diejenige welche Extremata vermeidet, die maximale Effizienz von Geist und Körper bewirkt“.

„In der Erziehung sind wir sonderbarerweise blind für richtige Ziele und Methoden. Jede Erziehung ist schlecht, die zu schlechten Gewohnheiten wie Faulheit, Nachlässigkeit, Misserfolg statt zu Fleiß, Ausdauer und Erfolg führt. Jede Religion oder soziale Institution ist schlecht, die zu Gewohnheiten einer falschen Scheinwelt, Falschheit, sklavischer Unterwürfigkeit und Verneinung von Tatsachen statt zu Gewohnheiten der Aufrichtigkeit, Aufgeschlossenheit und Unabhängigkeit führt.“

Dies sind die Leuchttürme nach denen sich der Unterricht richten sollte. Durch seine Wirkung auf die Schüler werden wir es wissen. Ist es unserem Unterrichtssystem gelungen die Kinder, die ihm unterworfen waren, fleißig, aufrichtig, aufgeschlossen und unabhängig zu machen? Die Antwort muss eindeutig negativ ausfallen. Das bedeutet aber nicht, dass diese Qualitäten nur auf Kosten der alten und rein kulturellen Werte entwickelt werden können denen die Anstrengungen der Didaktiker bisher ausschließlich gewidmet waren. Es ist möglich, Ehrfurcht vor dem Lernen und den Wunsch nach einem hohen Niveau an kultureller Entwicklung einzuimpfen und zu gleicher Zeit bei den Jugendlichen jenes moralische Stehvermögen zu erzeugen, auf das Edwin Conklin so großen Wert legt und das für ein gutes und reiches Leben unentbehrlich ist. Aber dieses doppelte Ideal kann nur erreicht werden, wenn das Schulleben derart geändert wird, dass es auch Übung in echter Erfahrung enthält – jene Erfahrung für die ein Verlangen in jedem jugendlichen Herzen existiert. Das Kind soll darin bestärkt werden, die Probleme der Kindheit zu lösen bevor es mit den Problemen der Jugend und Reife konfrontiert wird. Es kann dies nur tun, wenn der Unterricht dazu entworfen ist, ihm solche Freiheit und Verantwortung zu bieten, die es ihm erlauben diese selbst zu lösen. Erfahrung und sonst nichts leistet das. Ohne sie gibt es keine Charakterentwicklung und ohne Charakter können in keinem Alter Probleme befriedigend gelöst werden. Das Kind, das durch die Regeln und Vorschriften unseres Unterrichtssystems eingeengt und frustriert wird, kommt nie mit Erfahrung in irgendeiner Form in Berührung. Es lernt weder seine eigenen Schwierigkeiten noch jene, die vom Kontakt mit Andern herrühren, zu besiegen.

Es ist tatsächlich fast unmöglich den Wert einer solcher Erfahrung für Kind und Erwachsene zu überschätzen. Sie prüft wie nichts Anderes ihn prüfen könnte die moralische und intellektuelle Stärke des Individuums. Sie formt und zügelt seine Gedanken, schärft und vergrößert sein Urteilsvermögen und lehrt ihn zu gleicher Zeit die wichtigste Lektion von allen – Selbstdisziplin – wenn der Einzelne in Verbindung mit anderen Individuen tritt. Das Gruppenbewusstsein erwächst aus dieser sozialen Erfahrung. Nur wenn wir dies in das Alltagsleben unserer Kinder einbringen, können wir dem Schulleben jene Lebenslust, jenes Ziel und jene Bedeutung, die es verloren hat, wiedergeben.

Eines Tages, als mich ein Eilzug aus New York zu sehr notwendigen und heiß ersehnten Ferien wegbrachte, lenkte mich eine Bemerkung eines Mitreisenden von der Beobachtung der dahineilenden Landschaft ab. „Können Sie sich vorstellen, “ rief er, „dass bei einer so modernen Eisenbahn wie dieser, die noch nicht achtzig Jahre alt ist, Erziehung und Unterricht erst jetzt beginnen Disziplin und Kritik zu ersetzen? Wir waren es früher gewohnt, unzulängliche Arbeiter zu entlassen. Jetzt versuchen wir sie zu verstehen und haben schon viel weniger Schwierigkeiten“.

Wäre der Sprecher ein Professor statt eines Eisenbahnbeamten gewesen, wie er mir später erzählte, hätten mich seine Worte weniger überrascht. Aber er hatte ein unerwartetes Licht genau auf jene Probleme geworfen mit denen ich mich damals gerade befasste. Da er keine Ahnung hatte, dass ich Pädagogin war, nahm ich diese Gelegenheit wahr, um die Meinung eines Außenstehenden zu hören. In diesem Augenblick eilte der Zug an einem Arbeitstrupp vorbei, der gerade seine Arbeit erledigte.

„Sehen Sie sich diese Männer an“, fuhr mein Mitreisender fort, „sie haben keinen blassen Schimmer davon wie sie ihre Arbeit am besten tun könnten.“

„Warum nicht?“ fragte ich.

„Die Frage wie man die Arbeit am besten verrichtet gehört zur Kompetenz des Vorarbeiters. Es ist seine Pflicht für den ganzen Trupp zu denken. Ein Arbeiter der selber denkt würde bald als eine Plage betrachtet werden. Der Vorarbeiter würde es jedem übel nehmen, der ihm sagt, wie er seine Arbeit tun soll und dieser Mann würde wahrscheinlich entlassen werden. Aber um wie viel besser wäre das Ergebnis, wenn der Arbeiter die Arbeit als seine eigene betrachten und sich dafür verantwortlich fühlen würde. In diesem Falle würde der Vorarbeiter zu einem Helfer statt eine Führer werden“.

Unser Gespräch ging weiter über Bahnhofsbeamte, Bremser und Lokomotivführer – ihre Ausbildung und ihr Interesse an dem großen Eisenbahnsystem in dem sie die Zähne der Räder waren. Und während wir sprachen wurde mir klar, dass mein Problem und das seine eigentlich identisch waren.

Endlich wagte ich es ihn nach seiner Meinung über seinen Chef, den Präsidenten der Gesellschaft zu fragen. Die Antwort kam in einem ganz anderen Ton, rasch, mit begeisterter Bewunderung.

„Ah, der ist völlig anders! Wir haben einen Präsidenten der Bescheid weis! Er blickt in die Zukunft und plant mit dieser seltenen Tüchtigkeit, die auf Erfahrung beruht. Na, wenn er zu reden anfängt, spürt man bald dass er dich und deine Ideen ebenso weit hinter sich gelassen hat wie dieser Zug die Arbeiter von eben. Ja – unser Präsident ist einer aus Millionen – einer ohne Furcht!“.

Dieser Satz traf mich ins Herz, denn ist dies nicht gerade das, was wir Pädagogen zu erschaffen versuchen – Menschen ohne Furcht? Das Leben braucht sie weil es solche Leute nie in ausreichender Zahl gibt. Sie sind so selten – diese Männer und Frauen, die vorausschauen und planen können – die Bescheid wissen!

Vor dieser Eisenbahnreise hatte ich mich jahrelang gefragt ob, wie und wann diese Art von Menschen ohne Furcht entstehen würde.

Meine erste Erfahrung im Unterrichten machte ich in einer Schule auf dem Land, in der wo vierzig Schüler auf acht Gruppen oder Klassen verteilt waren. Ich musste also dafür sorgen, dass sieben Klassen beschäftigt waren, während ich eine Klasse unterrichtete. Es schien mir die beste Lösung des Problems, dafür zu sorgen, dass sich jeder Schüler mit etwas beschäftigte bis ich seine Arbeit korrigieren konnte. Um diesen Plan zum Erfolg zu verhelfen, musste ich die älteren Schüler dazu bringen, den jüngeren zu helfen. Sie, und besonders die großen Buben, reagierten auf meinen Aufruf. Mit ihrer Hilfe verwandelte ich ein Lager in eine Bibliothek. Jede Ecke im Schulgebäude wurde für ein anderes Schulfach bestimmt. Wir verfügten neben dem umgebauten Lager über einen Garten und einen Saal, welcher schon bald als Spielzimmer benutzt wurde.

Sogar in dieser sturen und hinterwäldlerischen Gesellschaft hegte keiner Bedenken gegen diese ungebräuchlichen Experimente, weil sie erfolgreich waren. Der Schulbesuch wuchs rasch an, die Kinder waren ordentlich und gehorsam, und sie arbeiteten gerne. Einen Teil meiner Beliebtheit verdankte ich meinem Vater, der Indianergeschichten erzählte wenn er mich jeden Freitag von der Schule abholte. Aber auch die Schulverwaltung zeigte ihre Zufriedenheit mit den Ergebnissen, denn am Ende des Semesters berichtete sie von mir als „kompetent und von gutem, ausgeglichenem Benehmen“.

Später als Lehrer an einer High School, Volksschulen, Normal Training Schools und einer Pädagogischen Hochschule, begegnete ich anderen Schwierigkeiten und obwohl ich ständig meine Erfindungsgabe anstrengte um eine Lösung zu finden, war ich nie zufrieden. Als mir ein ehemaliger Dozent 1908 ein Exemplar von Edgar James Swifts Buch „Mind in the Making“ (der Geist im Stadium der Entwicklung) gab, war es also nicht verwunderlich, dass ich von den Ideen, die es enthielt beeindruckt war.

Dieses Buch hat mich und meine Arbeit tief gehend beeinflusst. Ich verdanke ihm meinen ersten Entwurf des „Unterrichtslabors“. Nachdem ich es wieder und wieder gelesen hatte, kehrte ich immer zu zwei Stellen zurück, die den Schlüssel zu meinen speziellen Problemen zu enthalten schienen. Die erste lautete:

„Bei der rationellen Methode arbeitet man mit den Schülern, inspiriert sie mit dem Verlangen, sich selbst in Sachen zu vertiefen und zum allgemeinen Wissensschatz beizutragen, der während der Stunde besprochen oder erklärt wird. Die belehrende Methode gehört ins Mittelalter. Sie ist in unseren Schulen noch immer vorherrschend, obwohl die Umstände, die sie anwendbar machten schon längst vorüber sind. Die Erweiterung des geistigen Horizonts der Lehrer selbst ist der erste Schritt um mit dem mittelalterlichen Schutt aufzuräumen. Dann werden sie die Schüler untersuchen, das Klassenzimmer wird zum Unterrichtslabor und Aktivität wird nicht auf den Werkraum beschränkt bleiben. Der Einfluss der Umwelt hat in der Schule nie seine verdiente Anerkennung gefunden. Lehrer wollen eine zu bestimmende Rolle spielen in der Ausbildung der Schüler spielen. Der Erzieher mag seine Ziele zuvor wählen, aber das menschliche Leben ist durch seine Komplexität nicht vorherzusagen. Gerade das Kind dessen Eigenschaften er ablehnt, kann der Keim einer Person weit über seinem geistigen Horizont sein.

Für mich war die zweite Stelle die ich anführe kaum weniger klärend:

„Bisher waren Schulexperimente zu unzusammenhängend und fragmentarisch. Die wenigen, die sie auf sich genommen haben, waren schon mit schwieriger Arbeit belastet, die den größten Teil ihrer Zeit beanspruchte. Dadurch hatten sie wenig Freizeit oder Energie für Einzelheiten oder für ein kritisches Studium der Ergebnisse. In vielen Fällen zwang Zeitmangel sie das Experiment aufzugeben bevor es vollendet war. Das ist das Resultat des Versäumnisses die Wichtigkeit der Arbeit zu schätzen. Die Pädagogik hat sich bisher zu viel mit ihrer Geschichte beschäftigt. Lehrer strengen fortwährend ihre Augen an um über die Schultern von Pestalozzi, Fröbel und Herbart zu schauen, statt nach vorne und zu neuen Errungenschaften zu blicken. Die Folge ist, dass die Pädagogik immer in der Defensive gegenüber der Anklage von Unbestimmtheit, Romantik und vor allem von Unzulänglichkeit bleibt. Der sparsame Umgang mit Energie ist für den Unterricht ebenso ein Problem wie für die Mechanik.

Effizienz – das Verhältnis zwischen nützlicher Arbeit und der Energie die benutzt wird um das Ziel zu erreichen – kann vergrößert werden indem man den Widerstand verringert oder indem man mehr Kraft aufwendet, und Lehrer haben sich zu sehr mit der Produktion von Energie beschäftigt“.

Es war Edgar Swifts Buch – das ich jedem Studenten gab, von dem ich ahnte dass er es verstehen würde- das mich zu dem festen Entschluss veranlasste in der Erziehung sobald als möglich selbstständig zu werden, mit genügend Freizeit zum Experimentieren und auf der Suche nach einer neuen und besseren Methode.

Drei Jahre später verwirklichte ich dieses Bestreben in einem Arbeitsplan für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, der im ersten Unterrichtslabor ausgeführt werden sollte. Ein Kollege aus der Normal Training School stimmte zu mit mir zusammenzuarbeiten, zweifelte aber an der Durchführbarkeit meines Plans. Aber die Furcht als Revolutionär gegen geheiligte Traditionen verurteilt zu werden, hielt mich davon ab die neue Arbeitsweise in der Klasse zu besprechen, obwohl ich versuchte sie außerhalb der Schule einer ausgewählten Gruppe von Studenten zu erklären.

Von Anfang an beabsichtigte der Arbeitsplan, wie ich ihn weiterhin, auch nach seiner Perfektionierung im Jahre 1913 nannte, eine vollständige Reorganisation des Schullebens. Ich hatte die Absicht, die jetzige kopflastige Maschinerie durch einfache Änderungen von schulischen Vorgängen umzubauen, wobei die Schüler eine größere Freiheit und eine besser auf die unterschiedlichen Schulfächer abgestimmte Umgebung genießen würden, in der jeder Lehrer ein Spezialist sein sollte. Vor allem wollte ich die individuellen Schwierigkeiten der Schüler gleichstellen und dieselben Chancen zum Fortschritt für das langsame wie für das kluge Kind schaffen. Im Jahre 1913 hatten wir den Arbeitsplan so weit ausgearbeitet, dass wir den Stundenplan teilweise außer Kraft setzen konnten. Aber erst im Jahre 1915 konnten wir ihn völlig loswerden.

Im Jahre 1913 fingen wir damit an, die Schüler in Gruppen mit freier Wahl der Fachlehrräume zu organisieren. Das war an sich eine große Erneuerung, obwohl sie weiterhin in isolierten Gruppen bleiben mussten. Ich benötigte zwei weitere Jahre, um die völlige Interaktion zwischen den Gruppen auszuarbeiten.

Es gelang mir immer die Mitarbeit und Ermutigung von Schulleitern mehrerer Anstalten mit denen ich verbunden war, für meine Experimente zu bekommen. Meine Funktion als Supervisor ermöglichte es mir Erfahrung mit Problemen der Organisation und auch der Methodik zu sammeln. Noch größeren Wert hatten die mir gebotenen Gelegenheiten die Entwicklung von anderen Experimenten zu beobachten und meine Bitten um Urlaub zu diesem Zwecke wurden nie abgelehnt.

Im Jahre 1914 bat ich um Erlaubnis nach Italien zu reisen um die Montessori-Methode zu untersuchen. Nach dieser Erfahrung beteiligte ich mich an der Anwendung dieser Methode in Kalifornien im Jahre 1915. Ich war dabei als Dr. Montessoris Assistentin tätig und nahm als ein Teil ihres Haushalts an vier Ausbildungskursen teil. Während dieser Periode meiner Laufbahn genoss ich, durch das Wohlwollen von Dr. Frederic Burk und sein Interesse an meiner Arbeit, die Genugtuung meinen Laborplan einem praktischen Test zu unterziehen mit einer ausgewählten Gruppe von hundert Kindern im Alter von neun bis zwölf Jahren.

Zwischen Dezember 1915 und Januar 1918, nachdem ich den Auftrag akzeptiert hatte Dr. Montessoris Interessen in Amerika zu wahren, musste ich zeitweilig meine Experimente mit der Labor-Idee aufgeben. Nach meinem Rücktritt aus dieser Stellung, setzte ich sie eifrig fort, mit finanzieller Unterstützung der Child Education Foundation (Stiftung Unterricht für Kinder), die ich damals leitete. Zu dieser Zeit meinte ich, dass ich den individuellen Aspekt des Unterrichts hinreichend studiert hatte. Der Aspekt von der Schule als menschlicher Gesellschaft beschlagnahmte nun all meine Energie.

Es war im September 1919, gerade fünfzehn Jahre nach meiner ersten Erfahrung im Unterrichten, dass ich den Laborplan in einer Schule ohne Jahresklassen für behinderte Knaben angewandt sah. Es war ein wichtiger Augenblick für mich und ich kann jenen nie genug danken, die mir uneigennützig die Gelegenheit boten meinen Plan in die Praxis umzusetzen. Ich hätte natürlich andere Schulen finden können wo das Experiment in seiner Gesamtheit mit gesunden Kindern ausgeführt werden könnte. Aber ich selber und meine Freundin Mrs. W. Murray Crane, wurden vom Wunsche angetrieben diesen Behinderten jede Freude und jedes Glück zu geben die möglicherweise mit dem Unterricht verbunden sein könnten.

Als Vorstandsmitglied dieser Schule für Behinderte, bei deren Gründung und Unterstützung sie selbst geholfen hatte und als Vorsitzende des Schulausschusses, verdient Mrs. W. Murray Crane alle Bewunderung die ich äußern kann.

Einige Monate zuvor hatte sie mich gebeten Vorschläge zur Verbesserung der Schule zu machen. Es schien mir, dass der Labor-Plan genau das war was wir brauchten und als ich ihr im November 1918 den Plan erklärte, verstand sie ihn sofort und glaubte an seine guten Eigenschaften.

Einige Monate später besuchte ich die Schule für Behinderte und im Herbst des Jahres 1919 wurde der Plan dort bereits angewandt. Schon sehr bald trug er Früchte und erregte vielerorts Interesse. Für mich hatte diese Erfahrung unschätzbaren Wert, denn durch sie entdeckte ich dass es notwendig war den Fortschritt von jedem Schüler irgendwie zu vermerken. Da erfand ich die Graphs“ (Diagramme) die ich in einem späteren Kapitel besprechen werde. Mit Hilfe dieser Graphen wurde es möglich die Organisation zu vereinfachen und die Interaktion der verschiedenen Gruppen zu vervollkommnen.

Unser Erfolg mit den Behinderten inspirierte Mrs. Crane zu dem ambitionierten Projekt den Labor-Plan mit den Knaben und Mädchen der High School ihrer Heimatstadt Dalton, Massachusetts, anzuwenden.

Im Februar 1920 wurde dieses Vorhaben verwirklicht. Schon bald nachdem wir mit der neuen Methode begonnen hatten, bekam die Dalton High School Besuch von Mrs. Saunderson, die von Miss Belle Rennie, einer von den Pionieren der neuen pädagogischen Ideen in England, begleitet wurde. Miss Rennies Interesse an meiner Arbeit brachte sie dazu darüber nach ihrer Rückkehr nach London zu schreiben. Sie befürchtete, dass mein bevorzugter Ausdruck „laboratory“ falsch verstanden werden könnte. Darum entschloss ich mich meinen Plan den „Dalton Laboratory Plan“ zu nennen, mit welchem Namen er seitdem bekannt ist.

Ich muss zugeben, dass das Wort „laboratory“ (Labor) manchen als unpassend vorkommt, weil es bisher ausschließlich mit wissenschaftlichen Experimenten verbunden war. Aber für mich ist das Wort sehr bedeutungsvoll und ich beharre absichtlich darauf, in der Hoffnung, dass es allmählich den pädagogischen Blickpunkt von der Atmosphäre des Vorurteils und der fast toten Theorien, die das Wort „Schule“ bei uns erregt, ablenkt.

Denken wir lieber von der Schule als ein soziologisches Labor in dem die Schüler selbst die Experimente machen und nicht die Opfer eines komplizierten und festgelaufenen Systems sind an dem sie überhaupt nicht beteiligt sind. Denken wir lieber von ihr als einen Ort an dem Gemeinschaftsbedingungen vorherrschen, wie sie das auch im Leben tun.

Von Dalton aus gingen wir weiter um weiter neue Gebiete zu erobern. Ich schulde einer Gruppe von Freundinnen großen Dank. Besonders Mrs. James P. Pyle, für ihre Zuversicht und Hilfe während der Anfänge. Später wurde durch die Freigebigkeit von Mr. und Mrs. W. Murray Crane die „Children's University School“ gegründet, mit einem erklärten Ziel, zu zeigen was der Daltonplan tun kann um den Unterricht neu zu beleben – um ihn zu etwas Lebendigem zu machen das im Stande ist das Interesse der Schüler für ihre Arbeit zu erregen und zu erhalten. Hier wurde es zum ersten Mal mit Kindern im vorpubertären Alter angewandt. Auch ihrer Mitarbeit und Kritik verdanke ich vieles.

Noch bevor ich den Plan bis in Einzelheiten mit meinen Mitarbeitern besprach, legte ich ihn den Kindern vor und erkundigte mich bei ihnen nach ihrer Meinung. Ihre Hinweise waren äußerst wertvoll. Es waren gerade die Schüler selbst die mir den Weg zeigten um mehrere Dinge in denen der Plan mangelhaft war, zu verbessern. Dadurch rechtfertigte sich von Anfang an das Prinzip der Freiheit im Unterricht für diejenigen die wir zu lehren versuchen.

 

KAPITEL II

DIE GRUNDSÄTZE DES PLANS

 

Im Großen und Ganzen könnte man sagen, dass der alte Typus Schule für Kultur und der moderne Typus Schule für Erfahrung steht.

Der „Dalton Laboratory Plan“ ist primär ein Weg beide diese Ziele zu erreichen und mit einander verbinden zu können.

Der Kulturerwerb ist eine Art von Erfahrung und ist als solche ein Element im Betrieb des Lebens mit welchem die Schule genauso eng verbunden sein sollte wie die Existenz der Erwachsenen. Aber dies wird nie geschehen solange die Schule nicht als Ganzes umgestaltet wird, sodass sie als eine Gemeinschaft funktionieren kann – eine Gemeinschaft deren wesentliche Bedingung die Freiheit für den Einzelnen um sich selbst zu entwickeln ist.

Diese ideale Freiheit ist keine Zügellosigkeit und noch weniger Undiszipliniertheit. Sie ist faktisch gerade das Umgekehrte. Das Kind das „macht was es will“ ist kein freies Kind. Sie ist in Wahrheit genau das Gegenteil von beidem. Das Kind das „macht was es will“ ist kein freies Kind. Es ist im Gegenteil geneigt der Sklave schlechter Gewohnheiten, selbstsüchtig und für das Gemeinschaftsleben recht ungeeignet zu werden. Unter diesen Umständen braucht das Kind Mittel um seine Energie zu befreien, ehe es zu einem harmonischen  und verantwortlichen Wesen werden kann, fähig und willens mit seinen Gefährten zum Gemeinwohl beizutragen. Der Dalton Laboratory Plan liefert diese Mittel indem er seine Energie auf das Anstreben und die Organisation von seinen eigenen Studien lenkt, in seiner eigenen Weise. Er gibt ihm jene geistige und moralische Freiheit die wir auf der körperlichen Ebene als notwendig anerkennen um sein körperliches Wohlbefinden zu sichern. Asoziale Eigenschaften und Aktivitäten sind schließlich nur fehlgeleitete Energie.

Freiheit ist darum der erste Grundsatz des Dalton Laboratory Plans. Vom akademischen oder kulturellen Gesichtspunkt aus muss es dem Schüler freistehen, seine Arbeit auf jedem Gebiet in das er vertieft ist ohne Unterbrechung fortzusetzen. Denn wenn er Interesse hat, ist er geistig lebhafter, alerter und besser im Stande jede Schwierigkeit die im Laufe seines Studiums auftauchen kann, zu überwinden. Bei der neuen Methode gibt es keine Glocken die ihn zu einer bestimmten Stunde aus seinem Schulfach reisen und ihn pädagogisch an ein anderes Fach und einen anderen Lehrer fesseln. Wenn er so behandelt wird, wird die Energie des Schüler automatisch vergeudet. Solche willkürlichen Wechsel sind wahrlich genauso unökonomisch als würden wir einen elektrischen Ofen in bestimmten Intervallen ein- und ausschalten. Solange einem Schüler nicht erlaubt wird Kenntnisse in seinem eigenen Tempo zu erwerben, wird er nie etwas gründlich lernen. Freiheit ist, sich die Zeit selbst einzuteilen. Die Zeit eines Anderen einzuteilen ist Sklaverei.

Der zweite Grundsatz des Dalton Laboratory Plans ist Kooperation, oder wie ich es lieber nenne, Interaktion im Gruppenleben. Es gibt eine Passage in Dr. John Dewey's Democracy and Education (Demokratie und Unterricht) die auf bewundernswerte Weise diesen Gedanken definiert.

„Das Ziel eines demokratischen Unterrichts“, schreibt er, „ist nicht nur ein Individuum zu einem intelligenten Teilhaber am Leben seiner unmittelbaren Gruppe zu machen, sondern auch die verschiedenen Gruppen zu solcher fortwährenden Interaktion zu führen, sodass es sich kein Individuum und keine ökonomische Gruppe leisten könnte unabhängig von anderen zu leben“.

Im alten Unterrichtssystem kann ein Schüler außerhalb seiner Gruppe leben, macht dies auch oft und kommt nur dann mit ihr in Berührung wenn er mit seinen Gefährten über die gemeinschaftliche geistige Hauptstraße geht, die wir Lehrplan nennen. Dies endet oft damit dass er asozial wird und wenn dies geschieht führt er diese Behinderung mit sich wenn er die Schule für die große Sphäre des Lebens verlässt.

So ein Schüler kann sogar „ ein intelligenter Teilhaber“ am Leben seiner Klasse sein, genauso wie das ein Lehrer sein kann. Aber eine demokratische Institution fordert mehr als das. Echtes soziales Leben ist mehr als Kontakt, es ist Zusammenarbeit und Interaktion. Eine Schule kann die soziale Erfahrung welche die Frucht des Gemeinschaftslebens ist nicht reflektieren, es sei denn, dass alle Teile oder Gruppen, jene intimen Verhältnisse und jene Interdependenz entwickeln die außerhalb der Schule Menschen und Nationen verbindet.

Durch den Dalton Laboratory Plan werden Bedingungen geschaffen wo Schüler, um Freude zu erleben, unwillkürlich als Mitglied von einer sozialen Gesellschaft funktioniert. Er wird von dieser Gesellschaft akzeptiert oder abgelehnt, je nachdem ob sein Funktionieren oder Verhalten sozial ist oder nicht. Dieses Gesetz gilt in der Schule genauso wie in der Welt der Männer und Frauen.

Um wirksam zu sein darf dieses Gesetz nicht auferlegt werden, sondern muss ungeschrieben sein, gleichsam eine Ausstrahlung von der Atmosphäre in der Gesellschaft. Der Wert vom Gemeinschaftsleben steckt im Dienst den es dadurch erweist, dass es jedem freien Individuum, das daran beteiligt ist, fortwährend bewusst macht, dass es, als Mitarbeiter dem Ganzen Verantwortung schuldet und für das Ganze verantwortlich ist.

Dies bildet ein Problem für den Schulprozess. Dieser sollte so organisiert sein dass weder Schüler noch Lehrer sich absondern, noch sich von ihrem Teil der Aktivitäten und Schwierigkeiten der anderen entziehen können. Wir alle kennen die Lehrer, die jeden Morgen ihre Persönlichkeit wie ihre Mäntel an den Kleiderständer hängen. Außerhalb der Schule haben diese Leute menschliche Interessen und menschlichen Liebreiz, welche sie nicht zu zeigen wagen wenn sie mit ihren Schülern beisammen sind, aus Furcht, dass sie ihr Prestige verlieren. Der Dalton Laboratory Plan bietet keinen Raum für die Parade von solch falschen Autorität, die restriktiv und nicht erzieherisch wirkt. Statt Ordnung zu fördern erregt sie Disziplinlosigkeit. Es ist verhängnisvoll für die Idee der Schule eine lebendige soziale Einheit.

Gleichfalls, vom Gesichtspunkt des Schülers, ist das Kind, wenn es willkürlicher Autorität und unabänderlichen Regeln und Vorschriften unterworfen ist, unfähig ein soziales Bewusstsein zu entwickeln welches das Vorspiel zu jener sozialen Erfahrung bildet die notwendig ist für die Vorbereitung auf die Erwachsensein. Theoretisch betrachtet ist das alte System genauso fatal wie sie es in sozialer Hinsicht ist. Ein Kind macht nie etwas freiwillig was es nicht versteht. Die Wahl seiner Spiele oder Aktivitäten wird bestimmt durch eine genaue Einschätzung seiner Fähigkeiten sich darin hervorzutun. Nachdem das Kind die Verantwortung für seine Wahl übernommen hat, verfährt sein Geist wie ein starkes Mikroskop: jeden Aspekt des Problems den er beherrschen muss um erfolgreich zu sein überschauen und abzuwägen. Mit denselben freien Bedingungen würde sein Geist auf dieselbe Weise mit den Problemen beim Lernen verfahren. Beim Dalton Laboratory Plan legen wir das Problem ehrlich vor ihn hin und weisen auf den Standard hin, der erreicht werden soll. Danach darf er es auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo lösen. Die Verantwortung für das Ergebnis wird nicht nur seine latenten intellektuellen Fähigkeiten sondern auch sein Urteilsvermögen und seinen Charakter entwickeln.

Aber damit er diesen pädagogischen Prozess vollenden kann – sodass es ihm gelingt, sich selbst zu lehren – müssen wir ihm die Gelegenheit bieten, die ganze Aufgabe die wir ihm stellen zu überblicken. Um im Rennen zu siegen muss er zuerst eine klare Sicht auf das Ziel haben. Es wäre gut, dem Schüler zu Beginn des Schuljahres einen Ganzjahresplan vorzulegen. Das gibt ihm eine Aussicht auf den für ihn geplanten Unterricht. So kann er die Schritte abschätzen, die er jedes Monat und jede Woche machen muss um den ganzen Weg zurückzulegen, anstatt blind weiterzugehen, ohne jede Ahnung von Weg oder Ziel. Wie kann man von einem derart benachteiligten Kind erwarten sich für das Rennen zu interessieren oder sogar gewinnen zu wollen? Wie kann ein Lehrer hoffen ein gut gerüstetes, menschliches Wesen zu liefern wenn er sich nicht die Mühe macht, die Psychologie des Kindes zu studieren? Für Lehrer und Schüler ist eine klare Wahrnehmung ihrer Aufgabe wesentlich. Unterricht ist letzten Endes eine kooperative Aufgabe. Erfolg und Misserfolg greifen dabei ineinander.

Kinder lernen, ob wir es glauben oder nicht, genauso wie Männer und Frauen lernen, indem sie die Mittel dem Ziel anpassen. Was macht ein Schüler wenn er, wie es beim Dalton Laboratory Plan der Fall ist, Verantwortung für das Ausführen dieser oder jener Arbeit bekommt? Er sucht instinktiv nach der besten Art um sie zu leisten. Wenn er dann einen Entschluss gefasst hat, verfährt er danach. Angenommen sein Plan ist nicht ziel führend, so verwirft er ihn und versucht einen andern. Später findet er es vielleicht vorteilhaft seine Mitschüler zu Rate zu ziehen, die sich mit einer ähnlichen Aufgabe beschäftigen. Eine Diskussion hilft ihm, seine Gedanken und auch seine Arbeitsweise zu klären. Wenn er das Ziel erreicht hat, zeigt das Endergebnis alle Pracht des Erfolges. Dies verkörpert alles was er gedacht, gefühlt und gelebt hat während der Zeit die er brauchte um seine Aufgabe zu vollenden. Das ist wahre Erfahrung. Es ist Kultur, die durch gemeinschaftliches Zusammenarbeiten errungen wurde. Es ist nicht länger Schule – es ist Leben.

Diese Unterrichtsmethode erzeugt beim Schüler nicht nur das tiefste Interesse und die höchsten Fähigkeiten, sondern lehrt ihn auch das richtige Verhältnis zwischen Anstrengung und Ergebnis. In seinem Buche über die Prinzipien des Krieges sagt General Foch:

„Sparsamkeit mit Streitkräften besteht darin, dass man in einem bestimmten Augenblick alle verfügbaren Kräfte an einem Punkte einsetzt.“ Deshalb sollte der Angriff des Kindes auf seine Arbeitsaufgabe dadurch erleichtert werden, dass man ihm erlaubt alle seine Kräfte auf das Gebiet zu konzentrieren das sein Interesse in einem bestimmten Moment erregt. Er wird in diesem Fall nicht nur mehr, sondern auch bessere Arbeit leisten.

Der Dalton Laboratory Plan erlaubt Schülern ihre Zeit zu planen und sie sich nach ihren Bedürfnissen zu nehmen.

„Das Geheimnis der Erziehung“, so erzählt Emerson uns, „steckt im Respekt vor dem Schüler. Es steht dir nicht zu auszuwählen was er wissen und was er tun soll. Das ist bereits ausgewählt und vorherbestimmt und nur er hat den Schlüssel zu seinem Geheimnis. Wenn du dich einmischt, ihm in die Quere kommst und ihn zu sehr beherrscht, hinderst du ihn vielleicht daran sein Ziel zu erreichen und seinen eigenen Weg zu gehen. Respektiere das Kind. Warte und betrachte das neue Produkt der Natur. Die Natur liebt Analogien aber keine Wiederholungen. Respektiere das Kind. Übernimm nicht die Rolle seiner Eltern. Sündige nicht wider seine Einsamkeit“.

„Aber ich höre den Aufschrei als Reaktion auf diesen Vorschlag. Wollen Sie wirklich die Zügel der öffentlichen und privaten Ordnung hinwerfen? Wollen Sie das junge Kind wirklich der verrückten Laufbahn seiner eigenen Leidenschaften und Launen überlassen und diese Anarchie Respekt vor dem Wesen des Kindes nennen? Ich antworte: Respektiere das Kind, respektiere es bis ans Ende, aber respektiere dich auch selbst. Sei Gefährte seines Denkens, Freund seiner Freundschaft, Liebhaber seiner Tugend, aber sei nicht Verwandter seiner Sünden. Er macht wilde Versuche klar zu machen wer er ist und erbittet die Hilfe und Zustimmung der Umstehenden. Gehindert durch einen Mangel an Sprache und Methoden um seine Meinung, die ihm selbst noch nicht klar ist, zu äußern, versteht er dass es, zwar nicht in diesem Hause oder dieser Stadt, wohl aber in irgendeinem andern Haus oder irgendeiner anderen Stadt, den klugen Meister gibt der ihn in Besitz der Regeln und Instrumente setzt um seinen Willen durchzuführen. Glücklich ist das Kind mit einer Vorliebe, mit einem Gedanken der es entzückt, es bald in Wüsten, bald in Städte führt, gefesselt durch eine Idee. Gestatte ihm dass es dieser Idee folgt, in guter oder schlechter Gesellschaft. Es wird sich lohnen, es führt ihn schließlich in die illustre Gesellschaft derer, die die Wahrheit lieben“.

„Können wir die Menschen nicht sie selbst sein lassen, die das Leben auf ihre eigene Weise genießen? Du versuchst aus diesem Manne ein Ebenbild von dir zu machen. Einer genügt“.

„Oder wir opfern das Genie des Schülers, die unbekannten Möglichkeiten seiner Natur und verzerren es zu einer schwachen und sicheren Uniformität, so wie die Türken die kostbaren Mosaiken alter Kunst übertünchen welche die Griechen auf ihren Tempelmauern zurückgelassen hatten. Lasst uns lieber Menschen haben deren Erwachsensein nur die Fortsetzung ihrer Kindheit ist, weiterhin mit natürlichem Charakter. Sie sind zu heldenhaften Handlungen fähig und zeigen nicht das traurige Schauspiel das wir nur allzu gut kennen: geschulte Augen in ungeschulten Körpern“.

„Ich mag Knaben, die Meister der Spielplätze und der Straße – Knaben die dieselbe Freikarte wie Fliegen für alle Läden, Fabriken, Waffenlagern, Treffpunkten in der Stadt, Gremien, Banden und Schiessvereinen haben. Recht unerwartet kommen sie herein, genauso natürlich wie der Hausmeister. Bekannt dafür, kein Geld in ihren Taschen zu haben und selber verstehen sie nicht wie wertvoll diese Armut ist. Niemand ist auf der Hut vor ihnen, sie schauen hinter die Kulissen und hören alle Beteiligte. Es gibt keine Geheimnisse vor ihnen, sie wissen alles was bei der Feuerwehr passiert, die Eigenschaften von jeder Maschine und von allen Männern bei den Pumpen, wie man sie handhaben muss und versuchen eiligst alle Teile. Sie wissen auch die Eigenschaften von jeder Lokomotive auf den Schienen und überreden die Lokführer dass sie mitfahren und an den Kurbeln ziehen dürfen wenn die Lokomotive ins Depot fährt. Sie sind dort nur aus Vergnügen und wissen nicht dass sie in der Schule sind, im Gericht oder bei der Viehausstellung, genauso oder mehr noch als eine Stunde zuvor im Mathematikunterricht“.

„Sie kennen den Unterschied zwischen Echt und Nachahmung genau so schnell wie ein Chemiker. Sie entdecken Schwäche in deinen Augen und in deinem Benehmen bereits eine Woche bevor du den Mund aufmachst und überreichen dir im Nu den Vorteil ihrer Meinung. Sie machen keine Fehler, sind nicht pedantisch, aber vertrauen völlig auf ihre Erfahrung“.

Es ist gerade jene individuelle und soziale Erfahrung, die der Dalton Laboratory Plan innerhalb der Schulmauern zu geben versucht. Die Prinzipien die Emersons Prosa so malerisch schildert, sind auch seine Prinzipien. Er zeigt den Weg, und ich glaube fest, den einzigen Weg um die Schule genau so einladend und genau so pädagogisch wie das Spiel zu machen und letztendlich diese furchtlosen Menschen zu erschöpfen, was im weitesten Sinne unser Ideal ist.

Aber da Freiheit ein wesentlicher Teil dieses Ideals ist, bin ich gegen die Versuchung auf der Hut gewesen aus meinem Plan eine stereotype, gusseiserne Sache zu machen, die überall in jede Schule passt. Solange das Prinzip das ihn beseelt, unversehrt bleibt kann der Plan in Übereinstimmung mit der Schullage und dem Urteil der Lehrerschaft verändert werden. Darum verzichte ich darauf zu dogmatisieren welche Schulfächer im Curriculum enthalten sein sollten, oder mit welcher Norm die Leistungen der Schüler gemessen werden sollten. Vor allem will ich das Lebensblut der Bürgerrechte nicht regulieren. Darüber kann ich nur sagen dass sich das Curriculum jeder Schule in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Schülern unterscheiden. Und sogar in Schulen wo er entworfen wurde um einem bestimmten akademischen Ziel zu dienen, sollte man diesen Aspekt nicht aus dem Auge verlieren, wie es leider oft der Fall ist. Bis die pädagogische Welt die Tatsache versteht dass das Curriculum nicht das wichtigste Problem der Gesellschaft ist, werden wir, so befürchte ich, fortfahren die Jugend einzuschränken, weil wir sie durch das falsche Ende des Teleskops betrachten.

Heutzutage denken wir zu viel an das Curriculum und zu wenig an die Knaben und Mädchen. Der Dalton Plan ist kein Allheilmittel gegen akademische Übel. Er ist ein Plan mit dem der Lehrer in die Probleme der Kinderpsychologie eindringen kann und der Schüler in das Problem des Lernens. Er analysiert Schulsituationen in Bezug auf die Knaben und Mädchen. Schwierigkeiten in Schulfächern haben mit den Schülern zu tun und nicht mit den Lehrern. Das Curriculum ist nur unsere Technik, ein Mittel zum Zweck. Das Instrument das gespielt werden soll, ist der Knabe oder das Mädchen.

Unter den Bedingungen die es in der Durchschnittsschule gibt kann die Energie dieser Knaben und Mädchen sich nicht frei entfalten. Die kopflastige Organisation ist für Lehrer gebaut worden und man erwartet dass die Lehrer mit ihr ihre Probleme lösen können. Aber ich behaupte dass das wahre Problem im Unterricht nicht das Problem vom Lehrer sondern vom Schüler ist. Alle Schwierigkeiten die den Lehrer quälen werden durch ungelöste Probleme der Schüler verursacht. Wenn letztere verschwinden, verschwinden erstere auch, aber nicht bevor die Schulorganisation und der begleitende Apparat für den Schüler umgestaltet worden ist, der wenig tun kann und reizbar geworden ist, weil er gezwungen wird einen Apparat zu benutzen der nicht sein eigener ist.

Das Erste was getan werden muss ist also alle Hindernisse zu beseitigen die den Schüler daran hindern in sein Problem einzudringen. Nur er weiß was seine wahren Schwierigkeiten sind und solange er sie nicht lösen kann, wird er geschickt darin werden sie zu verbergen. Bisher ist unser Unterrichtssystem damit zufrieden gewesen das Oberflächenwasser seiner Energie abzuzapfen. Jetzt müssen wir versuchen die tiefe Quelle seiner natürlichen Kräfte zu erreichen und zu befreien. Auf diese Weise werden wir der Äußerung seiner Lebenskraft helfen und sie ermutigen und sie für die Erziehungsarbeit nutzen. Das erreichen wir nicht wenn wir die Arbeit des Schülers tun, sondern indem wir es ihm ermöglichen die Arbeit selbst zu leisten. Harmonie zwischen Lehrer und Schüler ist wesentlich wenn wir die emotionellen Konflikte vermeiden wollen, die die törichtsten unter den Krankheiten sind von denen der alte Schultypus Erbe ist.

Die Erfahrung mit dem Dalton Laboratory Plan zeigt überdies dass er dem Schüler moralisch und geistig zuträglich ist. Wo er eingeführt wird, enden Konflikte und verschwindet Unordnung. Der Widerstand den die alte unelastische Maschinerie im Kinde gegen den Lernprozess erregte, wird in Bejahung und dann in Interesse und Fleiß umgewandelt, sobald es die Freiheit hat das Unterrichtsprogramm in seiner eigenen Weise zu erledigen. Freiheit und Verantwortung bewirken zusammen das Wunder.

Kurz zusammengefasst: das Ziel des Dalton Plan ist ein synthetisches. Er schlägt eine einfache und wirtschaftliche Weise vor mit der die Schule in ihrer Gesamtheit als eine Gemeinschaft funktionieren kann. Die Bedingungen unter denen die Schüler leben und arbeiten sind die wichtigsten Faktoren ihrer Umwelt und eine günstige Umwelt ist die welche Gelegenheit zu spirituellem und geistigem Wachstum bietet. Es ist die soziale Erfahrung welche die Aufgaben begleitet, nicht die Aufgaben an sich, die diese beiden Arten von Wachstum stimuliert und fördert. Folglich betont der Dalton Plan die Wichtigkeit der Umwelt des Kindes in der es seine Arbeit leistet und die Weise wie es sich als Mitglied der Gesellschaft benimmt mehr als die Schulfächer seines Curriculums. Es ist die Summe dieser beiden Erfahrungen die seinen Charakter und seine Kenntnisse bestimmt.

Um diesen Gedankenlauf zu erläutern gibt es nichts Besseres als eine Stelle in Miss Emily Wilsons Buch An Experiment in Synthetic Education (Ein Experiment in synthetischem Unterricht) anzuführen*. Es ist ein kleines Buch mit großer Botschaft.

„Die wichtigsten Fächer in unserem Curriculum müssen synthetisch, – d.h. in ihrem Zusammenhang – gelehrt werden und nicht in separaten Abteilen. Nur auf synthetische Weise, nur dadurch dass wir uns vergegenwärtigen und immer wieder betonen, dass wenn wir etwas von einem Menschen wissen wollen, wir seine Geschichte, seine Umwelt, seine Wissenschaft, Literatur und Kunst studieren und zusammenfügen müssen. Erst dann können wir Kenntnisse zu einem lebendigen und fruchtbaren Organismus machen, und nicht zu einem toten und dürren Aktenordner“.

„Es ist notwendig eine Tatsache zu betonen, die ungenügend gewürdigt wird. Es ist leichter zur selben Zeit zwei Fächer zu lernen, die einen lebendigen Zusammenhang zeigen als ein Fach das als eine isolierte Tatsache dargestellt wird, die mit nichts eine lebendige Verbindung hat. Reine Gedächtnisarbeit ist schwierig und ist eine Belastung für den Geist. In dem Augenblick in dem die alljährlichen Prüfungen vorüber sind, vergessen wir diese isolierten Tatsachen mit denen wir unser junges Gehirn voll stopfen und erinnern uns nie wieder daran. Aber wenn einmal ein Zusammenhang zwischen zwei Schulfächern hergestellt ist, behält man beide Fächer sehr leicht insofern sie lebendig sind, d.h. zusammenhängen“.

„Dass dieses Bewusstsein vom Zusammenhang aller Schulfächer notwendigerweise Früchte trägt auf den Gebiet der Ethik und der Religion ist klar. Denn Dienstbarkeit und Kooperation sind, was wir brauchen um unsere großen politischen und sozialen Probleme von heute zu lösen. Ein synthetischer Unterricht verschafft diesen weiten und alles umfassenden Ausblick der diese Tugenden zu einer Denkgewohnheit und Lebenspraxis macht. Diese Gesamtvision soll immer im Geiste des Lehrers sein. Er soll immer nach Zusammenhängen Ausschau halten und so im Geiste des Kindes die Fähigkeit erzeugen Kanäle zwischen den verschiedenen Gebieten zu schaffen, Kanäle welche die ganze Erde zwischen ihnen fruchtbar machen und jene unendliche Freude erregen die aus dem Bewusstsein der Schöpferschaft herrührt, der wahren Funktion des Menschen, die Arbeit für die er mit unsterblichem Geist beschenkt wurde.“

Vom Standpunkt der Eltern werden die Prinzipien des Dalton Plans auf bewundernswerte Weise in einem Leserbrief in der New York Evening Post, von Eltern zweier Schüler der Children's University School beschrieben.

An den Herausgeber der New York Evening Post:

Der Dalton Laboratory Plan ist eine ausgesprochene Neuigkeit. Seine Einführung in England bevor wir New Yorker je davon gehört hatten zeigt wie viel beliebter dort das Thema Erziehung ist als hier.

Als ein Elternteil von zwei Kindern möchte ich dringend um eine weiter verbreitete Bekanntheit mit den Methoden, die im Dalton Plan ausarbeitet wurden bitten. Er bestimmt den Widerwillen des Kindes als nicht gegen das Lernen selbst, sondern gegen die Lehrmethoden gerichtet. Er geht nicht von dem Glauben aus, dass das Kind eine angeborene Abneigung gegen das Lernen hat. Es ist der Fehler des erzieherischen Prozesses dem es gezwungenermaßen unterworfen ist, der seine Kinderseele unterschiedslos gegen alle Schulfächer erbittert. Der Dalton Plan ist kein willkürlicher Prozess der dem Kind auferlegt wird ohne mit seiner Veranlagung zu rechnen, sondern ist ein Nützen des eigenen Interesses des Kindes beim Erwerb von Kenntnissen. Der Dalton Plan ruft eine neue Reaktion in der Natur des Kindes hervor, indem er es dazu einlädt eine Aufgabe zu erledigen, wie es zu seinem natürlichen Wunsch Sachen auf seine eigene Art und sogar in seinem eigenen Tempo zu lernen passt. Der Lehrer gibt ihm dieselbe freundliche Hilfe und Ermutigung um seine Probleme zu bewältigen, die ein Erwachsener einem anderen bei Geschäften oder einer anderen Sache im Leben geben würde, aber das Kind lässt sich auf ein Abenteuer in den Gebieten der Wissenschaft unter eigener Flagge und eigenem Befehl über seine Mittel ein.

Es gibt so etwas wie Kultur. Wir schätzen sie als die Verkörperung unserer Zivilisation und wir wissen dass die Stabilität unseres Soziallebens davon abhängig ist, dass die Mehrheit unserer jungen Leute wenigstens Elemente dieser Kultur mitbekommt. Der Dalton Plan zeigt einen Weg auf um den Prozess eher natürlich und spontan als gezwungen und willkürlich zu machen. Er erweckt im Kind einen Geist des Selbstvertrauens und der Initiative und sofort beginnt seine Charakterbildung. Hier ist das Leben Erfahrung für den kleinen Kerl. Er lernt mit eigener Verantwortung in der Gesellschaft von seinen Gefährten die alle demselben Abenteuer nachsetzen. Er bildet dieselbe Art von Beziehungen in seinem Schulleben auf, die er später bei Geschäften oder im Berufsleben haben wird. Er lernt indem er es ausprobiert. Er quält sich nicht unter ständiger Lenkung und fortwährendem Druck ab. Er ist Teil vom wahren Leben der Welt, teilt ihre Probleme, erkennt die Leere des Scheins und geniest die Belohnung für Fleiß. Es gibt nichts Unechtes oder Künstliches in diesen Beziehungen. Aber, das Wichtigste ist, dass der Dalton Plan ihm auf dieser Basis einen Vorsprung von zehn bis fünfzehn Jahren auf die Knaben oder Mädchen gibt, die nun durch die Tretmühle unseren heutigen Schulen gehen.

 

KAPITEL III

DER PLAN IN DER PRAXIS

 

Ich komme nun zu einer Betrachtung des Dalton Laboratory Plans in seiner praktischen Anwendung beim Problem der Erziehung. Vielleicht ist es gut damit zu beginnen zu zeigen was er nicht ist um die Grundlagen zu erhellen.

Der Dalton Laboratory Plan ist kein System und keine Methode die durch jahrelange Anwendung zu einer monotonen und uniformen Form versteinert ist, mit der aufeinander folgende Generationen von Schülern gebrandmarkt werden, so wie man Schafe brandmarkt wenn sie in den Pferch gehen. Er ist kein Curriculum das allzu oft einfach die Maschine ist mit der die Brandmarke den Individuen eingeprägt wird, die in den Schlingen des Systems gefangen sind. Praktisch gesprochen ist er ein Schema einer Reorganisation der Erziehung das die Zwillingsaktivitäten Lehren und Lernen vereint. Wird er intelligent angewandt erzeugt er Bedingungen die es dem Lehrer ermöglichen zu lehren und dem Schüler ermöglichen zu lernen.

Um das Schema anzuwenden ist es nicht notwendig, oder sogar wünschenswert weder die Klassen als Organisationseinheiten in der Schule noch das Curriculum als solches abzuschaffen. Der Dalton Laboratory Plan behält beide bei. Jeder Schüler wird als Mitglied einer Klasse betrachtet und für jede Klasse wird ein maximaler und ein minimaler Lehrplan entworfen. Aber vom Anfang an legt er den ganzen Arbeitsvorschlag in der Gestalt von einem Vertragspensum vor die Schüler. Der Lehrplan ist in Pensen eingeteilt worden und der Schüler akzeptiert die Arbeit die für seine Klasse bestimmt ist als einen Vertrag. Obwohl in höheren Klassen darauf verzichtet wird, können jüngere Kinder einen bestimmten Vertrag unterschreiben, der jedem Einzelnen zurückgegeben wird sobald seine Arbeit erledigt ist:

„Ich ------, Schüler der --- Klasse, verpflichte mich dazu, das --- Pensum zu machen.

Datum und Unterschrift ---------- .“

Da jedes Monat des Jahres seine eigene Arbeit zugewiesen hat, enthält ein Pensum in jeder Klasse die Arbeit für ein ganzes Monat. Bequemlichkeitshalber arrangieren wir die verschiedenen Teile des Lehrplans in Haupt- und Nebenfächer:

HAUPTFÄCHER

NEBENFÄCHER

Mathematik

Musik

Geschichte

Kunstunterricht

Naturwissenschaft

Handarbeiten

Englisch

Hauswirtschaft

Geografie

Zeichnen

Fremdsprachen, etc.

Gymnastik, etc.

 

Die erste Kategorie von Fächern ist nicht wichtiger als die andere, aber sie werden als „Hauptfächer“ eingestuft, weil sie in den meisten Schulen als Grundlage für das Versetzen benutzt werden und die Zulassungsprüfungen für das College es nötig machen, ihnen mehr Zeit zu widmen. Der Wert der Nebenfächer steckt in ihrem großen Einfluss auf den Schüler. Das Studium dieser Fächer erzeugt eine Reaktion auf Schönheit und auch ein größeres Ausdrucksvermögen. Aber wenn in der niedrigeren Schule für Kinder von 8 bis 12 Jahren Fremdsprachen nicht als Grundlage für Versetzung erforderlich sind, sollten sie zu den Nebenfächern für diese Schüler gerechnet werden.

Um die anfängliche Anwendung des Dalton Laboratory Plans zu vereinfachen empfehle ich, dass er zuerst bloß auf die Hauptfächer angewendet werden sollte. Wenn das neue Schema bekannter geworden ist, kann es allmählich auf die Nebenfächer ausgeweitet werden. Nehmen wir als Beispiel eine Schule deren Hauptfächer für Klasse II sind: Mathematik, Naturwissenschaft, Geschichte, Geografie, Englisch und Französisch. Das erste Pensum für einen Schüler aus dieser Klasse wäre ein Block vom Lernstoff dieses Jahres, der einen Monat Arbeit für jedes von den Hauptfächern umfasst. In den Vereinigten Staaten betrachten wir zwanzig Tage als ein Schulmonat. Das Pensum würde also Folgendes enthalten:

ZWANZIG TAGE

Klasse II. Pensum

-------------------------------------------------------------------

1 Monat Französisch

1 Monat  Englisch

1 Monat  Naturw.

1 Monat Mathematik

1 Monat Erdkunde

1 Monat Geschichte

 

Diese Übersicht stellt die erforderliche Menge Arbeit dar und für seine Erfüllung unterschreibt jeder Schüler den Vertrag. Wiewohl die Norm dieselbe ist, sind die Schüler nicht gleich. Weil ihre geistigen Beine ungleich lang sind, ist ihre Lerngeschwindigkeit auch unterschiedlich. Einige brauchen diese zwanzig Tage für ihre Arbeit vielleicht nicht, andere können sie vielleicht in dieser Zeit nicht schaffen. Es ist ein Wesenszug vom Dalton Laboratory Plan dass jeder Schüler im eigenen Tempo vorwärts kommt, denn nur so kann der Lernstoff gründlich erworben werden. Daher soll es jedem Schüler erlaubt sein seine eigene Arbeitsmethode zu organisieren, wie sie ihm am besten vorkommt. Unglücklicherweise können wir am Anfang nicht erwarten, dass diese Schüler wissen wie sie arbeiten sollen, obwohl sie, sobald die neue Methode angewandt wird, allmählich lernen, wie sie sowohl ihre Zeit als auch ihre Arbeit besser und mit größerem Erfolg organisieren können. Aber Zweckmäßigkeit bedeutet Tempo und Tempo erreicht man nur wenn gute Arbeitsgewohnheiten geschaffen worden sind. Es braucht Zeit der Gewohnheit der Abhängigkeit entgegenzuwirken, die im Schüler gezüchtet wird indem man ihm fortwährend sagt was er wie und zu welchem Zeitpunkt tun soll. Dieses System machte einen Diener aus ihm, gelegentlich einen zweckmäßigen Diener, aber immer auf Befehle angewiesen. Und obwohl die Umgestaltung der Schule schnell stattfinden kann, ist die Reaktion des Schülers auf die veränderten Bedingungen nicht immer so schnell. Es ist die Sache des Lehrers dafür zu sorgen dass die Anpassung Fortschritte macht, wie langsam dies auch immer geschieht. Man kann diesen Prozess dadurch unterstützen dass man das aufgeteilte Curriculum klar darstellt und darauf achtet dass der Schüler den ganzen Umfang und die Art der Arbeit, die er zustimmt zu leisten, überblickt. Solange er nicht versteht was von ihm erwartet wird, wird seine Einteilung seiner Zeit mangelhaft sein.

Indem wir ihm seine Aufgabe in der Gestalt eines Vertrags geben, und er sich für dessen Erfüllung verantwortlich weis, verleihen wir der Arbeit Würde und geben ihm das Gefühl, dass er sich für ein bestimmtes Ziel anstrengt. Dieses Gefühl wird noch verstärkt, wenn indem wir ihm unser Vertrauen in seinen Wunsch und sein Vermögen die Arbeit zu leisten bewusst machen. Es darf einem Schüler jedoch nicht erlaubt werden, das Studium eines Hauptfachs über die Grenzen des Monatspensums hinaus fortzusetzen, solange er nicht den Vertrag in jedem Fach erfüllt hat. Es darf ihm nicht gestattet sein, einen höheren Standard als den Klassendurchschnitt in einem oder zwei Fächern anzustreben, um in den restlichen unter diesem zurückzubleiben. Das würde ihm nur die Gelegenheit geben Fortschritte in den schwächeren Fächern zu umgehen, dadurch würde ihm der Wert von zusammenhängenden und lebendigen Fächern entgehen. Die Uniformität von Normen garantiert dass er seine Zeit so einteilt dass sie zum größten Teil dem Überwinden seiner persönlichen Schwächen und Schwierigkeiten gewidmet ist. Der Plan lehrt ihn seine Zeit so einzuteilen dass sie für seine Bedürfnisse reicht und dass er langsam und gründlich vorwärts kommt. Auf diese Weise ist er gut auf jeden nächsten Schritt vorbereitet. Die Zusammenstellung seiner Fächer ist ausgeglichen und seine Bildung wird vollkommen.

Der Umfang von jedem Monatspensum ist ein Teil und zwar ein entscheidender Teil vom Problem des Lehrers. Ein gutes Curriculum soll so ebenmäßig und so gut zusammengesetzt sein dass weder zu viel noch zu wenig im Pensum gefordert wird. In der Grundschule soll nicht mehr gefordert werden als die Schüler leicht mit einer klugen Zeiteinteilung leisten können. Dass ein zehnjähriges Kind alles erlernen soll was ein normales Kind in seinem Alter erlernen kann, ist das Ideal das wir anstreben. Das Studium der Kinderpsychologie ist notwendig wenn wir den Unterricht so umgestalten wollen dass er seinem Vermögen und seinen Bedürfnissen in jedem Alter entspricht.

Wenden wir uns vom Schüler dem Schulgebäude zu, ist es klar dass der Dalton Laboratory Plan die Errichtung von Fachlehrräumen erfordert, einen für jedes Fach im Curriculum, obwohl in Schulen mit einem kleinen Team zwei Fächer in einem Fachlehrraum erlernt werden können. Ein Spezialist in diesem Fach oder diesen Fächern sollte seinen Fachlehrraum verwalten, dessen Verhältnis zu dem Schema ich noch später behandeln werde. Für den Moment möchte ich betonen, dass diese Fachlehrräume der Ort sind wo die Kinder experimentieren – wo sie frei mit ihren Aufgaben beschäftigt sind, nicht Orte wo mit ihnen experimentiert wird.

Die Bibliothek der Schule soll in Übereinstimmung mit dem Lernfach über diese Fachlehrräume verteilt werden . Es ist selbstverständlich wesentlich dass die notwendigen Bücher für jeden Schüler jederzeit erreichbar sind – einen Vorrat Bücher über Physik im Fachlehrraum für Physik, Bücher über Geschichte im Fachlehrraum für Geschichte usw. Was diese Bücher betrifft, ist es gut einige Standardwerke zu haben und die Zahl der Nachschlagwerke möglichst stark zu erhöhen. Habe keine Angst davor Bücher für Erwachsene, die Art von Büchern die man bisher eher zu Hause als in Schulen antrifft, in die Schulbibliothek aufzunehmen. Denk daran, dass kein Buch für ein Kind zu gut geschrieben sein kann um es für den Inhalt zu interessieren. Die trockene Kürze des normalen Schulbuchs, ohne jede literarische Qualität, ist verantwortlich für die Hälfte vom Ekel vor dem Lernen, der so kennzeichnend für die durchschnittlichen Schulbuben oder Schulmädchen ist. Gerade in der Schule sollen unsere künftigen Männer und Frauen in Kontakt gebracht werden mit jenen literarischen Schätzen die das gemeinschaftliche Erbe der Menschheit sind. Selbst wenn man diese bloß als eine Auskunftsquelle betrachtet, kann nichts wertvoller sein für die Entfaltung von der Intelligenz vom Schüler als die Chance die er so bekommt um die unterschiedlichen Ansichten von mehreren Autoren über den Gegenstand den er studiert, miteinander zu vergleichen.

Zu den Hemmungen für wahre Erziehung und für wahren Unterricht die der Dalton Laboratory Plan rücksichtslos abschafft, gehört der Stundenplan. Sogar für den Lehrer ist der Stundenplan ein Schreckensbild. Wie oft habe ich Schulleiter und Schulleiterinnen nicht über die Schwierigkeiten klagen gehört um die Zeit dermaßen einzuteilen dass kein Mitglied der Lehrerschaft meinen würde dass sein spezielles Fachgebiet unterbewertet werden würde! Das Ergebnis ist dass der Stundenplan meistens eher im Interesse der Lehrer als im Interesse der Schüler zusammengesetzt wird. Für die Schüler ist der Stundenplan nichts als ein Fluch. Seine Abschaffung ist der erste Schritt zur Befreiung.

Nehmen wir an, dass in einer bestimmten Schule die Zeit für alle Klassen und Fächer von 9 bis 12 Uhr jeden Morgen dauert. Beim Dalton Plan ist diese dreistündige Periode dem Studium von den Hauptfächern – Erdkunde, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaft, Englisch und Französisch – gewidmet. Bevor sie anfangen ihre Zeit einzuteilen, bittet jeder Schüler seinen Lehrer um Rat, der beim neuen Plan ein Fachspezialist oder Berater geworden ist. Zusammen betrachten sie das Pensum des Schülers, stellen fest welche Fächer seine guten und welche seine schwachen sind. Die Fächer, die ein Kind liebt und gerne macht gehören meistens zu seinen guten Fächern. Die Fächer in denen er schwach ist, sind fast unabänderlich die welche er schwer verstehen und verarbeiten kann, vornehmlich weil er bisher zu wenig Zeit darauf verwenden konnte.

Um deutlich zu sein gebe ich ein Beispiel. Mary Smith ist Schülerin der Klasse II. Wenn sie, mit Hilfe ihres Beraters, ihre Fächer eingeteilt hat, nehmen wir an dass sie in folgende Kategorien fallen:

 

Schwache Fächer

Gute Fächer

Mathematik

Englisch

Französisch

Geschichte

Erdkunde

Naturwissenschaft

 

In Relation zu den drei ihr zur Verfügung stehenden Daltonstunden, können wir ihre individuellen Bedürfnisse mit der folgenden Gleichung darstellen:

DREI STUNDEN IM FACHLEHRRAUM

Mathematik + Französisch (Schwache Fächer) Englisch + Geschichte + Erdkunde + Naturwissenschaft (Gute Fächer)

Weil sie das Pensum akzeptiert hat, muss sie das ganze Pensum überdenken, und da sie schwach in Französisch und Mathematik ist, muss sie genau so viel Zeit auf diese Fächer verwenden wie auf ihre vier guten Fächer. Aber wenn der Stundenplan gelten würde, dürfte Mary, ungeachtet ihrer Schwierigkeiten, nur genau so viel Zeit auf Mathematik und Französisch  verwenden wie die andern Schüler in Klasse II, von denen viele gut in diesen Fächern sind. Gibt es eine noch vollkommenere Verurteilung des Stundenplans als diese einfache Demonstration?

Befreit von der Tyrannei des Stundenplans, wird sich Marys Gleichung ändern wenn sie den Widerwillen gegen diese Fächer, oder ihre Schwäche darin, ablegt. Aber so lange ihr Problem in oben stehender Gleichung ausgedrückt werden kann, sollte sie die Hälfte von den drei zur Verfügung stehenden Stunden täglich auf Mathematik und Französisch verwenden, und nur die verbleibende Hälfte auf die vier übrigen Fächer. Wenn sie besser in Französisch als in Mathematik ist, sollen die anderthalb Stunden demgemäß verteilt werden.

Mary ist jedoch frei in der Wahl in welchem Fach sie zuerst tätig sein möchte und sie geht in den diesbezüglichen Fachlehrraum. Weil sie es selbst in dem Augenblick in dem sie sich mit diesem Fach betätigen möchte gewählt hat, arbeitet sie besser und schneller. Wenn sie im Fachlehrraum ist fängt Mary alleine zu lernen an, aber wenn sie dort andere Schüler aus Klasse II findet, arbeitet sie mit ihnen zusammen. Das ist beim Dalton Plan die Regel im Fachlehrraum. Er verteilt und reduziert die große Klassengruppe und schafft eine kleine Gruppe von tüchtig arbeitenden Schülern, was die Diskussion anregt und sozialen Einfluss ausübt. Der erzieherische Wert von solchen kleinen Gruppen ist sehr Gros indem er eine gute Atmosphäre im Fachlehrraum schafft und Möglichkeiten zur sozialen Anpassung und Erfahrung gibt. Es bietet ein unschätzbar wertvolles Spiel von Geist mit Geist. Da Mary freiwillig in diesen Fachlehrraum gegangen ist und ihn verlassen kann um in einen anderen zu gehen wenn sie Neigung dazu empfindet, treten keine disziplinären Schwierigkeiten auf. Ihr Geist kommt mit ihr herein und geht mit ihr hinaus, das Interesse für das Lernfach beherrscht sie und sie ist völlig auf ihre Arbeit konzentriert. Es wird keine Zeit vergeudet, denn obwohl der allgemeine Stundenplan verschwunden ist, hat Mary, zusammen mit ihrem Berater, einen eigenen Stundenplan entworfen. Das ist sehr wichtig, besonders für jüngere Kinder um ihnen beizubringen mit dem Wert von Zeit umzugehen. Wenn man sie nützt um unsere geistigen und moralischen Bedürfnisse zu befriedigen, nützt man sie am klügsten.

Es ist auch wesentlich, dass Mary genau weiß wie sie mit dem gewählten Fachgebiet vorwärts kommt. Für diesen Zweck habe ich Grafische Darstellungen entworfen, wie zuvor erwähnt. Da es der Mühe wert ist diesem Thema ein Kapitel an sich zu widmen, erwähne ich sie hier nur beiläufig als einen Teil des Fachlehrraums und der Arbeitsweise. Es gibt drei Arten von Graphen. Der Erste verschafft jedem Lehrer und Berater die Mittel um dem individuellen Fortschritt jedes Schülers zu folgen und ihn mit dem anderer Mitglieder der Klasse zu vergleichen. Er ermöglicht auch jedem Schüler selbst seinen Fortschritt mit dem seiner Klassenkameraden zu vergleichen. Aber Mary besitzt auch ihr eigenes Pensumblatt auf dem sie täglich ihren Fortschritt vermerkt. Der dritte Graph zeigt den Fortschritt der ganzen Klasse ebenso wie den individuellen Fortschritt.

Damit der Schüler nie den Überblick über das ganze Pensum verliert, wird der Fortschritt an der Arbeit gemessen, die pro Woche geleistet worden ist. Mary hat sechs Hauptfächer mit vier Wochen Arbeit für jedes Hauptfach. Ihr Pensum umfasst also vierundzwanzig Wochen Arbeit. Auf dem Wochengraph wird sie daher nicht in jedem einzelnen Fach vermerkt sondern es wird Woche für Woche ihr erledigtes Wochenpensum eingetragen.

Auf diese Weise bewältigt ein Schüler stetig , Aufgabe nach Aufgabe, den Lehrplan seiner Klasse. Wenn er in einem Schuljahr von neun oder zehn Monaten wegen Abwesenheit oder Krankheit nur die Arbeit für acht Monaten fertig hat, fängt er im nächsten Schuljahr mit dem Neunten an. Das intelligente Kind kann im Gegenteil vielleicht die Arbeit für achtzehn Monate in bloß einem Jahr leisten. Oft gewinnt das träge, offenbar weniger intelligente Kind an Tempo, jedenfalls eignet es sich den Lernstoff gut und gründlich an, im eigenen, natürlichen Tempo.

 

KAPITEL IV

SEINE ANWENDUNG –
EIN KONKRETES BEISPIEL

 

Der Dalton Laboratory Plan kann für die Reorganisation von jeder beliebigen Schule, mit Ausnahme von Kindergärten oder Schulen für Kinder die noch nicht neun Jahre alt sind angewandt werden. Über dieser Altersgrenze teilen wir in den Vereinigten Staaten die Schulen in Niedrige – Mittlere und Höhere ein. Aber da ich hauptsächlich für britische Leser schreibe, werde ich die Ausdrücke Elementarschule und Sekundarschule in der englischen Bedeutung benutzen wenn ich über englische Schulen rede. In Amerika ist eine Elementarschule eine Niedrige Schule. Sie besteht meist aus vier bis acht Klassen und kann öffentlich oder privat sein, d.h. kostenlos oder kostenpflichtig. Bei uns sind öffentliche Schulen immer kostenlose Schulen die von der öffentlichen Hand bezahlt werden, und nicht, wie im Fall von Eton und Harrow, nur zugänglich für Schüler deren Eltern für ihren Unterricht bezahlen können.

Im Allgemeinen wird der Dalton Plan als Gradmesser verwendet um ein Arbeitsprogramm zu vervollkommnen das bereits für die unterschiedlichen Klassen standardisiert worden ist. Er ist jedoch für eine größere Ausdehnung in Richtung unseres Erziehungsideals empfänglich. So hoffe ich, dass er eines Tages für die Organisation von einem neuen Unternehmen an Stelle der Neugestaltung von einem alten benutzt wird. In diesem Falle könnte er dazu benutzt werden ein freieres Curriculum zu gestalten, das zur Gänze aus Projekten besteht, die die Schüler selbst arrangieren und bei denen die Lehrer als beratende Spezialisten betrachtet werden.

Nun aber beschränke ich mich auf die Anwendung als Zweckmäßigkeitsmaßnahme die sowohl theoretische wie soziale Umgestaltung umfasst. Nun beschränke ich jedoch meine Beobachtungen auf seine Anwendung als Gradmesser (efficiency measure) bezüglich akademischer und sozialer Reorganisation. In diesem Zusammenhang muss ich wieder auf der Notwendigkeit bestehen, in Erinnerung zu behalten, dass mein Plan oder „Way“ nicht nur eine Änderung im Curriculum oder in der Methode enthält, sondern auch eine Änderung im ganzen Leben und Geiste der Schule. Diese Sozialisation der Schule, wie ich es nenne, ist ebenso wesentlich für den Erfolg des Experiments wie sie für die Befreiung des Schülers ist.

Als konkrete Illustration vom dem was ich meine, beschreibe ich die Einführung vom Dalton Laboratory Plan in einer Grundschule und beschäftige mich dabei zuerst mit der theoretischen Seite des Themas. In dieser Schule gab es einhundertundfünfzig Kinder im Alter von neun bis dreizehn Jahre. Es gab fünf Klassen, die vierte bis achte, und dreißig Schüler in jeder Klasse. Es war eine kostenlose, öffentliche Schule. Wenn sie privat und kostenpflichtig gewesen wäre, wären die Klassen bestimmt kleiner gewesen.

Diese fünf Klassen waren in fünf Klassenzimmern untergebracht und jede Klasse hatte einen Klassenlehrer. Mathematik, Geschichte, Geografie, Englisch und Naturwissenschaft wurden als Hauptfächer oder „Werkzeuge des Wissens“ betrachtet und wurden in jeder Klasse unterrichtet. Sie waren die standardisierten Grundlagen, und wurden überdies als Versetzungsgrund betrachtet. Französisch, Musik, Kunstunterricht, Gymnastik, Handarbeiten und Kochen wurden als Nebenfächer betrachtet, aber nach der Übernahme des Plans wurde Französisch Hauptfach. Vor dieser Zeit wurde den Hauptfächern alltäglich viel Aufmerksamkeit in mündlichen Stunden geschenkt, den Nebenfächern mehrere Male pro Woche, während Musik gewissermaßen eine tägliche Aufgabe war, da die Kinder die Schulstunde meistens mit Gesang eröffneten. Praktisch der ganze Morgen war den Fächern der ersten Kategorie gewidmet, während der Nachmittag für die übrigen Fächer reserviert war. Weiters wurden Musik und Kunstunterricht auf Laborbasis aufgenommen und Lehrer wurden nicht mehr für nur zweimal pro Woche sondern mit einer vollen Lehrverpflichtung eingestellt um sie zu unterrichten.

Der Dalton Laboratory Plan war schon einige Zeit diskutiert worden, als der Direktor eines Tages die Lehrerinnen für die fünf Klassen zu einer Konferenz über dieses Thema einlud. Diese Lehrerinnen waren durchschnittliche Lehrerinnen, nicht weniger oder mehr intelligent als die Mehrheit in ihrem Beruf. Ihre Beobachtungen enthüllten einen unterschiedlichen Grad an Unzufriedenheit in der Arbeit mit dem alten System. Mehrere unter ihnen waren darüber einig dass die Forderung, dass jeder Lehrer Experte im Unterrichten von jedem Fach im Curriculum sein sollte, als Ergebnis hatte dass sie sich wie ein Hans Dampf in allen Gassen fühlten und kein einziges Schulfach gründlich beherrschten. Alle gaben zu dass sie fortwährend und oft unüberwindliche Probleme hatten um das Interesse der Schüler in ihren Stunden zu erregen. Viel Unterrichtszeit wurde vergeudet um ihren Widerwillen mit den vorgesehenen Aufgaben des Tages fortzufahren zu besiegen. Eine Lehrerin beschrieb ziemlich pathetisch ihre Bemühungen ihre Stunde zu dramatisieren, in der Hoffnung die Kinder dafür zu interessieren. Nachdem sie in der Bibliothek das Thema recherchiert hatte, nutzte sie oft die Nacht um vorzubereiten, wie sie es auf spannende und aufregende Weise bringen konnte. Ihr Fach war Geschichte und sie erzählte wie sie einmal versucht hatte das Interesse der Kinder mit einem romantischen Bericht über den Krieg zwischen Franzosen und Indianern zu erregen. Aber ihre einzige Belohnung für all diesen Aufwand an Energie war die Bitte eines Kindes um mehr Information über den Nordpol und die Eskimos, was wahrscheinlich durch den Schnee verursacht wurde, der vor den Fenstern der Schule fiel!

Ähnliche Erfahrungen wurden von anderen Lehrerinnen berichtet. Die Unmöglichkeit den Charakter der Stunde und ihre Dauer Schülern anzupassen deren Verarbeitungsvermögen individuell verschieden war, wurde auch von allen Lehrerinnen unisono als Fehler als Systems genannt. Die Stunde war  für den schnellen Schüler meistens zu kurz, für den das Lernfach leicht war und der also alles rasch verstand. Sie dauerte zu lang für das Kind dessen Aufmerksamkeit durch das Fenster entflogen war um etwas zu folgen das es begeisterte. Und sie dauerte viel zu lange für den trägen Schüler der viel Erklärung brauchte und den Lernstoff nur langsam verstand. Sogar diejenigen unter den Lehrerinnen die der Meinung waren dass bei ihnen Disziplin herrschte, mussten zugeben dass sie zwar die Körper ihrer Schüler kontrollieren konnten, dass aber die Seele sich fast immer ihrer Autorität entzog.

Eine Reihe von Fragen des Direktors brachte ans Licht dass jede der Lehrerinnen ein bevorzugtes Fach hatte das sie gerne die ganze Zeit unterrichten würde. Mehrere unter ihnen fügten hinzu dass der Aufwand sie zu lehren bei einer Reihe von Fächern in keinem Verhältnis zum erlangten Ergebnis bei den Schülern stand. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass die fünf Lehrerinnen voller Erleichterung und Freude die Ankündigung aufnahmen, dass das alte unbefriedigende System abgesetzt werden sollte. Ihnen wurde dann mitgeteilt, dass die Schule nach dem Dalton Laboratory Plan reorganisiert werden würde, wobei jede Lehrerin ihre ganze Energie dem Unterricht in ihrem bevorzugten Schulfach und nur diesem widmen könnte. Jedes der ehemaligen Klassenzimmer sollte nun in einen Fachlehrraum umgewandelt werden, in den Schüler aller Klassen kommen würden, um mit Hilfe der Lehrerin die es übernommen hatte dieses eine spezielle Fach zu studieren.

Der nächste Schritt war die Neuverteilung der Schulausrüstung die der Ausführung des neuen Plans voranging. Der ganze geografische Apparatus, wie Bücher, Karten und Globen wurde in einem Klassenzimmer konzentriert. Der Überschuss an Material zu dem was in Zukunft benötigt werden würde, zeigte die Überlegenheit des Dalton Laboratory Plans aus ökonomischer Sicht. Aller Bedarf für das Studium der anderen Fächer wurde gleichfalls in Fachlehrräume transportiert und schließlich wurde die Bibliothek nach demselben Prinzip über die Fachlehrräume verteilt. Es war bereits deutlich, dass der Prozess der Vitalisierung begonnen hatte. Ein neuer Geist schien unter den Lehrerinnen zu sein, der aus ihnen Freundinnen auf einer neuen Ebene statt Rivalinnen machte. Jede Lehrerin erkannte dass sie bald eine feste und sympathische Domäne haben würde, wo ihre Interessen nicht mit denen ihrer Kolleginnen zusammenstoßen würden. Natürlich gab es ein paar Zweifel, ein paar halb ausgesprochene Ängste vor Misserfolg wenn die große Neuerung der Feuerprobe der Praxis unterworfen werden würde. Was würde geschehen, so fragten sich einige, wenn bestimmte Schüler die bekannt waren wegen ihrer Fähigkeit die viel versprechenden Programme der Lehrerinnen scheitern zu lassen, nun versuchen würden auch das neue Programm zu verderben? Aber all diesem Zweifel und den bösen Vorahnungen setzte die Direktorin ihren fröhlichen Optimismus entgegen. Sie glaubte an das Wunder und äußerte sich darüber. Wenn der Plan einmal im Gang war würde der Widerstand des Kindes, davon war sie überzeugt, verschwinden wie der Frost im Juni. „Ändere die Bedingungen“, wiederholte sie, „und du änderst den Druck. Ändere den Druck und du änderst das Produkt“.

Die Tatsache dass in dieser Schule die Entscheidung den Dalton Laboratory Plan einzuführen am Ende des Semesters getroffen wurde, verschaffte die benötigte Zeit um sich sowohl materiell als auch psychologisch darauf vorzubereiten. Als die alten Tische in den Fachlehrräumen umgruppiert wurden, wurden jeweils fünf mit den Vorderseiten aneinander gestellt, um Tische für die einzelnen Klassen zu formen. Um die Anpassung an die neue Organisation zu erleichtern, wurden diese mit 4, 5, 6, 7 und 8 genannt um die verschiedenen Klassen anzuzeigen die sie benutzen würden. Es wurden den Nummern entsprechende, farbige Karten ausgewählt um die verschiedenen Klassen darzustellen und auch individuelle Graphen um den Fortschritt zu kontrollieren. In der Aula wurden 150 Kästchen aufgestellt und nummeriert in denen jeder Schüler diverse Dinge aufbewahren konnte die sich bisher in seinem Bankfach angesammelt hatten. Schließlich stellte die Zeichenlehrerin jeder ihrer Kolleginnen eine Karte  zur Verfügung, die an der Tür jedes Fachlehrraums befestigt wurde für die Tür um das Lernfach anzuzeigen. Draußen wurde eine Anschlagtafel für die Klassenpensen aufgehängt, im Fachlehrraum gab es eine ähnliche Tafel für die Laborgraphen. Der Umbau eines Lagerraums zu einem Lehrerzimmer – das es bisher gar nicht gegeben hatte – mit einer eigenen Anschlagtafel vollendete den Umbau.

Das folgende einfache Diagramm zeigt was die Umstellung von einer Lehrerin mit vielen Fächern auf eine Lehrerin mit nur einem Schulfach für die Lehrerschaft bedeutete:

Miss A:

4. Klasse Math;

5. Klasse Math;

6. Klasse Math;

7. Klasse Math:

8. Klasse Math

Miss B:

4. Klasse Eng.;

5. Klasse Eng.;

6. Klasse Eng.;

7. Klasse Eng.;

8. Klasse Eng.

Miss C:

4. Klasse Gesch;

5. Klasse Gesch;

6. Klasse Gesch;

7. Klasse Gesch;

8. Klasse Gesch

Miss D:

4. Klasse Geog.;

5. Klasse Geog;

6. Klasse Geog;

7. KLasse Geog;

8. Klasse Geog

Miss E:

4. Klasse Natw.;

5. Klasse Natw;

6. Klasse Natw;

7. Klasse Natw;

8. Klasse Natw.

 

In Bezug auf die wichtige Frage was jedes Pensum umfassen sollte wurde die Durchschnittsleistung von jeder Klasse sorgfältig betrachtet um die Menge Arbeit zu bestimmen die von den Schülern aus diesen fünf Klassen für einen Schulmonat von zwanzig Tagen verlangt werden sollte. Diese Untersuchung zeigte die Riesenmenge an Arbeit und die Lehrerinnen erkannten wie „überladen“ die Pensen waren. Man entschloss sich dann dazu diese stark zu reduzieren. Wenn eine Arbeit in einem Fachgebiet auch für ein anderes Fachgebiet gelten konnte, wurde das im Pensum erwähnt. Inhaltliche Kürzungen reduzierten den Stoffumfang. Wenn die Pensen erfüllt waren wurden sie an farbigen Karten befestigt, die der Farbe der jeweiligen Klasse entsprachen und an die Anschlagtafeln außerhalb der Fachlehrräume gehängt. Außerhalb des Fachlehrraums für Geschichte wurden alle Geschichtspensen für die fünf Klassen aufgehängt, usw. An die Anschlagtafeln in den Fachlehrräumen wurden entsprechend gefärbte Laborgraphen gehängt um den individuellen Fortschritt festzuhalten.

Jede Lehrerin bekam eine detaillierte Darstellung des Dalton Laboratory Plans um diese während der Ferien zu studieren. Als die Schüler zu Beginn des folgenden Semesters zusammenkamen, erklärte ihnen die Direktorin auf einfache Weise die Änderungen in der Organisation ihrer Arbeit und zeigte ihnen wie die Pensenkarten und Vermerkkarten benutzt werden sollten. Es wurde ihnen mitgeteilt dass der Stundenplan und die Schulglocke abgeschafft worden waren, dass es ihnen fortan freistand jeden Fachlehrraum ruhig ohne Erlaubnis zu betreten und dort solange sie wollten an einem beliebigen Fach zu arbeiten. Die drei Stunden, von 9 bis 12 Uhr, wurden nun ihre eigene Zeit und sie waren individuell verantwortlich für die Benutzung dieser Stunden. Sie konnte nach den Schwierigkeiten die jedes Fachgebiet für jeden einzelnen Schüler darstellte eingeteilt werden. Es wurde erklärt dass ihre Fortschritte bezüglich der Erfüllung des Pensums kontrolliert werden würde und dass auch beurteilt würde, wie sie mit der neuen Aufgabe zurechtkamen. Um 12 Uhr sollte die vierte Klasse zu Fräulein A. in den Fachlehrraum für Mathematik gehen. Sie würde ihnen dann und künftig einmal pro Woche eine mündliche Stunde in Mathematik geben. Die fünfte Klasse sollte zu Fräulein B., die sechste zu Fräulein C., die siebente zu Fräulein D. und die achte zu Fräulein E. gehen. Dieser erste Auftrag für eine mündliche Stunde fing für jede Klasse mit der Fachlehrerin an, die auch als Beraterin für eine bestimmte Klasse fungierte.  Die sozialen und ethischen Aspekte vom Dalton Laboratory Plan wurden bei dieser Gelegenheit nicht erwähnt. Diese Seite der neuen Methode wurde zuerst mit den Eltern und anschließend mit den Schülern selbst besprochen.

Obwohl die Kinder die Sache anfangs ein wenig unübersichtlich fanden, zeigten sie sofort deutlich Interesse für das neue Schema. Um seine Einführung an diesem ersten Morgen zu unterstützen, wies die Direktorin den verschiedenen Fachlehrräumen Gruppen zu. Weil jede Klasse aus dreißig Schülern bestand, schickte sie je sechs Schüler aus jeder Klasse, das machte insgesamt dreißig, zu jedem Fachlehrraum für weitere Erklärungen, die die Lehrerin die auf sie wartete erteilen würde.

Was im Fachlehrraum von Fräulein D. geschah ist kennzeichnend für die Geschehnisse in allen andern Fachlehrräumen an diesem Morgen. Jede Gruppe wurde einzeln um die aufgestellten Tische gruppiert, die für jede Klasse da standen. Die Klassenpensen von der Anschlagtafel außerhalb des Fachlehrraums wurden auf die Gruppen verteilt wobei ein Schüler sie ruhig den anderen vorlas. Fräulein D. ging von einer Gruppe zur anderen, gab Hinweise und leistete Hilfe. Danach wurden Schulhefte ausgeteilt, eines für jedes Schulfach, die entweder im Fachlehrraum zurückbleiben oder im Kästchen aufbewahrt werden sollten. Nachdem das Pensum vorgelesen worden war wurden Kopien davon für den Gebrauch jeder einzelnen Gruppe verteilt, mit dem Auftrag sie in einer Mappe auf den Tischen zurückzulassen. Nun kam der Augenblick in dem sie den Auftrag bekamen mit der Arbeit anzufangen. Wenn sie Hilfe brauchten, sollten sie entweder mit einem Mitglied der Gruppe oder mit der Lehrerin sprechen. Ohne Kommunikation wären tief gehende Gespräche und gegenseitiger Gedankenaustausch unmöglich gewesen. Der Fachlehrraum wäre nur ein Studierraum gewesen und keine interagierende stimulierende Gemeinschaft. Wenn ein Schüler mit einem Teil des Pensums für die erste Woche fertig war, wurde ihm gesagt dass er den Fachlehrraum verlassen durfte und in einen anderen seiner Wahl gehen konnte, nachdem er die Menge der Arbeit die er geleistet hatte, auf seiner Vermerkkarte und auf der Klassentabelle eingetragen hatte.

In weniger als zwanzig Minuten hatten die Schüler die Struktur der Organisationsform verstanden und mit dem Studium begonnen. Da sich jeder in das Fach vertiefte wurde es im Klassenzimmer fast ruhig, oder, wie Fräulein D. später sagte: „Man spürte dass eine Atmosphäre von echter, zufriedener Arbeit entstand“. Im Laufe des Morgens war ein Schüler nach dem andern mit einem Teil der Arbeit fertig und Fräulein D. fragte ihn wohin er jetzt gehen wolle. Diese Frage war nur an diesem ersten Morgen nötig, um sicher zu gehen dass sich der Schüler wirklich für ein Schulfach entschieden hatte, mit dem er sich danach beschäftigen wolle, und um ihm Halt und Ermutigung zu geben. Wenn er zweifelte wurde er gebeten noch eine Weile im Klassenzimmer zu bleiben, bis er einen echten Entschluss gefasst hatte. Als Schüler aus anderen Fachlehrräumen herein kamen, begrüßte Fräulein D. sie wie man einen Gast begrüßt, denn es ist wesentlich jedes Gefühl von Zwang oder Verlegenheit zu beseitigen. Glücklicherweise waren das alte Piesacken und Hetzen und die mürrische Widerspenstigkeit schon verschwunden.

Um 12 Uhr ging jede Klasse, wie vereinbart, in das für sie bestimmte Klassenzimmer, wo die Lehrerin ihnen eine Lektion von 45 Minuten über ein Thema aus ihrem Fachgebiet gab und teilte den wöchentlichen Plan dieser Stunden aus in denen jeden Tag ein anderes Fach unterrichtet werden sollte. Diese Lektionen wurden nun „Konferenzen“ genannt, weil die ganze Klasse, die in einzelnen Fachlehrräumen gearbeitet hatte, einzeln oder in kleinen, freiwilligen Gruppen, nun zusammentrat um über Probleme im Pensum zu reden. Bei diesen „Konferenzen“ verglichen sie ihren Fortschritt, brachten ihre speziellen Schwierigkeiten zur Sprache, diskutierten sie und halfen dabei die Probleme ihrer Mitschüler zu lösen. Der größte Scharfsinn wurde bei diesen Treffen gezeigt. Die Diskussionen waren einzigartig und wirklich hilfreich für alle Beteiligten. Jede Konferenz war sozial weil die Schule selbst durch den Plan zu einer Gemeinschaft geworden war.

Die Fachinspektorinnen welche die Schule wöchentlich besuchten zeigten großes Interesse am Wirken des neuen Plans. Es ermöglichte einer Inspektorin die Schule zu jeder Zeit am Morgen zu besuchen und in ihrem Fachlehrraum das Studium in vollem Gange zu beobachten. Indem sie die Pensen betrachtete, konnte sie leicht den Fachstoff überprüfen. Anstatt viel Zeit auf das Beraten der Lehrerinnen zu verwenden wie sie ihre Klassen disziplinieren und kontrollieren sollten, ermöglichte es der Dalton Arbeitsplan, die Arbeit zusammen mit anderen Inspektorinnen und Lehrerinnen zu besprechen und zu koordinieren. Gleichfalls konnte ein einziger Bibliothekar nur wenige Tage pro Monat in einer einzigen Schule verbringen und von Fachlehrraum zu Fachlehrraum gehen um für die Pflege und den Verleih der Bücher zu sorgen.

Die folgenden Morgen, Wochen und Monate trugen nur dazu bei den Erfolg mit dem ersten Versuch mit der neuen Organisationsform zu bestätigen. Und allmählich wurde das Lernen unter ihrem Einfluss genau so angenehm wie das Spiel.

 

KAPITEL V

PENSEN – WIE MACHT MAN DIE?

 

Es ist nicht zu viel gesagt, dass der Dalton Laboratory Plan vom Pensum abhängt, denn die erfolgreiche Anwendung des neuen Plans ist stark vom Ausmaß an Gewandtheit und Verständnis beim Zusammensetzen des Pensums abhängig. Seine Bedeutung wird richtig eingeschätzt wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass der Schüler nur durch jedes einzelne Pensum einen völligen Überblick über die Arbeit, die von ihm erwartet wird bekommen kann. Zusammen betrachtet stellen sie eine Übersicht der Arbeit in allen Unterteilungen dar.

Obwohl die Anpassung der Arbeit an die Kapazitäten der Schüler immer das Hauptproblem des Lehrers bildete, hat man dieser Frage aus dem Gesichtspunkt des individuellen Schülers bisher nicht hinreichend Aufmerksamkeit geschenkt. Allzu oft hat die aufgegebene Arbeit nur das Studium von einer gewissen Zahl Seiten im Lehrbuch oder Handbuch gefordert. Und oft wurde diese Anforderung dem Schüler am Stundenende hingeworfen, nachdem seine Aufmerksamkeit durch die Glocke schon auf ein anderes Fach gelenkt worden war. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, dass das Kind die genaue Bedeutung des eilig zusammen geflickten Pensums, ja selbst seine Verbindung zum betreffenden Fach nicht versteht.

Die erste Bedingung für ein gutes Pensum ist, dass es nicht mündlich sondern schriftlich festgehalten, , klar formuliert und so entworfen ist, dass es dem Schüler zeigt wohin es ihn führt. Beim Entwerfen soll sich die Lehrerin von dem Gedanken befreien, dass sie einen Plan für sich selbst entwirft. Was benötigt wird, ist ein Plan den die Schüler als Führer bei ihrem Angriff auf ihr Pensum benutzen können. Ein gutes Pensum repräsentiert einen Teil der ganzen Aufgabe und ist vom Gesichtspunkt der Schüler entworfen worden.

Wenig Kinder, egal welchen Alters, wissen instinktiv wie sie zu arbeiten haben. Da es das Hauptziel des Dalton Laboratory Plans ist sie dies zu lehren, soll der Lehrer am Anfang acht geben, um nicht zu viel zu fordern. Vielseitigkeit, Erfindungsgabe und allgemeine Effizienz werden besser entwickelt, wenn das ganze Pensum zu den geistigen Kapazitäten des Durchschnittsschülers passt. Keinesfalls darf es seine Fähigkeit übersteigen es als Ganzes zu verstehen. Es muss ihm möglich sein, es zu verstehen, bevor er seine Zeit klug einteilen und mit einer konsequenten Ausführung beginnen kann. Nur die Aufgabe die er bewältigen kann reizt das Wachstum seines Interesses, und letztendlich seiner schöpferischen Kräfte an.

In Fällen wo Erfahrung einen deutlichen Unterschied in der Intelligenz zwischen Schülern gleichen Alters und derselben Klasse gezeigt hat, ist es manchmal gut das Pensum zu verändern um es für, sagen wir, drei unterschiedliche Kategorien erreichbar zu machen. Das Minimumpensum erfordert nur das Wesentliche der notwendigen Kenntnisse und seine Erfüllung darf die am wenigsten begabten Schüler in der Klasse nicht zu schwer belasten. Das Pensum von mittlerer Schwierigkeit kann man der nächsten Gruppe von massig intelligenten Kindern geben. Und das Maximumpensum ist für die besten Schüler bestimmt. Wenn der Einzelne Fortschritte macht oder sich intellektuell entwickelt, was ein allgemeines Phänomen ist nachdem der Dalton Laboratory Plan schon einige Zeit in Anwendung ist, könnte er von der Minimum- in die Maximumgruppe versetzt werden. Aber man sollte nie vergessen dass Uniformität keineswegs ein Synonym für Fortschritt ist.

Am Anfang gibt ein Monatspensum dem Schüler ausreichend Perspektive, aber selbst dieses soll in Wochenpensen eingeteilt werden, sodass der Schüler seinen eigenen Fortschritt vermerken kann, wenn er – Schritt für Schritt – vorwärts kommt. Indem er das tut, bekommt er Genugtuung durch die Menge an Leistung und wird zu neuen Anstrengungen ermutigt. Aber dazu muss ein Pensum wie ein Lehrplan zusammengesetzt sein, wobei nicht nur erwähnt wird was gelernt werden soll, sondern es auch nützliche Hinweise und Listen von bestimmten Fragen enthält, die zu beantworten sind.

Diese hilfreichen Hinweise, oder wie ich sie lieber nenne „interest pockets (Denkanreize.) sollen ein Wesenszug des Pensums sein. Hier kommt das Wissen der Lehrerin über die Psychologie jedes Schülers ins Spiel. Sie muss, wenn sie ihr Pensum entwirft, auf die speziellen Bedürfnisse und den Geschmack jedes Kindes in ihrer Klasse Acht geben. Das ist notwendig um „interest pockets“ zu ersinnen. Sie soll nicht in gebieterischem Tone schreiben wie zum Beispiel „Lies dieses oder jenes Nachschlagewerk“, denn das Interesse vom Schüler entsteht wenn es wie folgt formuliert ist:   “du wirst sehen dass dieses oder jenes Nachschlagewerk für dich nützlich ist“. So eine Formulierung erregt die Aufmerksamkeit des Kindes und somit machen solche „interest pockets“ das Pensum lebendig. Das Pensum soll nicht zu viel sagen sondern soll zu Nachforschung anregen.

Ein so hergestelltes Pensum könnte fast als Teamlehrer dienen. Es ist gut Punkte anzuzeigen bei denen Rücksprache mit der Lehrerin empfehlenswert ist, wie z.B. bei einem Mathematikpensum könnten die Worte:“ Wenn du mit den Aufgaben fertig bist, komm zu mir und ich erkläre dir die nächste Regel bevor du weitergehst“ hinzugefügt werden. Ein Schüler schätzt jeden Hinweis der seinen Fortschritt erleichtert. Wir dürfen nicht die Arbeit statt ihm erledigen, aber es ist notwendig ihn bei seinen Anstrengungen zu inspirieren und ihm über einen schwierigen Teil des Weges zu helfen. Das Ideal, das erreicht werden soll ist, den Schüler spüren zu lassen, dass die Lehrerin Interesse für seinen Fortschritt hegt ohne dass er von ihr abhängig wird. Die Einführung solcher „interest pockets“ in den Pensen sind für das Erreichen dieser Beziehung sehr nützlich.

Aber diese Beziehung zwischen Lehrerin und Schüler soll nicht auf eine Klasse beschränkt bleiben. Es ist notwendig dass es in der Schule dieselbe Sympathie und Interaktion zwischen den Lehrerinnen als auch zwischen den Schülern gibt. Ohne sie, kann der Zusammenhang von Schulfächern beim Erstellen des Pensums nicht erreicht werden. In allen Schulen existiert bei jeder Lehrerin die Neigung zu glauben, dass ihr Fach von äußerster Wichtigkeit im Lehrplan ist. In ihrem Wunsch dem gerecht zu werden neigt sie dazu, Zeit die anderen Fächern gewidmet sein sollte zu beschlagnahmen. Eine zufrieden stellende Anpassung von allen Fächern in einem Pensum kann nur erreicht werden wenn alle Lehrerinnen bereit sind ihre gesamten Kenntnisse über die Psychologie der Schüler und ihre gesamten Beobachtungen von den Interessen und Fähigkeiten jedes Kindes zusammenzufügen. Dazu sollten die vorgeschlagenen Pensen zum Nutzen und zur Diskussion für das Team ausgehängt werden, wenigstens eine Woche bevor sie auf den Anschlagtafeln der Schüler befestigt werden. Auf diese Weise können die Lehrerinnen vernünftig zusammenarbeiten wenn sie die Menge an Arbeit für jedes Fach anpassen und verringern. Auf diese Weise werden Pensen zu Aufgaben, die vom ganzen Team geteilt und gelöst werden.

Zum Wohl der ganzen Schule ist es wesentlich, dass das komplette Arbeitsschema als eine Synthese betrachtet wird. Eine Untersuchung des Penseninhalts wird zeigen wie die Arbeit für jedes Fach in Verbindung mit andern gebracht werden kann. Wenn z.B. ein besonders interessantes Thema als Aufgabe für Naturwissenschaften oder Geschichte erwähnt wird, könnte der Englischlehrer darin gutes Material für einen Aufsatz, eine Debatte oder ein Referat finden. Es gehört zur Domäne der Direktorin zu betonen, dass die Stellung, die den speziellen Fächer jeder Lehrerin im Pensum gegeben wird, von einer neuen Darstellung dieses Fachs für die anderen Lehrerinnen und von dem Ausmaß an Kooperation in seiner Entwicklung abhängig ist.

Dieser Aspekt des Pensums ist so wesentlich, dass ich ihn durch ein konkretes Beispiel erläutern werde. Nehmen wir z.B. das Fach Kunst. Die Kunstabteilung gehört zur ganzen Schule, nicht nur zur Kunstlehrerin, die einfach diese Verantwortung für das Team übernimmt. Wenn Kunst nur Arbeit im Zeichensaal bedeutet, die man nur bei der alljährlichen Ausstellung sieht, ist sie eine tote Sache. Sie kann nur zu einem lebendigen Einfluss gemacht werden wenn sie jedes Fach durchdringt und ihm dient. Um dies zu erreichen muss sich die Kunstlehrerin sowohl das Interesse ihrer Kolleginnen an ihrem Fach als auch das ihrer Schüler sichern. Letztere darum zu bitten einen Großteil ihrer Zeit irgendeinem speziellen Fach einfach auf Grund seines hohen Werts zu widmen, ist Zeitverschwendung. Bessere Ergebnisse werden erzielt, wenn sich jede Lehrerin vergegenwärtigt, dass sie ihr Fach ins allgemeine Schema einpassen muss, sodass es den Bedürfnissen des Ganzen dient. Sie muss versuchen ihre Kolleginnen dazu zu bringen, ihre Fächer mit dem ihren zu verbinden. Man darf auch nicht vergessen, dass es die Lehrerinnen und nicht die Schüler sind, die für Änderungen im Lehrplan und für den Zusammenhang der Fächer in den Pensen verantwortlich sind. Änderungen in der Haltung und Wertschätzung der Schüler sind das Maß ihres Erfolgs.

Die Weise wie wir die Sache in the Children's University School (die Daltonschule in New York, Leiterin Helen Parkhurst selber - Anmerkung des Übersetzers) angefasst haben ist in diesem Zusammenhang eine Erwähnung wert. Da verlangt die Geografielehrerin spezielle Hefte, die im Zeichensaal hergestellt werden. Notizhefte sind nicht das Endziel von Zeichnen, aber ein kunstvolles Heft ist ein Mittel das von der Geografielehrerin geschätzt wird und über die Grenzen des Kunstunterrichts hinausgeht. Angenommen die Leiterin dieser Abteilung beschäftigt sich mit einem Gegenstand des Hausschmucks. Sie schickt ihre Schüler in den Werkraum, damit sie dort den notwendigen handwerklichen Teil der Aufgabe erledigen. Wenn das Handwerksstück fertig ist, wird es ins Klassenzimmer zurückgebracht. Der Einfluss einer solchen Zusammenarbeit ist wertvoll in dem Sinne, dass sie die Ziele von allen Fächern vereint. Aber eine solche Zusammenarbeit ist nur möglich nachdem eine Einigung zwischen allen Abteilungsleitern erreicht worden ist. Wenn die Zeichenlehrerin weis welche Arbeit für Geografie und andere Fächer im Pensum vorgesehen ist, kann sie ihre Aufgaben damit in Übereinstimmung bringen. Sie kann mit dem Medium Heft beginnen, aber wenn das schön aussieht, erstrahlt dieser Abschnitt in einem besonderen Licht in den Köpfen der Kinder und auf diese Weise wird Kunst allmählich zu einem Faktor in ihrem Leben. Wiederum, wenn das Sonnensystem bei Geografie aufs Tapet kommt, kann der Mathematiklehrer es benutzen um Probleme der Mathematik und Algebra zu erhellen, während der Zeichenlehrer die Aufmerksamkeit auf schöne Himmelskarten lenkt, die in den städtischen Museen zu sehen sind. Im Prinzip findet man in jedem nützlichen Ding Schönheit. In der Children’s University School dienen die Fächer der Musik- und Zeichenlehrerinnen den Bedürfnissen der anderen Fächer und Musik und Kunst drangen in jedes Klassenzimmer als lebendige Kraft ein. Demzufolge haben Musik und Kunst dieselbe Wertigkeit wie jedes andere Fach und es wird ihnen die gleiche Zeit zugestanden. Wir haben erfahren, dass Schönheit jedes Fach in das sie eingebracht wird, neu belebt.

Jede Klassenlehrerin sollte daher mit Kopien aller Pensen ihrer Klasse versehen werden, sodass sie die ganze Arbeit überblicken kann wenn sie jeden Schüler über die beste Methode wie er sein Wochenpensum angehen kann, berät. Was diese Wochenpensen betrifft, ist es vielleicht nicht notwendig das Monatspensum für ältere Schüler an der Universität oder für Schüler der letzten zwei Jahre einer Sekundarschule in Wochenpensen zu unterteilen. Ich empfehle jedoch bei der Einführung des Dalton Laboratory Plans allen Schülern, ungeachtet deren Alters, dadurch zu helfen dass man ihnen Wochenpensen gibt. Schüler, die daran gewöhnt sind dass sie all ihre Arbeit in vorgekauten, mündlichen Stunden verabreicht bekommen, werden anfangs Schwierigkeiten haben, an das Pensum als Ganzes zu denken.

Die allgemeine Gewohnheit nur von Tag zu Tag zu lernen, intellektuell von der Hand in den Mund zu leben, kann man nicht so leicht loswerden. Um sich stattdessen auf die Organisation ihrer Arbeit und ihre Zeiteinteilung zu konzentrieren, erfordert große Anstrengung und Ausdauer. Sie werden allmählich lernen sich selbst zu sagen: „Wo bin ich schwach und was muss ich tun um mich in diesem oder jenem Fach zu vervollkommnen?“ statt „Wieviel von dieser Aufgabe muss ich erledigen um Vorwürfen zu entkommen?“. Die Änderung impliziert eine völlige Änderung in der Arbeitshaltung und oft in der Einstellung zum Lehrer. Schüler, deren Ziel es ist so wenig wie möglich zu arbeiten, analysieren erstaunlich schnell die Psychologie der verschiedenen Lehrer. Sie wissen instinktiv genau welche Lehrer anspruchsvoll und welche leichter zufrieden zu stellen sind. Aber an die Arbeit im Sinne von Miss A. oder Miss B. zu denken ist natürlich für den Fortschritt des Schülers in jeder Richtung verhängnisvoll. Moralisch gesehen besteht darin eine große Gefahr, denn es verführt die gewissenhafte Lehrerin dazu den Schüler voranzutreiben und je mehr sie versucht ihn mit Kenntnissen zu füttern, desto weniger ist er bereit sie sich durch eigene Anstrengung anzueignen, es mit eigener Anstrengung zu verdauen. Tatsächlich ist es so, dass je mehr sie ihn belehrt, er umso weniger lernt.

Beim Aufsetzen der Pensen müssen verschiedene Fächer natürlich auf verschiedene Weise behandelt werden. Bestimmte Punkte sollten jedoch, ungeachtet des Faches immer herausgestrichen werden. Wenn wir erreichen wollen, dass der Schüler selbst schürft und gräbt, müssen wir ihm das dafür notwendige Werkzeug geben. Lehrer sollen sich dagegen wappnen, ihren Anteil  an den zehn oder weniger unterschiedlichen Pensen auf zehn verschiedene Arten zu organisieren, denn man kann nicht vom Schüler erwarten, dass er sein Pensum als ein Ganzes betrachtet, solange nicht alle Teile so zusammenhängen dass es ihm wirklich wie ein Problem erscheint. Mangel an Zusammenarbeit zwischen den zehn verschiedenen Lehrern beim Erstellen eines konsistenten Pensensystems ist genauso schädlich für den Geist und die Energie Kindes wie zehn Bauunternehmer die an einem Gebäude arbeiten ohne auf den Entwurf des Architekten zu achten. Der Entwurf ist für das Erstellen eines Pensums ebenso wesentlich wie für den Bau eines Hauses.

Die folgenden Skizze, die Dinge vorschlägt, die in einem Pensum enthalten sein sollten, kann sich als nützlich erweisen, sei es bei Monatspensen mit einer Unterteilung in Wochenpensen für jüngere Kinder, sei es ohne diese Unterteilung Schüler ältere und weiter fortgeschrittene Schüler.

 

FACH

          ( Klasse)                                        (Pensennummer)

Vorwort zum Monatspensum

Erste Woche

1. Thema

2. Aufgaben

3. Schriftliche Arbeit

4. Gedächtnisübung

5. Gespräche oder mündliche Stunden

6. Nachschlagewerke

7. Äquivalente

8. Mitteilungsbrett lesen

9. fachliche Überschneidungen

In die zweite, dritte und vierte Woche können einige oder alle von diesen Punkten inkludiert werden. Auf jeden Fall müssen alle beachtet werden, weil jede Unterteilung ein selbstständiges Ganzes und auch ein Teil vom ganzen Monatspensum sein soll. Ein fixes Verfahren mit, wenn möglich, gleichförmigen Überschriften usw. ist wünschenswert. Die Zahl der Pensen wird natürlich durch die Zahl der Schulmonate bestimmt, z.B.:

Klasse            Fach                  Pensum

II              Geografie               3

Diese Punkte brauchen ein wenig Erläuterung für die unerfahrenen Lehrer.

Vorwort. Dies sollte eine einfache Erklärung in wenigen Sätzen sein, um das Pensum vorzustellen. Vor allen sollte das Vorwort ein „interest pocket“ (Denkanstoß) sein.

Thema. Mit diesem Ausdruck meine ich Phasen oder Aspekte eines Fachs. Nehmen wir an, das Fach ist Geografie, das Thema könnte „China“, „Erdöl“ oder „Die Friedenskonferenz“ sein. Jungen Kindern sollte immer ein Thema geboten werden. Es sorgt für einen zentralen Gedanken der entwickelt werden kann.

Aufgaben. Dieses Wort kann eine Vielzahl von Dingen bedeuten. Wir können Aufgaben stellen wie Karten zeichnen, Messungen schätzen, Wege vorzeichnen oder Bilder studieren, wenn ein bestimmtes Ziel erreicht oder eine bestimmte Reaktion erregt werden soll. Aufgaben können auch enthalten: Beispiele oder Thesen die ausarbeitet werden sollen, Übersetzungen, Transpositionen oder Themen in Musik, eine Schablone oder Holzschnitt in Werken, Experimente in Physik oder eine fixe Schulung um einen gewissen Punkt festzustellen oder eine Regel zu illustrieren.

Schriftliche Aufgaben. Unter dieser Überschrift sollte alle schriftlichen Aufgaben mit dem Abgabedatum aufgelistet werden. Dies bezieht sich auf schriftliche Arbeiten in Heften oder sonst wo.

Gedächtnisaufgaben. Diese Überschrift umfasst Gedichte auswendig lernen, Regeln oder Tabellen, Verben oder Lieder, Thesen, Verträge, Präambeln usw.

Gespräche. Hier sollte man das Datum an dem spezielle Themen in der Stunde diskutiert werden, erwähnen sodass sich die Schüler auf solche Diskussionen in Eigenverantwortung vorbereiten und ihre Beiträge zeigen können, usw.

Quellen. Unter dieser Überschrift müssen die Titel und, wenn das Pensum umfangreich ist, die Seiten von allen Nachschlagewerken oder Zeitschriftenartikeln erwähnt werden mit Hinweisen wo man solche Bücher finden kann.

Äquivalente. Hier ist es wesentlich einem Schüler zu zeigen wie er seinen Fortschritt auf der eigenen Pensengraph vermerken kann, denn sie ist ein Bild von seinen Leistungen und ein Kompass ist, der ihm ermöglicht seine Bedürfnisse zu entdecken und zu befriedigen. Sein „Graph“ sollte von einem Fachlehrraum in den anderen und auch zu allen Klassengesprächen mitgenommen werden.

Es ist seine Eintrittskarte und darauf sollte täglich genau vermerkt werden wie es vorangeht. ist das psychologische Abbild seiner Arbeit. Außer zu seltenen Gelegenheiten erledigt er nicht die gesamte Monatsarbeit oder sogar Wochenarbeit in einer Sitzung. Also wenn in einem bestimmten Wochenpensum Grammatik, Übersetzung und mündliche Arbeit erfordert wird, z.B. in einer Fremdsprache, sollte ein Zeitmaß festgesetzt werden. Grammatik könnte als zwei Tage Arbeit oder Arbeitseinheiten gelten, Übersetzen als zwei Tage Arbeit und Lesen als einen Tag Arbeit. Bei einem Monatspensum, wenn das Fach Englisch ist, könnte sein Bericht vom betreffenden Buch für das Lesen, eine Woche Arbeit, und für den schriftlichen Teil als drei Wochen Arbeit gelten.

Mitteilungsbrett lesen. Dieser Punkt sollte immer erwähnt werden, wenn im Fachlehrraum Karten oder Bilder an das Mitteilungsbrett geheftet sind, die die Schüler im Zusammenhang mit einer speziellen Phase des Faches studieren sollen oder wenn erwartet wird, dass Schüler zu der ausgestellten Sammlung beitragen.

fachliche Überschneidungen. Weil ich dies schon erwähnt habe, reicht es hier zu wiederholen, dass Aufgaben in einem Fach gekürzt werden können, wenn eine Arbeit aus irgendeinem Fach auch in einem anderen verwandten Fach gelten kann. Wenn z.B. ein Bericht für Physik in so gutem Englisch geschrieben ist um als englischer Aufsatz akzeptiert zu werden und dann wird das Pensum für Englisch verhältnismäßig reduziert. Wann immer Arbeit angerechnet wird, sollte das im Pensum erwähnt werden.

Die Überschriften Aufgaben, schriftliche Aufgaben und Gedächtnisaufgaben bezeichnen Dinge, die eng miteinander verwandt sind. Die Aufgabe mag manchmal tatsächlich eine Gedächtnisaufgabe sein und in andern Fällen kann die Gedächtnisaufgabe die eigentliche Aufgabe ergänzen. In Englisch kann ein geschriebener Bericht die gestellte Aufgabe sein, während in Physik ein Experiment die Aufgabe bildet wobei der geschriebene Bericht darüber noch hinzukommt. Wenn eine schriftliche Arbeit nicht als Aufgabe gefordert wird, sondern um eine Aufgabe in Worte zu fassen, sollte dies unter der Überschrift „Schriftliche Aufgaben“ genannt werden.

Aber die eigentliche Hauptsache beim Erstellen eines Pensums, die man im Auge behalten muss ist, dass es dem Schüler deutlich zeigen soll was seine Aufgabe wirklich ist. Es muss ihm deutlich gesagt werden, was von ihm erwartet wird und welchen Schwierigkeiten er bei der Erledigung dessen vermutlich begegnen wird. Ich hoffe dass die künftigen Pädagogischen Akademien spezialisierte Fachleute ausbilden werden für die alles das einleuchtend ist. Um Erfolg in der Ausbildung von wirklich wertvollen Lehrern für unsere Schulen zu haben, muss man die kulturellen Hintergrund und die kulturellen Bedürfnisse der Lehrer berücksichtigen. Hinreichende Ausbildung in Psychologie um es den Lehrern zu ermöglichen, die Natur des Kindes, seine geistigen Prozesse und deren Entwicklung zu verstehen, muss auch ein wesentlicher Teil ihrer Ausrüstung sein. Bei Spezialisten müssen auch Möglichkeiten für eine intensive Ausbildung im gesamten Fachgebiet geschaffen werden.

Für die Lehrerin, die den Charakter und die Bedürfnisse der Mädchen und Knaben schätzt und die das menschliche Material, das ihr anvertraut wurde, zu ihrem Hauptstudium macht, bedeutet die Umgestaltung der Schule nach dem Dalton Laboratory Plan keine Schwierigkeit. Ebenso wenig , wird sie dazu neigen, sich auf lauter örtliche Aspekte zu beschränken, wenn sie ihr Fach gründlich versteht. In den Vereinigten Staaten wird heute Geschichte viel zu allgemein aus dem rein nationalen Gesichtspunkt unterrichtet. Oft bekommen Schüler unbewusst den Eindruck dass „die Welt“ im amerikanischen Jahre 1776 „begann“! Manche mögen dies als patriotisch betrachten, aber der einengende Einfluss von solchem Unterricht auf den Schüler ist deutlich. Nur wenn man Geschichte als Weltgeschichte, und alle Fächer auf einer universellen Grundlage lernt, kann das Kind zu einem vollständigen Mann, einer vollständigen Frau und einem guten Bürger werden.

 

KAPITEL VI

BEISPIELE VON PENSEN

 

Vorbemerkung des Übersetzers:

Die Beispiele von Pensen sind im Jahre 1922 geschrieben worden. Die Folge ist, dass oft nicht mehr herauszufinden ist welche Lehrbücher gemeint sind. Für die Übersetzung von diesem Buch haben Kollege De Jong und ich sehr ausführlich über dieses Problem mit Parkhurst's „junior partner“, Mrs. Dorothy Rawls Luke geredet, welche die Urheberrechte besaß. Auch sie konnte keine Auskünfte geben. De Jong war damals mit der Übersetzung ins Niederländische beschäftigt. Weiter gibt es Aufgaben die nicht zum Verstehen vom Daltonunterricht beitragen. Daher haben De Jong und ich uns, im Einvernehmen mit Mrs. Luke, entschlossen von den meisten Schulfächern nur ein Pensum als Beispiel zu übersetzen. Wer für Studien über den ganzen Text verfügen möchte kann dazu ein „reprint“ von der ursprünglichen Ausgabe benutzen. Diese ist erhältlich bei der Daltonschule in New York. Adresse: 108 East 89 Street New York N.Y. 10128 – 1599.

 

Dem Prinzip folgend, dass ein Beispiel besser ist als eine Vorschrift, widme ich dieses Kapitel einer Sammlung von Musterpensen. Um die Anwendung der Aspekte auf die man Acht geben soll, zu erhellen, fange ich damit an, dass ich zwei Beispiele von einem Physikpensum der achten Klasse ( Alter 12-13 Jahre) anführe. Das Erste ist meiner Meinung nach unzulänglich weil es keine hinreichenden Hinweise für den Schüler gibt um die Aufgaben zu erledigen. Man wird sehen, dass der Fehler im zweiten Beispiel verbessert worden ist. Seine Einleitung enthält die notwendigen „interest pockets“ (motivierende Denkanreize - Anmerkung des Übersetzers) und die Äquivalente werden deutlich genannt. Das Ganze ist so angelegt, dass es eine Perspektive auf die ganze Aufgabe bietet und Zusammenarbeit und Diskussion unter den freiwilligen Klassengruppen im Fachlehrraum anregt.

Ich möchte die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die Pensen nicht in bestimmte Tagesaufgaben aufgeteilt sind. Würde man das tun, würde man den Schüler seines Interesses und der notwendigen Freiheit selbst seine Zeit in Übereinstimmung mit seinen Bedürfnissen einzuteilen, berauben.

 

PENSUM A

(unzulängliche Fassung)

Klasse VIII. PHYSIK. 5. Pensum

1. Woche

BEWEGUNG UND KRAFT

An erster Stelle will ich, dass du die drei Bewegungsgesetze von Newton lernst. Du findest sie in Abschnitt I, Kap. III in Higgins. Lerne dieses Kapitel sehr gründlich, mach das Experiment auf Seite 47, suche alles was du über Sir Isaac Newton in einer Enzyklopädie finden kannst heraus, und schreibe dann die Antworten auf die Fragen auf Seite 49 in dein Heft ( Drei Tage Arbeit).

Wenn du mit deiner Aufgabe weitermachst, wirst du einige von den Auswirkungen von Newton's Gesetzen finden. Lies was darüber in Higgins, S. 50 – 54, bis Paragraf 64 steht. Es müssen sechs Experimente gemacht werden. Sorge dafür dass du genau weist was Trägheit, Moment, Schwerpunkt, Basis und Gleichgewicht bedeuten (Zwei Tage Arbeit).

 

2. Woche

Diese Woche studieren wir weiter die Auswirkungen von Newton's Gesetzen. Lerne Higgins S. 54 – 60. Es müssen sieben Experimente gemacht werden und ich will dass du ihre Ergebnisse in dein Heft schreibst (Zwei Tage Arbeit). Schreibe die Antworten auf die Fragen auf S. 59 – 60 (Zwei Tage Arbeit).

ARBEIT UND MASCHINEN

Lerne Higgins S. 60 – 66 sehr sorgfältig. (Einen Tag Arbeit)

 

 

3. Woche

ARBEIT UND MASCHINEN (Fortsetzung)

Gehe zu S. 173 in Caldwell und Eikenberry und denk über die Antworten zu den Fragen nach, und dann komm und diskutiere sie mit mir. (Einen Tag Arbeit)

Auf S.176 in C. und E. sind sechs Bilder, die verschiedene Typen von Hebeln. Schreibe in dein Heft welche Art von Hebeln jeder Einzelne dieser Artikeln beschreibt. (Einen Tag Arbeit)

In Cummings Naturstudien auf 11. 231-232-233 sind ein paar Experimente mit Flaschenzügen, von denen ich will, dass du sie durchführst. Alle Fragen sollen in dein Heft geschrieben werden. (Experimente entsprechen einem Tag Arbeit und die Fragen zählen als zwei Tage Arbeit)

 

4. Woche

ARBEIT UND MASCHINEN (Fortsetzung)

Mit einer Serie von vier Flaschenzügen will ich, dass du die effizienteste Kombination arrangierst, um ein schweres Gewicht zu heben. (Einen Tag Arbeit)

Lies Kapitel XV in C. und E. (Zwei Tage Arbeit)

Beantworte die Fragen in Higgins auf S. 66 (schriftlich: einen Tag Arbeit)

Konstruiere mit dem Stabilbaukasten eine Maschine wie den Schwenkkran -24, S. 10 im Handbuch

 

PENSUM A

(verbesserte Fassung)

Klasse VIII PHYSIK 5. Pensum

1. Woche

BEWEGUNG UND KRAFT

1. Wird ein Auto ohne eine Benzinexplosion starten? Wodurch geht eine Schraube in das Holz? Weshalb ölen wir unsere Fahrräder? Warum benutzen wir Flaschenzüge? Hast du noch nie über diese Dinge nachgedacht? Täglich sehen wir Dinge die überall um uns geschehen, aber selten halten wir um zu überlegen, wie sie geschehen!

Diesen Monat werden wir etwas über diese normalen, alltäglichen Geschehnisse lernen, die durch bestimmte, grundlegende Physikgesetze erklärt werden. Wir betrachten einige der bekannten Maschinen näher und werden entdecken wie sie im Stande sind ihre Arbeit zu leisten. Um ein gutes Verständnis von Maschinen zu haben ist es wichtig, dass wir etwas über Bewegung und Kraft wissen. Darum beginnen wir unsere Arbeit für diesen Monat damit, dass wir zuerst Bewegung und Kraft betrachten.

Newton's drei Bewegungsgesetze und ihre Auswirkungen.

Du wirst es als nützlich empfinden, zuerst diese drei Gesetze zu lernen und dann mit den folgenden Experimenten weiterzumachen (siehe Quelle 1.)

EXPERIMENT 1 Eine Bewegungsänderung folgt der Richtung der Kraft die sie verursacht und ist proportional zu der Menge der angewandten Kraft und der Zeit während der sie ausgeübt wurde.

Hinweise.

Hänge eine kleine Kugel an eine lange Schnur. Schnippe sie mit je einem Finger einer Hand in zwei Richtungen, die im rechten Winkel zueinander sind. Beobachte in welche Richtung sich die Kugel bewegt.

Bevor du die folgenden Experimente machst die mit den Auswirkungen von Newton's Gesetzen zu tun haben, ist es notwendig dass du etwas von diesen Auswirkungen verstehst (siehe Quelle 2, und überprüfe was du gelernt hast mit den folgenden Experimenten)

EXPERIMENT 2. TRÄGHEIT

Hinweise.

Balanciere eine Visitenkarte auf deinem Finger und lege eine Münze darauf, genau über deiner Fingerspitze. Schnippe die Karte mit der andern Hand plötzlich von der Seite weg. Warum fällt die Münze nicht mit der Karte runter?

EXPERIMENT 3. MOMENT

Hinweise.

Benutze dieselbe Kugel, rolle sie zweimal über dieselbe Fläche, einmal langsam und einmal schnell. Notiere die zurückgelegten Strecken.

Nimm jetzt zwei Kugeln, eine viel schwerer als die andere, rolle sie über die Fläche, starte sie mit derselben Geschwindigkeit. Notiere die zurückgelegten Strecken.

Experiment 4. SCHWERPUNKT

Hinweise.

Versuche ein Lineal auf deinem Finger zu balancieren. Wo ist der Schwerpunkt des Lineals? Vergleiche die Massenmenge an beiden Seiten von diesem Punkt. Wie, glaubst du, verhält sich die Schwerkraft auf der einen Seite zu jener auf der andern Seite? Wo ist der Schwerpunkt des Lineals? Hänge nun ungleiche Gewichte an das Lineal und suche wiederum den Schwerpunkt des Ganzen.

Suche den Schwerpunkt deines Lineals indem du es balancierst und markiere den Punkt. Leg das Lineal nun auf einen Tisch, schiebe es allmählich über den Rand und notiere die Position des Schwerpunkts, kurz bevor es runter fällt.

SCHRIFTLICHE Aufgaben

Fragen. (siehe Quellen 1 und 2)

1. Formuliere Newton's Bewegungsgesetze. Erzähle alles was du weist über Newton (siehe Quelle 3)

2. Gib Beispiele von Körpern die sich selbst in Bewegung zu setzen scheinen und erzähle, welche Äußere Kraft sie bewegt. Weshalb finden wir auf der Erde keine Beispiele von konstanter Bewegung ohne dass Kraft ausgeübt wird?

3. Wenn zwei gleiche Kräfte auf einen Körper ausgeübt werden, in entgegen gesetzten Richtungen, was wäre dann das Ergebnis? Wenn die Kräfte ungleich wären, was würde dann das Ergebnis sein?

4. Was meint man mit Reaktion? Könnte es eine Reaktion geben wenn keine Aktion gebe? Gibt es je eine Aktion ohne Reaktion?

5. Gib Beispiele von Reaktion. Erkläre einige ihrer Anwendungen. Zeige wie eine Schraube ein Boot bewegt.

6. Wenn du mit der Faust gegen eine Mauer schlägst, tut es weh. Warum tut es nicht genauso weh wenn du mit der Faust gegen ein Polster schlägst?

Quellen

1. Higgins – First Science Book, Kapitel III, Abschnitt 1.

2. Higgins – First Science Book, S. 50 – 54

3. Um etwas über Sir Isaac Newton herauszufinden, schlag im American Educator oder in einer Enzyklopädie nach. Einige von euch haben vielleicht Interesse in unserem neuen Magazin The Outlines of Sciences von Prof. J. Arthur Thomson nachzuschlagen. Diese sind gerade aus England angekommen.

Äquivalente

Experimente zählen als zwei Tage Arbeit, schriftliche Aufgaben als ein Tag Arbeit, Nachschlagewerke als zwei Tage Arbeit.

 

2. Woche

EIN PAAR WEITERE AUSWIRKUNGEN VON NEWTON´S GESETZEN.

Unsere Aufgabe für diese Woche hat mit anderen Auswirkungen von Newton´s Gesetzen zu tun. Du wirst dich damit in der folgenden Reihenfolge befassen: Stabilität, Zentrifugalkraft, Gesetz der Fallenden Körper und das Pendel. Bevor du die Experimente machst, die diese Dinge erklären, wirst du die Quellenangaben hilfreich finden.

EXPERIMENT 1. STABILITÄT

Hinweise. Stell deinen Bleistift auf die Spitze. Dann leg ihn auf die Seite. In welcher Position hat er die breitere Basis? In welcher ist er stabiler? Lege drei Bücher aufeinander und teste die Stabilität des Stapels. Dann lege so viel Bücher wie du kannst darauf und teste das. Welcher Stapel ist stabiler? Warum?

Versuche dein Lineal zu balancieren, zuerst auf seiner Seite, dann auf seinem Ende. Was ist leichter und warum?

EXPERIMENT 2. ZENTRIFUGALKRAFT.

Hinweise: Binde eine Schnur an eine hölzerne Kugel und schwinge sie schnell mit der Hand im Kreis. Brauchst du Kraft um sie zu halten? Warum? Plötzlich lässt du die Kugel aus und beobachte seine Bewegung. Welche Richtung nimmt sie ein? Versuch dasselbe mit einer sehr kurzen Schnur und einer sehr langen und erkläre die Unterschiede. Beachte dass sich die zwei Kräfte genau die Waage halten. Während eine zum Zentrum hin und eine hinaus wirkt, bewegt sich die Kugel nicht näher zum Zentrum oder weiter weg als die Länge der Schnur erlaubt. Sobald du loslässt hören beide Kräfte auf zu wirken und die Kugel gehorcht dem ersten Gesetz der Bewegung.

EXPERIMENT 3. FALLENDE KÖRPER.

Hinweise. Lass zwei Kugeln von genau derselben Größe zur selben Zeit und aus derselben Höhe fallen, eine aus Holz und die andere aus Blei, und beobachte genau, ob sie gemeinsam aufkommen oder nicht. Wiederhole das mehrfach um sicherzugehen, dass die Ergebnisse, die du erhältst auch zutreffen.

Vergleiche das mit dem Fall eines Bogen Papiers.

EXPERIMENT 4. DAS PENDEL.

Hinweise. Fertige zwei Pendel mit derselben Länge an, verwende eine hölzerne Kugel und eine Bleikugel. Starte sie genau gleichzeitig und vergleiche die Zahl ihrer Schwingungen, also die Anzahl der Schwingungen, die jedes in einer gewissen Zeitperiode macht. Welchen Effekt hat das Gewicht der Kugel auf die Zahl der Schwingungen des Pendels?

Schwinge ein Pendel durch einen kleinen Bogen und zähle seine Schwingungen für 15 Sekunden. Schwinge dasselbe Pendel dann durch einen viel größeren Bogen und zähle seine Schwingungen für 15 Sekunden. Welchen Effekt hat die Länge des Bogens auf die Zahl der Schwingungen? (Die Länge des Bogens bewirkt einen kleinen Unterschied in der Anzahl, wenn ein Bogen viel größer ist als der andere und überhaupt keinen, wenn beide Bögen klein sind.)

Fertige ein Pendel an, das 4 Inch lang ist und eines das 16 Inch lang ist und vergleiche die Anzahl ihrer Schwingungen. Um wie viel ist das Zweite länger als das Erste? Welches schwingt schneller? Was bewirkt einen starken Unterschied in der Anzahl der Schwingungen?

Schriftliche Aufgaben

Fragen.

1. Was ist Trägheit? Gib Beispiele. Warum kannst du ein Fahrrad nicht sofort mit größter Geschwindigkeit starten?

2. Was ist das Momentum? Von welchen zwei Faktoren hängt es ab? Wie wird es generell gemessen?

3. Eine Gewehrkugel, die eine halbe Unze wiegt, bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 1000 Fuß pro Sekunde, während eine vierzig Pfund Kanonenkugel sich mit einer Geschwindigkeit von einem Fuß pro Sekunde bewegt. Welche hat das größere Momentum?

4. Warum befestigt ein Holzhacker seine Axt manchmal an einem Stock, dreht sie um und schlägt damit auf den Hackstock?

5. Warum kannst du ein Ei nicht mit seinem Ende hinstellen? Wenn es ein Loch genau durch den Erdkern gäbe, von Oberfläche zu Oberfläche, wie weit würde ein fallender Körper in dieses hinein fallen?

6. Unter welchen Umständen wird ein Körper am Fallen gehindert?

7. Wovon und wie hängt die Stabilität eines Körpers ab? Warum ist es schwierig auf Stelzen zu gehen?

8. Erkläre die Ursache der Zentrifugalkraft. Gib Beispiele dafür. Warum neigst du dich etwas zur Seite wenn du um eine Ecke gehst? Warum ist die Innenseite einer Rennbahn etwas tiefer gesetzt?

9. Wie tief fällt ein Körper in einer Sekunde? In zwei Sekunden? Warum erhöht ein Körper konstant seine Geschwindigkeit während er fällt? Warum verursacht ein längerer Fall in der Regel größeren Schaden?

10. Beschreibe ein Pendel. Welche Kraft bewirkt, dass es hinunter schwingt? Warum schwingt es dann hinauf? Wenn keine Kraft außer der Schwerkraft seinem Aufwärtsschwung entgegenwirken würde, wie weit würde es verglichen mit seinem Schwung hinunter gehen?

Quellen

Milikan und Gale – Practical Physics, S. 81 – 87

Äquivalente

Das Nachschlagen wird als ein Tag Arbeit zählen.

Die Experimente werden als zwei Tage Arbeit zählen. Die schriftliche Aufgabe wird als zwei Tage Arbeit zählen.

 

3. Woche

Arbeit und MAschinen.

Was ist Arbeit? Was wird durch das Benützen von Hebeln, Flaschenzügen, Keilen/Keilrädergetriebe, geneigten Flächen/Hobeln (unklar, Anm. d. Übersetzers), etc. erreicht. Diese Dinge sind allesamt einfache Maschinen, und unsere Aufgabe für diese Woche ist es, die Antworten auf diese Fragen herauszufinden. Bevor du mit den Experimenten weitermachst wirst du es als hilfreich empfinden, das erste Nachschlagewerk zu Rate zu ziehen.

EXPERIMENT 1. Flaschenzüge

Befestige einen Flaschenzug an irgendeinem Halt und führe über ihn ein Seil mit einem Gewicht an einem Ende und einer Federwaage am anderen Ende. Vergleiche das Gewicht mit der Kraft, die von der Federwaage gemessen wird, wenn es gehoben wird.

EXPERIMENT 2. FLASCHENZÜGE.

Bringe ein Gewicht an einem beweglichen Flaschenzug an und beobachte die Kraft, die benötigt wird, um es zu halten.

EXPERIMENT 3. FLASCHENZÜGE:

Arrangiere einen fixierten und zwei bewegliche Flaschenzüge, die ein Gewicht halten, und beobachte die Kraft, die benötigt wird, um es zu halten. Welcher Vorteil wird durch das Benützen eines fixierten Flaschenzuges erreicht? Welchen Teil des Gewichts hält jeder einzelne Abschnitt des Seils?

Written Work

Fragen.

1. Im Falle eines beweglichen Flaschenzuges wird welcher Teil des Gewichts von der Federwaage gehalten?

2. Im Falle eines beweglichen Flaschenzuges wirkt die Kraft in welche Richtung, und wie könnte diese Richtung durch das Benützen eines fixierten Flaschenzuges geändert werden?

3. Wenn ein beweglicher Flaschenzug benutzt wird, muss die Kraft wieweit wirken, um das Gewicht einen Fuß hoch zu heben? Wenn ein fixierter Flaschenzug benutzt wird?

4. Du hast einen fixierten und zwei bewegliche Flaschenzüge, welcher Teil des Gewichts wird vom fixierten Flaschenzug gehalten? Von der Waage?

5. Im Fall 4 muss die Kraft wie weit wirken um das Gewicht einen Fuß hoch zu heben? Was wird durch das Benützen von zwei beweglichen Flaschenzügen erreicht? Was geht dadurch verloren? Wie verhalten sich Gewinn und Verlust zueinander?

6. Wenn im Fall 4 noch ein fixierter Flaschenzug angefügt würde, was wäre der Effekt? Wenn noch ein beweglicher Flaschenzug angefügt würde, was wäre der Effekt?

7. Wovon hängt die Kraft, gewonnen durch das Benützen eines Flaschenzugs ab? Setze eine Regel auf, um sie zu schätzen.

Quellen

Higgins – First Science Book, S. 60 – 66

Äquivalente

Das Nachschlagen wird als je einen Tag Arbeit zählen (zwei Tage); die Experimente werden als einen Tag Arbeit zählen; die schriftlichen Aufgaben werden als zwei Tage Arbeit zählen

 

4. Woche

ARBEIT UND MASCHINEN Fortsetzung.

Aufgabe. Ich denke, du wirst dich jetzt für die Anwendung einiger dieser Maschinen und Prinzipien einer Maschine interessieren. Folglich will ich, dass du ein Modell eines Travelling Jib Krans (Schwenkkran) mit dem Stabilbaukasten baust. Während der Ausführung wirst du erkennen wie die Hebel und Flaschenzüge vorteilhaft zusammenarbeiten.

Schriftliche Aufgaben

Fragen.

1. Was ist Arbeit, wie wird sie gemessen und was ist die Einheit der Arbeit?

2. Was ist mit Kraft gemeint? Was ist die Einheit der Arbeitsleistung? Wie viel ist ein Fuß Pfund?

3. Was ist eine Maschine? Kann eine Maschine selbstständig Arbeit tun?

4. Was ist allgemeine der Nutzen von Maschinen für den Menschen?

5. Stelle das Gesetz für Maschinen auf und zeig wie ein Hebel dieses Gesetz befolgt.

6. Warum haben Schneiderscheren lange Schneiden und kurze Griffe, während Klempnerscheren kurze Klingen und lange Griffe haben?

7. Warum ist ein Fahrrad in einem hohen Gang härter zu treten als in einem niedrigen?

8. Bestimme den Vorteil, der durch einen Hebel der zweiten Klasse erreicht wird; einen der dritten Klasse.

9. Benenne einige bekannte Anwendungen der Schraube.

10. Erkläre den Gebrauch von Getrieberädern in Maschinen.

 

 

Bericht

Du wirst mir für ein Klassengespräch berichten, nachdem du die folgende Quelle in „Some Common Types of Work“ gelesen hast.

Quellen

Caldwell und Eikenberry – General Science, Kapitel XV.

Äquivalente

Die Aufgabe wird als zwei Tage Arbeit zählen; die schriftlichen Aufgaben werden als einen Tag Arbeit zählen, der Bericht wird als einen Tag Arbeit zählen; das Nachschlagen wird als einen Tag Arbeit zählen.

 

 

PENSEN FÜR GESCHICHTE

Pensum I

(für Schüler der 4. Klasse von 8 bis 9 Jahren)

Klasse IV     Geschichte    5. Pensum

Nachdem Paul Revere die „Minute Men“ (Soldaten im amerikanischen Freiheitskampf die in einer Minute kampfbereit waren – Anmerkung des Übersetzers) gewarnt hatte, dass die Briten näher kamen und nachdem die Briten aus Concorde zurückgeschlagen worden waren, gab es während einiger Monate keine Kämpfe mehr. Die Briten waren vollkommen zufrieden mit ihrem Aufenthalt in Boston und auch damit dass sie sich nicht um die „Minute Men“ zu kümmern brauchten. Am 17. Juni 1775 sahen die Briten, dass die „Minute Men“ ein Fort auf dem Bunker Hill in Charlestown erbaut hatten. Wenn die Briten nicht die Amerikaner vom Hügel verjagen würden, könnten die Amerikaner die Briten aus Boston verscheuchen. Die Briten griffen Bunker Hill an und nachdem sie zweimal mit großen Verlusten zurückgetrieben worden waren, gelang es ihnen schließlich die Amerikaner zu verjagen, weil die Amerikaner all ihre Munition verbraucht hatten. Im Sommer übernahm General George Washington das Kommando der amerikanischen Armee unweit Boston und im Frühling des nächsten Jahres brachte er die Briten dazu mit ihren Schiffen fort zu segeln indem er einige Kanonen auf Dorchester Heights unweit Boston stellte. Washington ging dann nach New York und die Briten tauchten dort auch bald auf. Diesmal hatten die Briten Erfolg und Washington wurde aus New York und quer durch New Jersey gejagt, während die Briten ihm nachsetzten. Als Washington den Delaware River nach Pennsylvania überquerte, gaben die Briten die Verfolgung auf, weil sie glaubten, dass sie ihn endgültig vertrieben hatten.

 

1. Woche

Diese Woche lesen wir wie Washington die Briten überraschte als sie es am wenigsten erwarteten. Dazu gibt es zwei Aufgaben.

Aufgaben

Aufgabe 1. Nehmen wir an dass du einer von Washingtons Soldaten bist, zu der Zeit als die Briten ihn quer durch New Jersey bis nach Pennsylvania jagten. Schreib die Geschichte wie du den Delaware River mit Washington am Heiligen Abend überquert und wie du Trenton erobert hast.

Aufgabe 2. Nehmen wir wieder an, dass du einer von Washingtons Männern bist. Diesmal bist du mit der amerikanischen Armee in Valley Forge, im Winter 1776 -77, als die Briten warm in Philadelphia untergebracht waren und als Washington, mit seinem armseligen kleinen Heer, in Valley Forge vor Kälte zitterte. Schreibe einen Brief nach Hause an deine Kinder, in dem du ihnen vom Lagerleben erzählst.

Quellen

Das Nachschlagewerk für diese Aufgaben ist „American Hero Stories“. Benutze das Inhaltsverzeichnis um die gewünschten Geschichten zu finden. Eine heißt „Eine Weihnachtsüberraschung“ und die andere „ Winter in Valley Forge“.

Äquivalente

Jede von diesen Aufgaben zählt für zweieinhalb Tage Arbeit. Bringe deine Aufsätze zu mir wenn du mit ihnen fertig bist.

Fachliche Kürzungen

Wenn ich diese schriftliche Arbeit genehmigt habe, zählt sie auch als eine Woche Arbeit im Aufsatzschreiben in Englisch.

 

2. Woche

Im Sommer des Jahres 1776 geschah in Philadelphia etwas sehr wichtiges. Es war kurz bevor die Briten die Stadt einnahmen und es war keine Schlacht. Die Unabhängigkeitserklärung wurde am 4. Juli unterzeichnet. Das ist es was wir diese Woche lernen werden. Ich nehme an, dass du schon etwas darüber weißt. Vielleicht kannst du noch ein bisschen mehr darüber herausfinden.

Aufgaben

Hier sind ein paar Fragen zur Unabhängigkeitserklärung. Schreib Antworten dazu, verwende ganze Sätze in jeder Antwort.

1. Wer war in dem Continental Kongress?

2. Wo traf er sich und wann?

3. Welche zwei wichtigen Taten musste der Continental Congress vollbringen?

4. Wer brachte die Unabhängigkeitserklärung ein?

5. Welche fünf Männer waren in dem Komitee?

6. Wer verfasste die Unabhängigkeitserklärung?

7. Wie wurde der Öffentlichkeit die Neuigkeit von der Unabhängigkeitserklärung mitgeteilt?

8. Was war das genaue Datum der Unabhängigkeitserklärung?

Gedächtnisarbeit

Lerne den letzten Paragrafen der Erklärung auswendig, beginnend mit: „Wir, die Repräsentanten der Vereinigten Staaten von Amerika-----“

Quellen

Das Nachschlagewerk für diese Aufgabe ist „Makers of the Nation“

Anschlagbrett lesen und Klassengespräch

Werdet ihr alle die Kopie der Unabhängigkeitserklärung, die am Anschlagbrett ist lesen? Im Klassengespräch an Freitag, dem 17. Februar werden wir über die Erklärung sprechen und ich werde dich fragen, was dir an der Kopie der Erklärung aufgefallen ist.

Äquivalente

Das Lesen zählt als einen Tag Arbeit; die Fragen als zwei Tage Arbeit, und die Gedächtnisaufgabe als zwei Tage Arbeit.

 

3. Woche

Diese Woche werden wir über einen Märtyrer der Revolution lesen und lernen. Ich frage mich, ob ihr alle wisst, was ein Märtyrer ist. Wenn du es nicht weißt, schau, ob du es herausfinden kannst Der Name dieses Märtyrers war Nathan Hale.

Aufgaben

Deine Aufgabe für diese Woche ist es, über Nathan Hale zu lesen und dann zu mir zu kommen und dich von mir über das Gelesene prüfen zu lassen. Ich gebe dir ein paar Fragen zum Geleit wenn du über ihn liest.

1. Wo wurde Nathan Hale geboren?

2. Wo ging er ins College?

3. Erzähle von seinem Angebot für Washington auf diese gefährliche Mission zu gehen.

4. Was war seine Verkleidung?

5. Erzähle von seinen Abenteuern und seiner Gefangennahme.

6. Was wurde mit ihm gemacht?

7. Was waren seine letzten Worte?

Äquivalente

Das Lesen zählt als zwei Tage Arbeit und der Bericht über das Gelesene als drei Tage Arbeit.

 

4. Woche

Es gibt sehr viele Helden aus dem Unabhängigkeitskrieg über die wir lesen können. Wir haben nicht Zeit über alle zu lesen, aber ich hoffe, dass du daran interessiert bist mehr über ein paar von ihnen herauszufinden. Hier sind ein paar der Interessanten: Ethan Allen, Benedict Arnold, Colonel Prescott, General Gates, General Herkimer, Israel Putnam, Mad Anthony Wayne, Daniel Morgan, The Swamp Will o´the Wisp, Nathaniel Greene, Lafayette, Baron Von Steuben, Robert Morris, George Rogers Clark.

Diese Woche werden wir über einen großen Helden mehr der Revolution lernen, John Paul Jones, dem „Vater der amerikanischen Navy“.

Aufgabe

Die Aufgabe ist es, über John Paul Jones zu lesen, dann zu mir zu kommen und mir einen mündlichen Bericht über das Gelesene zu geben. Ich werde von die erwarten, dass du kommst und mir berichtest ohne jede Fragen oder Hilfe von meiner Seite. Plane deinen Bericht bevor du zu mir kommst.

 Ich werde ein paar der Kinder, die gute Berichte geben, diese im Klassengespräch am 24. Februar zu wiederholen.

Quellen

Die Nachschlagewerke für diese Aufgaben sind „American Hero Stories“ oder „Makers of the Nation“

Äquivalente

Das Lesen zählt als zwei Tage Arbeit und der Bericht als drei Tage Arbeit.

 

Pensum 2

(für die fünfte Klasse, Schüler 9 bis 10 Jahre alt)

Klasse V  Geschichte  5. Pensum

Die Perserkriege waren vorüber und die Griechen fürchteten die persischen Angriffe nicht länger. Als die Athener nach Hause kamen, waren ihre Häuser zerstört, denn du wirst dich erinnern, dass die Perser gerade vor der Schlacht bei Salamis Athen niedergebrannt hatten. Die Spartaner gingen nach Hause mit der Absicht aus ihrer Stadt die größte Griechenlands zu machen. Eigentlich hatte jede Stadt ähnlich große Pläne. Obwohl sie sich zu dieser Zeit alle vereinigt hatten um die Perser zu vertreiben, war jede Stadt eifersüchtig auf ihre Nachbarn und wir werden sehen, welche schwierigen Zeiten die Griechen die nächsten dreihundert Jahre hatten.

 

1. Woche

Diese Woche lernen wir von einem der größten athenischen Helden, Pericles. Er ist vielleicht der größte von allen großen athenischen Führern.

Aufgabe

Nachdem du den unten erwähnten Lesestoff durchgearbeitet hast, musst du folgende Fragen beantworten. Schreibe jede Antwort in vollständigen Sätzen.

1. Erzähle die Geschichte, wie die Athener ihre Mauern neuerlich errichteten.

2. Was war Piraeus?

3. Beschreibe die Langen Mauern.

4. Welches sind die Namen der drei Arten von Säulen die für griechische Tempel benutzt wurden?

5. Wie heizen die beiden Gebäude auf der Akropolis?

6. Erzähle wozu jedes Gebäude benutzt wurde.

7. Beschreibe das Theater von Dionysius.

8. Wer waren die drei großen griechischen Dramendichter?

9. Was ist eine Tragödie? Was ist eine Komödie?

10. Wer war ein Komödiendichter in Athen?

11. Wer waren die beiden Historiker?

12. Welche Änderungen machte Pericles in den Gesetzen von Athen?

Quellen

Lies in „Old World Hero Stories“ die Geschichte mit dem Titel Pericles

Äquivalente

Das Lesen zählt als zwei Tage Arbeit und das Schreiben als drei Tage Arbeit.

 

2. Woche

Wir lernen mehr über das Zeitalter von Pericles in dieser Woche.

Aufgaben

Es gibt in dieser Woche drei Aufgaben

1. Zeichne einen Plan der Vorderseite des Panthenon und benenne die verschiedenen Teile.

2. Verfasse eine Beschreibung eines griechischen Hauses. Erzähl wie ein Haus arrangiert war und vergleiche es mit einem modernen Haus.

3. Erzähl mit einer Geschichte, was die Kinder in Athen taten. Erzähle, wie sie unterrichtet wurden, wie sie spielten etc.

Quellen

Das Nachschlagewerk für 1 ist „History of Greek Art“ von Tarbell. Das Nachschlagewerk für 2 und 3 ist „Old World Hero Stories“.

Äquivalente

Aufgabe 1 zählt als drei Tage Arbeit und 2 und 3 als einen Tag.

Anschlagebrett lesen

Betrachte die Bilder des Panthenon und der griechischen Häuser, die auf dem Anschlagebrett sind. Sie könnten dir bei deiner Arbeit helfen.

Fachliche Kürzungen/Überschneidungen

Miss Baily ist gewillt, dir drei Tage Arbeit in Kunst für eine Zeichnung des Panthenons anzurechnen.

 

3. Woche

Nach dem Zeitalter von Perikles hatten die Athener eine harte Zeit. Sie hatten einen Krieg mit den Spartanern und die Spartaner gewannen. Die Athener waren niemals wieder so glücklich und wohlhabend wie sie waren als Perikles ihr Führer war. Fast dreihundert Jahre später erhob sich ein großes Königreich im Norden Griechenlands, das Mazedonien genannt wurde. Der König dieses Reichs wurde Philip genannt und er hatte einen Sohn namens Alexander. Das ist der Mann über den wir diese Woche lernen werden.

Aufgaben

AUFGABE 1. Hier sind ein paar Fragen, die zu Alexander zu beantworten sind. Schreib die Antworten in ganzen Sätzen.

1. Welche Neuigkeiten brachten die drei Boten König Philip von Mazedonien?

2. Erzähl die Geschichte von der Zähmung von Bucephalus.

3. Wer war Alexanders Lehrer und woher kam er?

4. Was entschied Alexander nach Philips Tod zu tun?

5. Wie groß war die Armee die er hatte?

6. Was waren seine drei Schlachten?

7. Erzähl die Geschichte vom Gordischen Knoten.

8. Wie viele Städte wurden nach Alexander benannt?

AUFGABE 2. Die zweite Aufgabe ist es, eine Karte von Alexanders Königreich zu zeichnen. Verwende farbige Malkreiden um das Territorium, das er eroberte zu kennzeichnen.

Quellen

Lies über Alexander in „Old World Hero Stories“ und suche die Karte seines Reichs in „Ancient World“ von West.

Äquivalente

Das Lesen ist ein Tag Arbeit, das Schreiben ist zwei Tage Arbeit und das zeichnen ist zwei Tage Arbeit.

 

4. Woche

Diese Woche werden wir mit dem Studium über Rom beginnen. Das erste Thema ist die Gründung der Stadt.

 

 

Aufgaben

Es wird diese Woche zwei Teilaufgaben geben

AUFGABE 1. Zuerst lesen wir alle die Geschichte von Romulus und sei darauf vorbereitet einen mündlichen Bericht darüber zu geben.

AUFGABE 2. Ich werde bestimmten Mitgliedern unserer Gruppe verschiedene Geschichten geben, und diese bestimmten Mitglieder werden dafür verantwortlich sein diese Geschichte im Klassengespräch am 19. Dezember zu erzählen. Diese kleinen Gruppen können zusammenarbeiten und können die Erzählung ihrer Geschichten planen wie sie wollen. Hier sind die Geschichten:

Die Geschichte des Aeneas

Margery, Edward, Harry, Jane, Mary.

Der Raub der Sabinerinnen

Doris, Louise, Donald, John.

Die Frauen beenden den Kampf

Richard, Helen B., Joseph.

Der Schatz von Tarpeia

Edith, Alice, Eleanor, Arthur, Horace.

 

 

Quellen

Die Nachschlagewerke für diese Geschichten sind: Old World Hero Stories, The Story of the Romans, The Story of the Roman People.

Äquivalente

Aufgabe 1 und 2 zählen je als eine halbe Woche Arbeit.

Anschlagbrett lesen

Ihr werdet euch alle dafür interessieren, euch die Bilder auf dem Anschlagebrett anzusehen, die die Geschichte von Aeneas und die Gründung Roms illustrieren.

 

Pensum 3

(Für sechste Klasse, Schüler 10 bis 11 Jahre alt)

Klasse VI  Pensum 5

ENGLISCHE GESCHICHTE

Edward III, König von England, der einen hundertjährigen Krieg mit Frankreich begann, hatte sechs Söhne. Wir haben schon über den Schwarzen Prinzen gelesen. Er starb, bevor er König werden konnte, und nicht einer von Edwards Söhnen wurde König. Einige ihrer Nachkommen, wie auch immer, bestiegen den Thron, der erste war Richard II, über den wir gelesen haben. Dann kam Henry IV, der Sohn des Duke of Lancaster. Henry V war auch ein Lancaster und sein Sohn Henry VI war auch ein Lancaster. Henry VI war ein sehr junger Knabe und viele Leute dachten, dass die Krone an einen anderen Nachkommen Edwards III, Duke of York gehen sollte. Das führte zu Streitigkeiten und die Streitigkeiten zu gewalttätigeren Formen des Streits, bis in England ein Krieg begann, bekannt als der Rosenkrieg. Er wurde so genannt, weil Lancasters eine rote Rose als ihr Emblem hatten und die von Yorker, wie die vom Duke of York genannt wurden, eine weiße Rose als Emblem hatten.

 

1. Woche

Wir werden diese Woche von den Rosenkriegen lernen.

Aufgabe

Die Aufgabe ist es, so viel wie möglich über diese Kriege zu lesen, dann zu mir für einen mündlichen Test über das Gelesene zu kommen. Ich empfehle dir, dass du beim Lesen Dinge, die dir wichtig erscheinen und die du dir merken willst niederschreibst.

Quellen

Die Nachschlagewerke sind „The Story of the English“ oder „England´s Story“ in Piers Plowman, Buch VI.

Äquivalente

Das Lesen zählt als drei Tage Arbeit, der mündliche Test als zwei Tage.

 

 

 

2. Woche

Wir werden von ein paar besonderen Ereignissen in den Rosenkriegen lernen.

Aufgabe

Es wird die Aufgabe sein, einen Aufsatz über die folgenden Themen zu schreiben:

1. Königin Margaret und der Räuber

2. Die Prinzessin im Turm

3. Der erste englische Drucker

Quellen

Die Nachschlagewerke sind dieselben wie letzte Woche.

Achtung: Beim Schreiben dieses Aufsatzes vergiss nicht, alle Satzzeichen, Großbuchstaben etc. zu schreiben.

Fachliche Kürzungen/Überschneidungen

Wenn dieser Aufsatz akzeptiert wird, zählt er als eine Woche Arbeit für Schreiben in Englisch

 

3. Woche

Aufgabe

Du bist ein Reporter einer Englischen Zeitung. (Wir werden so tun, als hätte es in der Zeit Richards III Zeitungen gegeben) Dir wurde aufgetragen, über die Schlacht bei Bosworth Field zu schreiben. Erzähle, wie es dazu kam, dass die Schlacht ausgetragen wurde, erzähl von der Schlacht selbst und erzähl was dadurch geschah. Hol dir dein Material aus irgendeinem der Bücher der Englischen Geschichte. Hier ist eine Überschrift für deine Geschichte.

„Gekrönt auf dem Schlachtfeld“

 

4. Woche

Die Familie der englischen Könige, die mit Henry VII begann, wurde die Tudor Familie genannt. Es gab fünf von ihnen, Henry VII, Henry VIII, Edward VI, Mary and Elizabeth. Ich wünschte wir hätten Zeit über sie alle und über einige der großen Männer, die zu jener Zeit lebten zu lesen. Wir müssen sie oder die meisten von ihnen übergehen und kommen zur Regierung von Elizabeth, der vielleicht größten Tudor.

Aufgabe

Wir werden diese Woche zwei Aufgaben haben und jede wird Gegenstand eines mündlichen Berichts sein. Ich werde dir die Aufgaben geben und ich werde dich selbst das Material finden lassen. Jetzt bist du schon vertraut genug mit den verschiedenen Büchern, die wir haben und kannst leicht deinen eigenen Lesestoff finden.

AUFGABE 1. Die Spanische Armada, was war das, warum kam sie nach England, wie bereiteten sich die Engländer darauf vor, ihr entgegenzutreten, der Sturm, die Schlacht, das Ende der Armada.

AUFGABE 2. Das Elisabethanische Zeitalter; was ist mit diesem Namen gemeint; wie lauten die Namen der großen Figuren dieses Zeitalters, was taten sie.

Äquivalente

Jede Aufgabe und ihr mündlicher Bericht werden als eine halbe Woche Arbeit gezählt.

 

Pensum 4

(für siebente Klasse, Schüler 11 bis 12 Jahre alt)

Klasse VII Pensum 5

AMERIKANISCHE GESCHICHTE

Ein Monatspensum

Nachdem die Delegierten bei der Philadelphia Kongress die Verfassung aufgesetzt hatten und die neun Staaten ihr zugestimmt hatten, so wurde sie Gesetz, war das Land bereit, sich selbst zu regieren. So schnell als möglich kamen die Leute zusammen um einen Präsidenten zu wählen, und sie alle einigten sich in der Wahl von George Washington als dem Ersten. Wir hatten achtundzwanzig seit Washington. Von nun werden wir ein wenig anders von unserer Geschichte lernen, nämlich, was während der Amtsperiode jedes Präsidenten geschah. Wir werden ein Heft darüber führen, das ich euch geben werde und werden uns die verschiedenen Dinge, die wir über die verschiedenen Präsidenten herausfinden, notieren. Wir werden mindestens eine Seite für jeden Präsidenten haben, und für ein paar werden wir mehr als eine Seite haben, wenn es eine große Zahl an wichtigen Ereignissen gab.

Aufgabe

Unsere Aufgabe in diesem Monat wird es sein, das Material für unsere Hefte über elf der Präsidenten, beginnend mit Washington und endend mit James K. Polk, vorzubereiten.

In euren Heften sollt ihr den Namen des Präsidenten auf die oberste Zeile schreiben. Nach seinem Namen unter Anführungszeichen schrieb die Namen der politischen Partei, der er angehörte und die Daten seiner Regierungszeit. Auf die Zeile darunter schreib den Namen des Vizepräsidenten, oder der Vizepräsidenten, wenn er zwei hatte. Dann lass eine Zeile frei und beginne damit die wichtigen Fakten der Regierungszeit dieses Präsidenten, die du im Gedächtnis behalten solltest aufzuschreiben. Nummeriere die Fakten und beginne für jede eine neue Zeile. Es wäre eine gute Idee, die Fakten zuerst auf einem Stück Papier zu schreiben, dann zeig sie mir und dann schreib sie in dein Heft ein. Geh sicher, mich zu fragen, wenn du irgendwelche Zweifel bei dieser Aufgabe hast. Hier ist das Beispiel einer so arrangierten Seite:

George Washington (Föderalist) 1789 – 1797

John Adams, Vizepräsident.

1. Angelobt in New York, 30. April 1789.

2. _____________

3. _____________

Quellen

Um das Material für dein Heft zu bekommen lies „Elementary History“ von Montgomery oder seine „Leading Facts“. Benutze den „Weltalmanach“ für Informationen über den Vizepräsidenten.

Äquivalente

Du kannst selbst herausfinden, wie viel Arbeitstage du auf deiner Karte vermerken kannst. Da sind elf Präsidenten, und das sind zwanzig Tage Arbeit. Daher zählen manche Präsidenten als zwei Tage Arbeit und manche nur als einer.

Pensum 5

(für 8. Klasse, Schüler 12 bis 13 Jahre alt)

AMERICAN HISTORY

Klasse VIII  STAATSBÜRGERKUNDE  Pensum 5

Letztes Monat hast du von der Verfassung der Vereinigten Staaten gelernt: du hast von der Legislative, der Exekutive und dem Justizministerium und ihren verschiedenen Machteinflüssen und Pflichten gelernt. Dieses Monat werden wir das wiederholen, indem wir eben diese Abteilungen mit denen in anderen Ländern vergleichen. Wir werden von den großen Figuren im heutigen öffentlichen Leben lernen. und wir werden uns daran machen, etwas mehr notwendiges und nützliches Wissen über unsere Verfassung herauszufinden.

 

1. Woche

Wir alle sind an England interessiert, weil dort die Leute dieselbe Sprache wie wir sprechen und weil unsere Ahnenväter aus diesem Land kamen. Diese Woche werden wir erfahren wie unterschiedlich die Teile der Englischen Regierung im Vergleich zu unseren sind und was sie gemein haben.

Aufgabe

Es wird die Aufgabe sein, diese Übereinstimmungen und Unterschiede zu lernen, damit du sie irgendjemanden auf eine deutliche Weise erklären kannst. Ich werde dich darin testen was du gelernt hast, entweder mit einer mündlichen oder schriftliche Überprüfung.

Quellen

In einem Pamphlet, dem Abriss für Schüler zum Selbststudium, Staatsbürgerkunde, Teil I, Seiten 10 – 14, wirst du die notwendigen Fakten über die Regierung der Vereinigten Staaten und Englands in parallelen Spalten finden.

Äquivalente

Du wirst wahrscheinlich die ganze Wochenaufgabe auf einmal erledigen wollen, aber wenn du sie nicht auf einmal tust, frage mich bezüglich des Werts der Arbeitsportionen.

 

2. Woche

In Zusammenhang mit dem, was wir letzte Woche gelernt haben, werden wir diese Woche von ein paar aktuellen Ereignissen lernen. Wir werden herausfinden, wer einige der Männer sind, die die verschiedenen Positionen in der Regierung, von der wir gelernt haben, innehaben. Du wirst vielleicht ein paar von ihnen auch ohne nachzuschlagen kennen.

1. der Präsident der Vereinigten Staaten

2. der König von England

3. der Vizepräsident der Vereinigten Staaten

4. der Prinz of Wales

5. Kabinettsmitglieder der Vereinigten Staaten

6. Mitglieder des englischen Kabinetts

7. der Botschafter der Vereinigten Staaten in England

8. der englische Botschafter in den Vereinigten Staaten

9. der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich

10. der Botschafter der Vereinigten Staaten in Italien

11. der Botschafter der Vereinigten Staaten in Belgien

12. die Richter des Supreme Court der Vereinigten Staaten

13. die Senatoren des Staates New York

14. Sprecher des Repräsentantenhauses

15. Gouverneur der Philippinen

16.  Delegierte der Vereinigten Staaten bei der Abrüstungskonferenz

Quellen

Du kannst diese Information im Weltalmanach 1922 finden.

Anschlagbrett lesen

Es gibt Bilder von ein paar Männern dieser Aufgabe auf dem Anschlagbrett. Schau, ob der Sammlung ein paar Bilder aus aktuellen Zeitschriften oder Bildbeilage aus den Sonntagszeitungen hinzufügen kannst.

 

3. Woche

Bevor wir das Studium von der Regierung der Vereinigten Staaten verlassen, gibt es ein paar Dinge, die wir als Intelligente Staatsbürger wissen sollten. Wir werden ein paar dieser Dinge in dieser Woche lernen.

Aufgaben

AUFGABE 1. Wie wird ein Gesetz im Kongress verabschiedet?

AUFGABE 2. Wie wird die Verfassung abgeändert? Was ist ein Änderungsantrag?

AUFGABE 3. Die Änderungsanträge: was sie enthalten; lerne Nos. I – XVIII

Wenn du mit der Lösung dieser Aufgaben fertig bist, komm zu mir und gib einen mündlichen Bericht von dem was du gefunden hast.

Quellen

Jetzt bist du schon ausreichend vertraut mit den verschiedenen Büchern über die Regierung die wir haben, um eine ungefähre Ahnung zu haben, wo die Dinge zu finden sind, daher lasse ich dich deine eigene Geschicklichkeit nützen, um die Information, die du willst auszugraben.

Äquivalente

Die ersten beiden Aufgaben zählen als 2 Tage Arbeit, die letzte als 3 Tage.

 

 

4. Woche

Diese Woche werden wir drei weitere Aufgaben auf derselben Linie wie die letzte Woche haben. Die ersten beiden müssen schriftlich erledigt werden und ich werde dich über die letzte testen, wenn du fertig bist.

Aufgaben

AUFGABE 1. Was verbietet die Verfassung den Staaten zu tun?

AUFGABE 2. Welche Rechte haben die Staaten?

AUFGABE 3. Lerne die folgenden Definitionen. (Jede Person, die auf intelligente Weise über Regierungsangelegenheiten reden will, sollte wissen, was diese Begriffe bedeuten.)

1. Kongress – ein Körper von Männern, der die Gesetze der Vereinigten Staaten macht, dieser Körper besteht aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat.

2. Legislative Department – das Department, das mit dem Machen von Gesetzen zu tun hat

3. Exekutive Department – das Department, das darauf achtet, das die Gesetze erfüllt werden.

4. Juristische Department – das Department, das Gesetze erklärt und Gesetzesbrecher verurteilt.

5. Erstinstanzliche Zuständigkeit – ein Gericht hat die erstinstanzliche Zuständigkeit, wenn ein Fall zuerst in diesem Gericht eingereicht wird.

6. Berufungsinstanz – Ein Gericht ist die Berufungsinstanz, wenn dort ein Fall von einem niedrigeren Gericht eingereicht wird.

7. Admiralität – Rechtsprechung über Fälle aus maritimen Affären und Verbrechen, die auf hoher See verübt werden.

8. Botschafter – ein Beamter, der sein Land in einem fremden Land repräsentiert.

9. Konsul – ein Beamter, der sein Land hauptsächlich in kommerziellen Interessen in einem fremden Land vertritt.

10. Impeachment – Anklage gegen einen Beamten im öffentlich Dienst wegen Verbrechen oder schlechten Benehmens in seinem Amt.

11. Habeas Corpus – eine Vollmacht , die eine Untersuchung bezüglich der Legalität der Inhaftierung eines Einzelnen erzwingt.

12. Ex Post Facto Gesetz – macht eine Tat kriminell, die es nicht war als sie verübt wurde.

Quellen

Das Material für diese zwei Aufgaben kann in der Verfassung selbst gefunden werden oder in einem der Bücher über die Regierung.

Äquivalente

Die erste Aufgabe zählt als zwei Tage Arbeit; die Zweite als 1 Tag und die Dritte als 2 Tage.

 

 

GEOGRAFIEPENSEN

Pensum 1

(Für 8. Klasse, Schüler von 12 bis 13 Jahren alt)

Klasse VIII  Pensum 4

GEOGRAFIE

THEMA: CHINA

Du kennst schon einige von Chinas Problemen durch das Studium der Abrüstungskonferenz. Ich denke du wirst daran interessiert sein, mehr über diese außergewöhnliche Nation von 400 000 000 Leuten, deren natürlichen Fähigkeiten nicht geringer sind als unsere, obwohl ihre Sitten und Bräuche so verschieden sind.

Die Zivilisation von China ist wahrscheinlich um 2000 Jahre älter als die von Europa – also etwa 4000 Jahre alt. Einige sagen sie ist viel älter.

 

1. Woche

AUFGABE 1. Die drei großen chinesischen Religionen sind alle viel älter als die Christi. Der Gründer des Buddhismus war ein gebürtiger Inder. Konfuzius und Lao-Tsin waren Chinesen, die ihre Namen großen Religionen gaben. Du wirst über sie alle in der Menschheitsgeschichte von Van Loon, S. 240 – 250 lesen. Schreib etwa eine halbe Seite über jede Religion.

AUFGABE 2. Studiere sowohl die Karte S. 243 als auch die Illustration auf S. 249 sorgfältig.

AUFGABE 3. Auf den Regalen wirst du einen Satz Bilder über das Chinesische Leben finden, die es wert sind, genau betrachtet zu werden. Jedes Bild wird durch einen kleinen Paragrafen erklärt, der immer im Zusammenhang damit gelesen werden sollte. Es gibt viele Bilder über das Chinesische Leben auf den hinteren Seiten von Asia und Geografic. Ich werde ein paar dieser Magazine für dich auf die Seite legen.

AUFGABE 4. Schreib eine Seite über deine ersten Eindrücke als Reisender in China. Schreib darüber, wie du dich fühlst, über die Dinge, die dich interessieren.

Mr. Klauber verbrachte etwas Zeit in China. Er wird vor uns am Donnerstag sprechen, und wird einige interessante Bilder, Münzen und Papiergeld als eine Leihgabe des Museums mitbringen.

Äquivalente

Aufgabe 1 zählt als eineinhalb Tage Arbeit; Aufgabe 2 als einen halben Tag; Aufgabe 3 als einen Tag, Aufgabe 4 als einen Tag.

Fachliche Kürzungen/Überschneidungen

Frage den Leiter des Englischdepartments um zu sehen wie viel diese Arbeiten für Englisch zählen. Nachdem sie korrigiert und zufrieden stellend sind, schreib sie nochmals in dein Heft für Religionen ein.

 

 

 

2. Woche

Es gibt eine gute Karte von China und dem Fernen Osten auf S. 17 in deinem Übungsbuch. Du wirst es als viel einfacher und klarer finden als die Karte des Pazifiks.

Aufgaben

AUFGABE 1. Benenne Gewässer, Landflächen, Halbinseln, Länder, Provinzen, Flüsse und Kanäle laut Anleitung Exs. XIX und XX.

AUFGABE 2. Lies S. 200 – 235 in Asia, einer Geografieanthologie. In deinen Notizen lege besonderen Wert auf die Gründe für Chinas andauernde Isolation, die Bevölkerungsdichte und die Armut der Arbeiterschicht.

Für den Fall, dass mehrere Leute diese Aufgabe zur selben Zeit erledigen wollen, kann ich auf Lesestoff in anderen Büchern hinweisen.

ACHTUNG: Zwei Chinesische Studenten werden uns in unserem Geografievortrag am Donnerstag besuchen. Sie werden uns Hinweise geben, um uns an das chinesische Spiel Mulan zu gewöhnen und jede Frage, die du stellen könntest beantworten.

Äquivalente

Aufgabe 1 wird als zwei Tage Arbeit zählen; Aufgabe 2 als drei Tage Arbeit.

 

3. Woche

Aufgaben

AUFGABE 1. Lies über die chinesische Republik in Robinsons Commercial oder Advanced Geography von Dodge nach. Mach dir Notizen und beantworte diese Fragen:

1. Warum ist die Bevölkerung von China in bestimmten Provinzen so dicht? Gib Details.

2. Warum lehnen die Chinesen Arbeit erleichternde Maschinen ab?

3. Kannst du erklären warum sie sich in 2000 Jahren so wenig entwickelt haben?

AUFGABE 2. Finde heraus wie Seide produziert wird und schreibe darüber. Beziehe dich auf den American Educator oder dem Werbematerial auf den Regalen. Finde heraus welche anderen Ländern in größeren Mengen Seide produzieren, und welches Land die meiste verbraucht. Untersuche die Muster im Museum und geh in die Klasse und frag Miss Baily dir zu zeigen, wie Seide gewoben wird. Dein Kunstpensum hat dieses Monat mit Textilien und Färben zu tun. Das ist besonders interessant.

ACHTUNG: Einige von euch werden sich an den Besuch der Seidenshow im Grand Central Palace letzten Frühling erinnern. Mr. Eaton von der Nonotuck Silk Company schickt uns ein paar Seidenraupe, damit du sie bei der Arbeit beobachten kannst.

Äquivalente

Das Lesen für Aufgabe 1 wird als zwei Tage Arbeit zählen; das Beantworten der Fragen in Aufgabe 1 wird als einen Tag Arbeit zählen. Aufgabe 2 wird als zwei Tage Arbeit zählen.

 

4. Woche

Aufgaben

Ich gebe dir eine Auswahl von Themen zur Nachforschung. Wähle zwischen „The Chinese Boy“ oder „The Chinese Girl“. Während du mit dem Lesen vorankommst wirst du verstehen, wie die Zwischentitel, die ich vorschlagen werde, mit dem Gebiet das du ausgewählt hast, zusammenhängen.

The Chinese Boy.

Ahnenverehrung

Erziehung

Chinesische Schrift

Untersuchungen

Der Mandarin

The Chinese Girl.

Sie ist nicht erwünscht – warum?

Fußbandagen

Kleidung

Polygamie

Die Schwiegermutter

Bezieh dich auf eines der Bücher über China. Schau in den Index was dich interessiert.

Es gibt einige interessante Bilder vom chinesischen Leben und von bekannten Chinesen im Geschichtezimmer. Der Donnerstagvortrag wird in der Art einer Diskussion sein. Die Buben können die Seite des chinesischen Buben einnehmen und die Mädchen die Seite des Mädchens. Frage: China ist der beste Ort auf der Welt um erzogen zu werden.

Äquivalente

Das Lesen deines Themas wird als zwei Tage Arbeit zählen, das Schreiben als drei Tage Arbeit.

 

Pensum 2

(für siebente Klasse, Schüler 11 bis 12 Jahre alt)

Klasse VII.

GEOGRAfIE

4. Pensum

Thema: Süd-Amerika.

Du bist vom Handelsminister der amerikanischen Regierung ernannt worden um Süd-Amerika zu besuchen und von den kommerziellen Ressourcen und Möglichkeiten dieses Kontinents zu berichten.

 

 

1. Woche

Bevor du deine Reise antreten willst du dich wahrscheinlich ein wenig mit den Karten von Südamerika vertraut machen.

Aufgaben

Aufgabe 1. Erstelle eine politische Karte von Nord- und Südamerika, mit dem Äquator, den Polen, den Zonen, den wichtigsten Flüssen und Bergketten.

Aufgabe 2. Vergleiche die Lage von Nord- und Südamerika in Bezug auf den Äquator, die Pole, die Longitude, andere Kontinente.

Aufgabe 3. Vergleiche die Küstenlinien der beiden Kontinenten. Welche hat wenig Häfen?

Aufgabe 4. Lies Prospekte der Dampfschifffahrtsgesellschaften über Südamerika und bestimme eine Route, die  es dir ermöglicht alle wichtigen Länder Südamerikas, einschließlich Boliviens, zu besuchen. Du könntest es in Brasilien für notwendig erachten zwei oder drei Städte zu besuchen um dem Handelsminister einen allumfassenden Bericht zu erstatten.

Achtung: Statt einer Besprechung gehen wir diese Woche alle in den Central Park um der Enthüllung der Statue „Bolivar“ durch zwei unserer Kinder, Patricia und Maraquita MacManus, beizuwohnen, deren Urgroßvater der erste Präsident Boliviens war. Es ist für uns alle interessant zu wissen dass diese Statue das Werk von Peggys Modellierlehrerin ist.

Aufgabe 5. Für einen kurzen Bericht über die Geschichte Südamerikas, lies S. 203 – 205 in Tarr und McMurry, Book II. Berichte mündlich über Aufgaben 2, 3, 4 und 5.

Äquivalente

Aufgabe 1 zählt als zwei Tage Arbeit, Aufgabe 2 und 3 als einen Tag Arbeit, Aufgabe 4 als einen Tag Arbeit und Aufgabe 5 als einen Tag Arbeit.

 

2. Woche

Du bist nun dazu bereit, deine Reise zu beginnen.

Aufgaben

AUFGABE 1. Ich schlage vor, du machst nur kurze Besuche in Venezuela und Guyana, notierst nur die Hauptprodukte und die klimatischen Besonderheiten.

AUFGABE 2. Die Vereinigten Staaten sind sehr an den derzeitigen und potenziellen Ressourcen von Brasilien interessiert. Stelle an mehreren Häfen fest, welche Produkte in welchen Mengen exportiert werden.

AUFGABE 3. Lern so viel wie möglich über das Amazonastal. Informiere dich über das Thema Kautschuk.

Quellen

Du wirst Informationen, die es dir möglich machen diese Erfahrungen zu interpretieren in einigen von folgenden Büchern finden: -

Geography of Commerce and Industry – Robinson.

American Educator.

Man and His Work – Herbertson.

Advanced Geography.

Tarr and McMurry. Buch II.

Story of Rubber – John Martin

Schriftliche Aufgaben

Mach dir zu deinem eigenen Nutzen Notizen bevor du mit jeder Aufgabe beginnst.

Äquivalente

Aufgabe 1 (mit Notizen) wird als einen Tag Arbeit zählen; Aufgabe 2 als zwei Tage Arbeit; Aufgabe 3 als zwei Tage Arbeit.

 

3. Woche

Setze deine Reise fort und beende sie.

Aufgaben

AUFGABE 1. Mach nur kurze Besuche in Uruguay und Paraguay.

AUFGABE 2. Besuche Argentinien und stelle so genaue Erkundigungen wie in Brasilien an.

AUFGABE 3. Besuche Peru und Chile, mache so genaue Erkundigungen wie vorher und erforsche den Einfluss der Anden auf das Klima dieser Länder.

AUFGABE 4. Mach einen kurzen Besuch in Kolumbien um festzustellen, ob es dort ergiebige Ölfelder gibt.

Quellen

Siehe Pensum von letzter Woche.

Schriftliche Aufgaben

Mach dir Notizen so wie letzte Woche

Äquivalente

Aufgabe 1 und 4 werden jeweils als einen halben Tag Arbeit zählen; Aufgabe 2 und 3 jeweils als zwei Tage Arbeit.

 

4. Woche

Der Minister erwartet deinen Bericht am 10.. Er sollte auf deinen Notizen basieren und sollte nicht mehr als zehn eng beschriebene Seiten umfassen.

Äquivalente

Zwei oder mehr Seiten werden als einen Tag Arbeit zählen. Der Bericht wird wie auch immer nicht als vollständig erachtet, solange nicht alle deine Notizen in ihm eingeschlossen wurden.

PENSUM 3

(für High School Schüler von 13 bis 14 Jahren)

High School GEOGRAPHY

1. Jahr Pensum 4

Wir haben einige Zeit an Aufgaben gearbeitet, die von der Abrüstungskonferenz mit besonderem Hinweis auf China und Japan vorgeschlagen wurden. Wir werden nun dieselben Aufgaben und viele neue aus dem Blickwinkel der Kolonialmacht Britannien aufnehmen.

 

1. Woche

Aufgaben

AUFGABE 1. Lies im New World von Isaiah Bowman – einem aktuellen und maßgebenden Buch über politische Geografie – Kapitel II über „Probleme der Kolonialmacht Brittanien“, S. 12 – 16, die einleitenden Paragrafen in denen die Ausmaße des British Empire und die Gewinne durch den Great War besprochen werden. Das ganze Kapitel geht von S. 12 – S. 79.

Es ist der Mühe wert, ziemlich umfangreiche Notizen zu machen.

AUFGABE 2. Auf S. 31 der Practical Map Exercises, Östliche Hemisphäre, wirst du eine Weltkarte finden. Suche diese Karte. Liste die Teile des British Empire wie auf S. 29 der New World vorgegeben auf. Mach diese Teile auf der Karte ausfindig indem du ordentliche Abkürzungen in Großbuchstaben oder entsprechende Nummern statt ganzer Worte benützt.

Du wirst eine Weltkarte finden, auf der das British Empire im Economic Atlas von Lyde in rot dargestellt wird. Im Atlas of Reconstruction von Rand & Mc Nally wirst du die Beiträge zum Empire seit 1914 finden.

Äquivalente

Aufgabe 1 wird als drei Tage Arbeit zählen; Aufgabe 2 als zwei Tage Arbeit.

 

2. Woche

Aufgaben

AUFGABE 1. Lies im New World sorgfältig (mach wie üblich Notizen) S. 16 – 27 über die Handelsorganisation des Empire und die Paragrafen auf S. 28, die mit der politischen Linie Großbritanniens gegenüber Teilen des Empire zu tun haben.

AUFGABE 2. Ergänze deine Notizen mit einer einseitigen Diskussion über eines der folgenden Themen:

Die Beziehung zwischen Kohle und Industrie.

Die Ähnlichkeiten zwischen England und Japan.

Freier Handel und Protektion als nationale Politik.

Äquivalente

Aufgabe 1 wird als drei Tage Arbeit zählen; Aufgabe 2 als zwei Tage Arbeit.

 

3. Woche

Die fünf autonomen Dominion – Kanada, Australien, Südafrika, Neuseeland und Neufundland – bilden mehr ein Bollwerk als eine Bedrohung für das British Empire. Dennoch sind sie mit ihrem großen Maß an Freiheit nicht gänzlich zufrieden, wie du auf S. 29 – 30 der New World von Bowman lesen kannst.

Die größten Probleme, denen sich Großbritannien ausgesetzt sieht, entstehen (laut Bowman, der Südafrika offensichtlich aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet) durch jene Teile des Empire in denen ein starker Nationalismus mit Revolutionen droht: – Irland, Südafrika, Indien und Ägypten. Als dieses Buch geschrieben wurde, konnte eine Vereinbarung zwischen Englischen und Irischen Delegierten gefunden werden, die offensichtlich das Problem Irland löst. Mach dir genaue Notizen über dessen Umstände und Bedingungen aus der New World. (Dieser Bericht über die Irische Frage scheint in manchen Einzelheiten lückenhaft) Finde mehr heraus über:

1. Den großen Irischen Führer des 19. Jahrhunderts.

2. Die Sinn Fein Party.

Äquivalente

Das Lesen und die Notizen werden als drei Tage Arbeit zählen; die Fragen, die du mit mir erläuterst werden als zwei Tage Arbeit zählen.

 

4. Woche

Bringe jedes Buch oder jede Zeitschrift in die Schule mit, die Berichte über den irischen Konflikt oder über die kürzlich erreichte Übereinkunft enthalten. Ich werde alles was ich darüber finde mitbringen.

Entscheide, welcher Aspekt der Frage dich am meisten interessiert und nimm dir vor, eine bestimmte Menge zu lesen.

Schreib einen Aufsatz über, sagen wir 3 Seiten aus dem Blickwinkel von Ulster, der Briten oder von Sinn Fein. Betone radikale, religiöse, politische oder wirtschaftliche Unterschiede so wie es dir am besten scheint. Du wirst für diesen Aufsatz Anrechnungen im Englischdepartment erhalten. Der beste wird in der Versammlung am Mittwoch verlesen werden.

ACHTUNG: Mr. Seumas MacManus, der irische Schriftsteller wird am Dienstag in der Schule sein. Er wird an unserer Versammlung in der dritten Woche teilnehmen. Am Dienstag der vierten Woche wird Mr. Humphrey (er ist in politischen Kreisen wohl bekannt und nahm die Eröffnung des Sulgrave Manor vor) wird eine Seite im Irischen Konflikt einnehmen zu der du ihn befragen willst. Es wird vielleicht für dich interessant sein, mit Tom, dem schottischen Zimmermann zu sprechen, der ein paar entschlossene Ansichten vertritt.

 

PENSUM MATHEMATIK

Pensum 1

(für Schüler der 8. Klasse von 12 bis 13 Jahre)

Klasse VIII  

Mathematik  

5. Pensum

Es geschieht oft, dass ein geschäftliches Unternehmen zu Gros für ein Individuum oder zwei Individuen ist um all das benötigte Geld zu verschaffen. Deshalb vereinigen einige Personen sich und bilden eine Aktiengesellschaft oder -gemeinschaft. Du möchtest z.B. $ 50.00 oder mehr für dein „Puppentheater“. Wir nehmen an dass alle Schüler aus der 7. und 8. Klasse eine Aktiengesellschaft bilden und zustimmen eine bestimmte Zahl von Aktien kaufen wollen.

Wir nennen die Aktiengesellschaft die „Puppentheater Gesellschaft“. Edgar ist der Vertreter der Gesellschaft, er verkauft also die Aktien. Er bekommt einige nicht ausgefüllte Aktienzertifikate, du kannst also bei ihm Aktien kaufen.

Das Kapital der Gesellschaft ist $ 50.00 und jede Aktie hat einen Wert von $ 1.00. Wenn Alice 10 Aktien kauft muss sie also $ 10.00 zahlen. Es ist Edgars Aufgabe so zu verkaufen dass alle Mitglieder der Klassen VII und VIII Aktieninhaber sein können.

Die Gewinne einer Gesellschaft heißen Dividende und sie werden regelmäßig unter den Aktieninhabern verteilt, nach der Zahl von Aktien die jeder besitzt.

Eine Aktie ist kein Geld, aber sie kann für Geld gekauft und verkauft werden und ein Aktieninhaber kann nur Geld dafür bekommen wenn er sie einem verkauft der sie kaufen will. Der Nennwert ist der wirkliche Wert jeder Aktie. Die Aktien können unter ihrem Wert (at a discount) oder über ihrem Wert (premium) verkauft werden.

 

1. Woche

Aktien. Wir bekommen nun einige Aufgaben zum Kauf und Verkauf dieser Aktien.

Mitteilungsbrett lesen

Auf dem Mitteilungsbrett im Klassenzimmer für Mathe findest du eine Liste mit den Namen der Schüler die Aktien gekauft haben. Diese Liste nennt auch die Zahl von Aktien die sie gekauft haben.

Aufgaben

1. Berechne wie viel jährliche Dividende Gretchen für ihre Aktien zu viereinhalb % erhält.

2. Berechne die jährliche Dividende von allen Aktieninhabern wenn die Zinsen 5% pro Jahr betragen.

3. Wie viel Aktien mit zweieinhalb % Zinsen muss Eugene haben um ein Jahreseinkommen von $1.00 zu erreichen?

4. Wie viele Aktien zu 56% kann er für $30.00 kaufen?

5. Elizabeth Sandler verkauft 6 von ihren „Puppentheater“-Aktien um 35% und investiert den Ertrag in Bankaktien zu $0,45. Wie viel Bankaktien kauft sie?

6. Bearbeite die Fragen 8, 9, 10 auf Seite 245 und Fragen 2, 3, 4 und 5 auf Seite 244 der Ontario Public School Arithmetic.

 

Schriftliche Aufgaben

Wie gewöhnlich machst du diese Aufgaben in deinem Heft.

Besprechung

Während unserer Besprechung, die zum Glück früh in der Woche stattfindet, wird Edgar seine Aktien verkaufen. Wir machen eine Liste von den verkauften Aktien und heften diese auf das Mitteilungsbrett.

Äquivalente

Aufgabe 1 und  2 zählen als einen Tag Arbeit, Aufgabe 3, 4 und 5 zählen als einen Tag Arbeit: Aufgabe 6 zählt als drei Tage Arbeit.

 

2. Woche

Zinsen.

Zins ist das Geld das für den Gebrauch, für das Leihen von Geld bezahlt wird.

Das Kapital ist der Geldbetrag über den die Zinsen berechnet werden.

Der Betrag ist die zu zahlende Geldsumme am Verfalltag. Er umfasst Kapital plus Zinsen.

Der Prozentsatz zeigt wie viel Prozent Zinsen pro Jahr bezahlt wird.

Quellen

Lies sorgfältig Paragraf 390 auf Seite 184 von „The New Practice Arithmetic“.

Aufgaben

Mach die Aufgaben auf 391.

Du wirst sehen dass sie nach den Zinsen auf diese verschiedenen Summen zu 6% nach 60 Tagen, 30 Tagen, 90 Tagen, 6 Tagen, 12 Tagen, 18 Tagen, 3 Tagen, 2 Tagen, 24 Tagen fragen. Berechne dies auf die einfachste Weise.

Äquivalente

Jede der vier Aufgaben zählt als einen Tag Arbeit.

Schriftliche Aufgabe oder mündlicher Bericht

Du solltest sehr viele dieser Aufgaben im Kopf berechnen können. Den Rest kannst du in deinem Heft machen.

Besprechung

Ich werde die Zeit von der Besprechung dieser Woche benutzen um die ersten Prinzipien von Zinsen für diejenigen zu erklären, die keine Schwierigkeiten mit den Zinsen hatten.

 

3. Woche

Rückschau. Wir werden unsere Zeit diese Woche einer allgemeinen Rückschau widmen.

Aufgaben

1. Ein Grundstück ist 8,5 Ruten lang und 6,4 Ruten breit. Welche Dezimalzahl eines Acre ist es?

2. Ändere 3/25 in eine Dezimalzahl und dividiere das Ergebnis durch 0.25, durch 2.5, durch 25.

3. Welcher Teil eines Kubikfußes ist ein Block mit 12 mal 6 mal 2 Inch?

4. Wie viel kostet es ein Haus um $7, 200.00 bei 3/8%; bei 3/10%; bei 1/4% zu versichern?

5. Ein Händler verkauft 65% seines Holzbestands und hatte dann 7000 Fuß: Wie viel Holz hatte er vor dem Verkauf?

6. Ein Haus mit einem Wert von $4,500.00 ist zu 2/3 seines Werts auf 3/5% versichert. Wie hoch ist die Prämie?

7. Wie hoch sind die Zinsen von $1.00 um 6%? Für 3 Jahre? Für 2 1/2 Jahre?

8. Wie hoch sind die Zinsen von $1.00 für 30 Tage um 6%? Für 6 Tage? Für 18 Tage? Für 24 Tage?

9. Ein Mann, der 3/4 einer Mine besaß, verkaufte 1/3 seines Anteils um $2,650.00; Was ist der Wert der Mine zu dieser Rate?

10. Ein Kreis ist 14 Fuß im Durchmesser. Errechne die Fläche und den Umfang.

11. Was ist das Verhältnis von 3 1/2 Fuß zu 10 1/2 Fuß? Von 6 Inch zu 18 Inch? Von 12 1/2 lbs. zu 50 lbs.?

12. Welche Dezimalzahl entspricht 1/4, 3/4, 1/3, 2/3, 1/6, 5/6, 1/8, 3/8, 3/5, 4/5?

13. Ein Mädchen ist 15 Jahre alt und ihr Alter 3/10 vom Alter ihres Vaters. Wie alt ist ihr Vater?

14. Wie oft dreht sich ein Reifen mit 7 Fuß im Durchmesser um 132 Fuß zurückzulegen? 83 Fuß?

15. Ein Bub zahlte 2/5 seines Geldes für eine Schiefertafel und 1/10 für ein Lineal. Welcher Anteil bleibt ihm?

Äquivalente

Jede der drei Fragen zählt als einen Tag Arbeit.

Schriftliche Aufgaben

Mach darüber Aufzeichnungen in dein Heft.

 

4. Woche

Gekrümmte Oberflächen.

Du wirst dich daran erinnern, dass wir an ein paar einfachen Aufgaben von Kreisen, gekrümmten Oberflächen, etc. in der ersten Woche unseres 4. Pensums gearbeitet haben.

Aufgaben

Diese Aufgaben sind eine Fortsetzung der Arbeit aus dem 4. Pensum.

AUFGABE. Bearbeite die Fragen der Übung XIX aus dem Buch I, der Arithmetik von Philips.

ACHTUNG: Du kannst das wählen oder eine der Wochen in Algebra aus dem Teil B.

Äquivalente

Die Übung zählt als fünf Tage Arbeit.

Damit endet Teil A.

BESPRECHUNG.

In der Besprechung dieser Woche werden wir eine allgemeine Rückschau über die Arbeit aus dem 5. Pensum machen.

 

TEIL B.

ALGEBRA

Part B ist nicht für euch alle verpflichtend, aber ich hätte gerne, dass es so viele wie möglich versuchen. Wenn du Teil B und C zufrieden stellend abschließt, wirst du in deinem Zeugnis als „sehr guter Schüler“ vermerkt werden.

Aufgaben

Du wirst die Seiten 1 und 2 der General Mathematics sehr genau lesen.

AUFGABE 1. Was ist eine Gleichung?

Erkläre mir entweder mündlich oder mit Hilfe einer schriftlichen Arbeit, wie dieses Experiment beweist, dass bei einer Subtraktion derselben Zahl auf beiden Seiten einer Gleichung der Rest gleich bleibt.

AUFGABE 2. Da ist noch ein Beispiel auf Seite 3 beschrieben, das beweist wenn beide Seiten einer Gleichung durch dieselbe Zahl dividiert werden, die Quotienten gleich bleiben. Kannst du das ebenfalls erklären?

Mach alle Aufgaben auf Seite 2 und 4.

 

Äquivalente

GLEICHUNGEN.

Die Teile eines Ausdrucks, die durch Pluszeichen (+) oder Minuszeichen (-) getrennt sind, werden Glieder einer Zahl genannt.

Daher sind 2a und 3b die Glieder der Zahl 2a+3b. Eine einstellige Zahl wird Monomen genannt.

AUFGABE 1.

8-7-2=?      8x-7x-2x=?

8+2-7=?     8x+2x-7x=?

2+8-7=?     2x+8x-7x=?

Der Wert eines Ausdrucks bleibt unverändert, wenn die Reihenfolge der Glieder verändert wird, vorausgesetzt jedes Glied trägt sein Vorzeichen auf der linken Seite. Wenn kein Zeichen auf der linken Seite des ersten Glieds eines Ausdrucks steht, wird es als Pluszeichen verstanden.

ÄHNLICHE und UNÄHNLICHE GLIEDER

Glieder, die dieselbe Variable als Faktor haben, wie 2x, 3x und 5x sind ähnliche Glieder. Ihre Summe ist ein eingliedriger Ausdruck, nämlich 10x. Wenn Glieder keine gemeinsame Variable als Faktor haben, wie 2x und 3y werden sie unähnliche Glieder genannt.

Algebraische Ausdrücke werden durch die Kombination von ähnlichen Gliedern vereinfacht. Das Kombinieren von ähnlichen Gliedern auf entweder der rechten oder linken Seite der Gleichung bringt uns dieselbe Gleichung in einfacherer Form.

AUFGABE 2. Löse die folgenden Gleichungen:

1. 2x – 7 = x + 3.

2. 3x + 2 = x + 8.

3. 5x – 3x + 2x – 2 = 2x + x + 12.

4. 16y – 8y + 3y – 2 = 5y – 2y + 14.

5. 20 + 4x = 38 – 10x.

6. 5x + 3 – x = x + 18.

7. 7r + 18 + 3r = 32 + 2r – 2.

8. 16 + 6s + 30 + 6s = 4s + 8 + 12 + 3s + 13 + s129.

9. 25y – 20 – 7y – 5 = 56 – 5y + 5.

 

Äquivalente

Aufgabe 1 zählt als einen halben Tag Arbeit: in Aufgabe 2 zählen zwei Fragen als einen Tag Arbeit.

TEIL C.

Bearbeite die folgenden Aufgaben:

AUFGABE 1: Ein Gartenroller ist 4 Fuß und 8 Inch im Umfang und ist 2 Fuß und 10 Inch lang. Wie viele Quadratmeter (square yards) Boden wären bedeckt, wenn er sich 12-mal gedreht hat?

AUFGABE 2. Die Seiten eines hölzernen Gebäudes sind 50 Fuß lang, 18 1/2 Fuß breit und mit  12 1/2 Fuß hohen Wänden müssen gestrichen werden. Errechne die Fläche, die so zu behandeln ist.

 

Pensum für Zeichnen

Pensum 1

( für Schüler der fünften Klasse 9 bis 10 Jahre)

Klasse V     Zeichnen     3. Pensum

Weihnachtsgeschenke

Kleiner Blockdruckteppich oder Zeitschriftumschlag.

DESIGN

1. Betrachte genau das Mustermaterial: einen kleinen Blockdruckteppich, Entwürfe und Blockdruck, auf dem grünen Mitteilungsbrett. Beachte die schöne,  interessante Raumverteilung in den Entwürfen – sie sind nicht gleich. Beachte die interessanten Winkel der Entwürfe. Sie sind auch verschieden.

2. der Beginn:

Wähle das Format für deinen Entwurf und schneide ein Stück Manila Zeichenpapier von dieser Größe aus. Entscheide dann über die Form – soll es die Form eines Blattes oder einer Blume sein? Denk über die Kurven nach und mach sie schön wenn du sie schneidest. Wenn du eine große Form so geschnitten hast, dass sie dir gefällt denk über die Ränder nach. Kannst du diese Ränder interessanter machen? Betrachte nochmals die Ränder der Entwürfe auf dem Mitteilungsbrett. Bemerke dass die Ränder regelmäßig dekoriert sind. Denke darüber nach, was du machen kannst.

Wenn deine Ränder geschmückt sind, denke dann an den  Mittelteil deines Entwurfs. Hier musst du dir die Raumverteilung  sorgfältig überlegen. Geh sicher, dass du Abwechslung hast und dass die Form von der Mitte zu dem äußeren Design passt. Gebrauche dunkles Papier für diesen Teil des Entwurfs. Mach deinen Entwurf sorgfältig und zeige ihn mir zur kritischen Beurteilung. Das Entwerfen ist eine Woche Arbeit. W

WIE DU DEINEN BLOCK MACHEN KANNST.

Übertrage deinen Entwurf auf ein Stück dünnes, weises Pauspapier indem du um jeden Teil eine Linie ziehst. Wenn du es nicht verstehst, bitte mich es dir zu zeigen.

Wenn dein Entwurf gut übertragen worden ist, holst du dir ein Stück Linoleum von der richtigen Größe von mir, gib eine dünne Schicht Pasta auf das ganze Stück Linoleum und leg dein Pauspapier darauf.

Lege eine Zeitung darauf und reibe vorsichtig mit einem Bleistift darüber.

Wenn das gut getrocknet ist, kannst du deinen Linolschnitt machen. Bitte mich dir zu zeigen wie man das macht.

Das zählt als zweieinhalb Tage Arbeit.

WIE DU DEINEN ENTWURF AUF DEINE UNTERLAGE ODER DEINE ZEITSCHRIFT GIBST

Wir nennen dies „Entwurf drucken“. Ich werde dir zeigen müssen wie man das macht. Suche folgende Materialien bevor du mich bittest dir zu helfen:

10 Nadeln, Spule und Faden, deinen Blockdruck, ein Lineal, 4 Reißnägel, dein Leinen oder deine Seide, ein Reisbrett und entweder 4 Papiertücher oder ein Stück Filz oder Baumwolle zur Polsterung.

Das Entwerfen und Herstellen deines Geschenks sind Arbeit für anderthalb Woche. Das bedeutet dass du insgesamt drei Wochen Arbeit geleistet hast

 

PENSUM Nr. 2

(für Schüler der siebenten Klasse zwischen 11 und 12 Jahre.)

Klasse VII   KUNSTPENSUM   3. Monat

WEIHNACHTSGESCHENKE

Tasche oder Tischtuch mit Schablonenmuster

DESIGN

verwendete Materialien: Manila Papier, Scheren, veranschaulichendes Material auf dem Anschlagbrett oder auf dem braunen Tisch.

Das Design selbst: Studiere das veranschaulichende Material genau. Beachte die Vielfalt der Formen, die interessanten Formen, die Tatsache, dass entweder Licht oder Schatten am wichtigsten sind, die Tatsache, dass sowohl dein Hintergrund als auch dein Vordergrund interessant sein müssen und dass alles zusammenhält, dass alles eine Einheit und ein Design ist.

Der Anfang: Wähle die Größe und Form deines Motivs aus. Entscheide dich, ob es Blatt- oder Blumenmotiv sein soll. Falte dein Papier in der Mitte (nachdem du es in der richtigen Größe zugeschnitten hast) dann öffne es, bevor du damit beginnst deinen Entwurf auszuschneiden.

Dein Entwurf: Betrachte dein Stück Papier genau und achte darauf, ob du einen Entwurf darin entdecken kannst. Arbeite zuerst nur auf einer Hälfte deines Papiers, mach dann die andere Hälfte wie die erste. Schneide zuerst die eigentliche Form, Blatt oder Blume aus. Dann beginne damit einen Entwurf für die Mitte zu erarbeiten und denk dabei sorgfältig über die dunklen und hellen Formen nach. Geh sicher, dass es Vielfalt und schöne Linien gibt. Bringe deinen Entwurf zur Kritik zu mir. Schneide den Entwurf aus dem Papier aus.

DAS ÜBERTRAGEN DES ENTWURFS.

Bitte mich dir zu zeigen, wie du mit der Schablone zu arbeiten hast. Wähle sorgfältig die Größe und Proportion deiner Tasche und deines Tischtuchs aus. Entscheide dich wo genau dein Entwurf sein soll. Dein Design kann als Rand sowohl auf der Tasche als auch auf dem Tischtuch benützt werden. Probier es auf Papier in verschiedenen Abständen aus um zu sehen, wie es wirkt. Versuch, dass der Platz zwischen deinen Designs eine interessante Form bildet. Wenn du deine Wiederholungen geplant hast, lass mich dein Arrangement sehen, bevor du es auf das Material gibst.

Materialien, die du für das Schablonieren benötigst: Nadeln, Faden, eine Bürste, Farbe, Seide oder Leinen für dein Weihnachtsgeschenk.

 

Pensum Musik

Pensum 1.

(Für Schüler der sechsten Klasse, 10 bis 11 Jahre alt)

Klasse VI     Musik     5. Pensum

1. Woche

Lesen.

Wir gehen weiter mit dem Studium von Volksliedern. Wähle zwei Lieder aus der Liste, die wir im letzten Monat gemacht haben und lerne auf folgende Weise:

1. Welcher Takt ist das? Klatsche den Rhythmus. Welche rhythmischen Muster gibt es?

2. Suche die melodischen Muster. Schreibe diese in dein Musikheft und notiere, wie oft es vorkommt. Singe die erste Strophe. Singe die zweite Strophe und dann das ganze Lied.

3. Was ist der Grundton? Schreibe die Haupttonart dieses Tons. Schreib den Hauptakkord dieses Tons. Gibt es Strophen, die nur aus Tönen von diesem Akkord bestehen?

4.Spiele das Lied auf dem Klavier (nur die Melodie). Kannst du sie in einer andern Tonart spielen?

5.Schreibe das Lied aus dem Gedächtnis in dein Musikheft.

Schreibe es in einen anderen Schlüssel um.

Oben stehendes zählt als fünf Tage Arbeit.

2. Woche

Singen.

l. Lerne die Übungen 21, 22, 23 und 24 in deinem Solfeggiobuch.

Vermerke nichts auf deiner Karte bevor wir diese in der Besprechung gesungen haben.

Drei Tage Arbeit.

2. Wir werden einen Teil von unserer Besprechung dem Erlernen von folgenden Liedern widmen:

(a) Alle Vögel sind zurück;

(b) früh eines Morgens;

(c) Nun ist der Tag vorüber.

Den Text auswendig lernen ist zwei Tage Arbeit.

 

3. Woche

RHYTHMUS.

1. Teile die folgenden Übungen in Takte ein, wie vom Taktzeichen angezeigt und   

Das zählt als einen Tag Arbeit.

2. Lies dir den Text des Liedes „Lady Moon“ genau durch. Zeichne die Notenköpfe, die Taktzeichen und die Balken ein. Geh sicher, dass alle Takte ausgefüllt sind.

Drei Tage Arbeit.

3. Hier sind die ersten Strophen der Volkslieder, die du kennst. Erkennst du sie? Wenn du dir sicher bist, schreib die angegebenen Taktzeichen, Balken und Worte auf.

Einen Tag Arbeit.

Du solltest Rhythmen durch zuhören erkennen und sie durch geschriebene Symbole wiedergeben können. Unsere Trainingsstunden sollten dir dabei helfen.

 

4. Woche

HARMONIE.

Harmonisiere eines der Volkslieder, die du unter LESEN studiert hast.

Zwei Tage Arbeit

GESCHICHTE.

In deinem Englischpensum in diesem Monat wirst du über das Leben ein paar großer Musiker schreiben. Du wirst auf dem Anschlagbrett im Musikzimmer die Bilder von Musikern finden, von denen du gelernt hast, sowie eine Liste von Fragen betreffend die Musiker, die dir helfen wird, dir die Punkte zu merken, die wir in unserem Studium diskutiert haben.

Die Arbeit in Englisch wird für zwei Tage Arbeit in Musik zählen.

VOKABULAR.

Der Komponist markiert seine Komposition mit „adagio“: wie wirst du sie spielen? Wird ein Krippenlied piano oder forte gespielt werden?

Einen Tag Arbeit.

 

KAPITEL VII

DIE Grafische METHODE UM FORTSCHRITTE ZU VERMERKEN

 

Als wir mit dem Dalton Laboratory Plan anfingen bekamen die Schüler ein Tagebuch worin sie die Menge Arbeit die sie in jedem Schulfach geleistet hatten, aufschreiben sollten, bevor sie den Fachlehrraum verließen. Aber diese Methode, die nicht nur viel extra Lesen für den Lehrer bedeutete, erwies sich bald als nicht adäquat für dieses Ziel. Zur selben Zeit wurde es deutlich dass irgendeine Norm für Zeit und Arbeit essenziell war. Oft waren Schüler die tüchtig gearbeitet hatten, erstaunt als sie erkannten, dass sie am Ende der Woche mit ihrem Pensum ungenügend vorwärts gekommen waren. Ohne Kontrolle die ihnen genau zeigte was sie getan hatten, waren sie, wie sich für uns herausstellte, geneigt zu viel Zeit auf ein Lieblingsfach zu verwenden und zu wenig auf die andern. Sie schweiften oft vom Pensum ab und sogar von den darin genannten Themen.

Die zuerkannte Zeit wurde ohne jedes echte Gefühl der Verantwortung verwendet. Verständnis für was Verantwortung bedeutete fehlte völlig. Solange die Zeit nicht bewusst verpasst wurde, verstanden Schüler damals nicht dass die richtige Einteilung von ihrer Zeit wesentlich war um die Zeit gut und auf richtige Weise zu verwenden. Sie waren wie Leute die glaubten dass man ihnen die gemachten Beurteilungsfehler verzeihen sollte weil sie gute Absichten hatten. Sie machten keine Schätzungen von der Zeit, sie vergeudeten die nur. Ich habe meine frühen Experimente schon erzählt, als die Methode um Fortschritte grafisch festzulegen zum ersten Male in mir wach wurde. Es wurde sehr bald klar dass sie weit besser als die Tagebuchmethode war und seitdem wurde sie ein integrales Teil vom Dalton Plan. Dieses Mittel hilft dem Schüler nicht nur seine Zeit vernünftig einzuteilen sondern auch diese bei der Erfüllung von seiner Aufgabe anzupassen. Der Kontrakt zeigte sich klar als eine richtige Einheit und gab ein Gefühl der Verantwortung ohne den Schüler aufzuhetzen. Aber die Tabelle hat noch mehr getan. Sie hat die Aufgabe vom Lehrer erleichtert und die Arbeit in den Fachlehrräumen und die allgemeine Schulorganisation vereinfacht.

Es gibt drei Arten von „graphs“ (Tabellen). Die Erste ist die Lehrer Fachlehrraum-Tabelle („Instructor's Laboratory Graph“), die im Fachlehrraum aufbewahrt bleibt, unter der Hut vom Fachlehrer. Diese Tabellen sind in fünf oder mehr Farben gedruckt worden, eine für jede von den unterschiedlichen Klassen. Das folgende Beispiel ist, wie alle meine Tabellen, durch die Educational Supply Association, 40A Holborn Viaduct, London, gedruckt worden und kann in den Vereinigten Staaten über die Children's University School bestellt werden.

Tabelle I nimmt an, dass es 35 Schüler in der Klasse gibt. Ich habe einige Namen ausgefüllt um deutlich die Methode um Fortschritte zu vermerken zu zeigen. Mary, Clara, Dorothy und Helen sind, nehmen wir an, mit der Arbeit für die erste Woche vom Monatspensum fertig. Jedes Mädchen zieht darum einen Streifen ihrem Namen gegenüber durch die fünf Räume um die verrichtete Arbeit zu zeigen.

Diese fünf Räume vertreten fünf Tage Arbeit. Frances, die nur zwei Fünftel von der Wochenarbeit geleistet hat, zieht ihren Strich durch zwei von den fünf Räumen. Mildred und Anne machen es auf dieselbe Weise mit ihren drei Fünfteln. Die „equivalents“ im Pensum zeigen ihnen wie sie ihre Arbeit berechnen. Bei dieser Methode kann der Lehrer mit einem Blick genau sehen welchen Fortschritt jeder Schüler mit jedem Fach gemacht hat und wenn er die Tabelle in den andern Fachlehrräumen betrachtet kann er seinem Fortschritt in allen Fächern von seinem Pensum nachgehen. Die Tabelle zeigt auch welche Fächer das Kind am interessantesten findet und wie weit das Pensum die Entwicklung von der ganzen Klasse beeinflusst. Andrerseits ist es ebenso wertvoll für den Schüler der immer weis wenn er die Tabelle vermerkt, welche Arbeit er geleistet hat und was er noch zu leisten hat. Er kann zu gleicher Zeit seine Leistung mit der von seinen Klassengenossen vergleichen.

Selbstverständlich wird das schnelle, intelligente Kind, wenigstens mit einigen Fächern, schneller vorwärts kommen als das langsame oder weniger begabte Kind. Aber nachdem er seine Fortschritte selber überprüft hat, hat er keine Empfindung von Unehrlichkeit bei der Beurteilung von seinem Vermögen.

Die Tabelle schließt das entmutigende Gefühl im Vergleich mit Andern im Nachteil zu sein, das für ein träges Kind beim Frontalunterricht so quälend ist, aus.

Sehr oft zeigt die Tabelle dass ein Kind das abnormal langsam in einigen Fächern ist, abnormal schnell in einem Fach ist wofür es eine natürliche Begabung hat. Dadurch dass er seine Zeit einteilt, kann er bessere Fortschritte machen.

Tabellen sind überdies ein wichtiges Hilfsmittel für die Lehrerin um den richtigen Augenblick zu wählen um spezielle Hilfe oder Erklärung für ihre Schüler zu bieten. Wenn sie z.B. bemerkt dass mehrere Kinder denselben Punkt mit ihrer Arbeit erreicht haben, kann sie mit ihnen verabreden, ihr im Fachlehrraum zu begegnen am nächsten Tag zu einer bestimmten Stunde. Diese Termine könnten auf der Anschlagetafel der Schüler notiert werden. Jedes Individuum, jede Gruppe oder, wenn notwendig, die ganze Klasse kann in dieser Weise für Hilfe und Beratung zusammengerufen werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Schüler diese Einladungen schätzen.

Wir sind jetzt bei Tabelle II, oder wie sie genannt wird bei der Schülerpensumtabelle („Pupil's Central Graph“).

Mit dieser Tabelle kann ein Schüler seine Fortschritte in allen Fächern von seinem Pensum sehen und überwachen. Jedes Mal wenn er in Tabelle I einen Streifen zieht, wie ich es beschrieben habe, zieht er nun einen ähnlichen Streifen für dieses Fach auf seiner eigenen Tabelle. Das ist gleichsam die Bilanz von seiner Zeit. Bevor er zu arbeiten anfängt, jeden Morgen, sollte er sie sorgfältig studieren, denn sie erinnert ihn automatisch an seine Schwäche in einigen Fächern und an die Zeit die er benutzen soll um diese Schwäche zu überwinden.

Tabelle II hat, wie wir festgestellt haben, mehr als irgendwelches andre Mittel, dazu beigetragen dass er seine Zeit besser einteilt und ein Gefühl der Verantwortung bekommt um diese Zeit zu benutzen. Sie hat auch den spontanen Wunsch erregt Zeit zu sparen damit spezielle Schwierigkeiten überwunden werden können. Diese Tabellen stimulieren eher gründliche Arbeit als eilige Arbeit.

Tabelle II wird in unterschiedlichen Farben gedruckt, in Übereinstimmung mit den Fachlehrräumen.

Die meisten Namen und Quadrate in der Mustertabelle sind deutlich, aber eine kurze Erklärung wie sie als Bericht benutzt werden, ist notwendig.

Man sieht, unten auf der Karte, zehn Quadrate Raum für die Namen von der maximalen Zahl von Fächern die ein Schüler lernen soll. Unter diesen Quadraten gibt es gleiche, nicht ausgefüllte Quadrate beim Worte „Test“. Dieses Wort kann natürlich auf mehrere Weisen interpretiert werden. Ich selber glaube nicht, dass Prüfungen wirklich die Kenntnisse oder Fähigkeiten von einem Schüler feststellen können. Aber das Wort und der Raum stehen auf der Tabelle für den Gebrauch in Schulen die periodisch Prüfungen halten.

Die vier Quadrate, 1. Woche, 2. Woche, 3. Woche und 4. Woche genannt, entsprechen den vier Wochenpensen von jedem Monatspensum. Um die Tage von einer Schulwoche zu bezeichnen hat jedes Wochenteil fünf abgesonderte Räume. Dies ermöglicht es dass ein Schüler, der, denken wir, drei Fünftel vom Wochenpensum für Mathematik gemacht hat, durch drei von den fünf Räumen einen Streifen nach oben ziehen kann. Ist er nur mit der Arbeit von einer halben Woche fertig, so zieht er den Streifen durch zweieinhalb Räume.

Betty Underwood ist zwölf Jahre alt, Schülerin von Klasse II. Sie fängt am 5. Oktober mit ihren Pensum an. Nur Hauptfächer werden in ihrer Tabelle genannt und bei diesem, ihren ersten Pensum, hat sie Mathematik, Geschichte, Erdkunde, Englisch, Naturwissenschaft und Französisch. Weil sie selber über ihre Zeit verfügen kann, wählt Betty Geschichte für ihren ersten Tag. Sie geht daher in den Fachlehrraum für Geschichte und bleibt da bis sie kein Interesse mehr für das Geschichteteil von ihrem Pensum hat und sich lieber mit einem andern Fachgebiet beschäftigen will. Bevor sie das Klassenzimmer verlässt, geht sie zum Fachlehrer und lässt feststellen dass sie drei Fünftel vom Wochenpensum für Geschichte gemacht hat.

Sie vermerkt dies dadurch dass sie einen Streifen durch drei Räume auf der Lehrertabelle zieht und auf ihrer eigenen Tabelle zieht sie gleichfalls einen Streifen durch drei Räume. Am Ende von jedem Streifen schreibt sie eine eins (1) weil es ihr erster Arbeitstag mit diesem Pensum ist.

Betty macht dann die Wahl in den Fachlehrraum für Englisch zu gehen. Wenn sie das englische Pensum liest, sieht sie dass wegen der variierten Art von der Arbeit eine Zeiteinteilung dabei steht. Grammatik, so liest sie, zählt für zwei Tage Arbeit, Lesen für nochmals zwei Tage und Aufsatz für einen Tag.

Da sie keine Lust hat einen Aufsatz zu schreiben, fängt sie zu lesen an und macht alles Lesen das ihr Pensum erfordert. Weil noch etwas Zeit vor zwölf Uhr übrig ist, fängt sie mit Grammatik an und beendet die Hälfte vom Erforderten.

Ihr „equivalent“ ist also ein Raum (= ein Tag Arbeit) für Grammatik, und zwei Räume oder zwei Tage Arbeit für Lesen. Nachdem sie einen Strich durch diese Räume auf der Lehrertabelle gezogen hat, vermerkt sie die Spalte für Englisch auf dieselbe Weise.

Betty verbringt den ganzen Morgen vom nächsten Tag im Fachlehrraum für Naturwissenschaft. Dadurch vollendet sie nicht nur ihr Wochenpensum für Naturwissenschaft von der ersten Woche, sondern macht auch die Aufgaben für einen Tag von der zweiten Woche. Um das zu vermerken fügt sie „2“ am Ende vom Tabellenstreifen hinzu, also sechs Räume und dies zeigt dass der sechste Raum zur Arbeit von ihrem zweiten Tag von der ersten Woche gehört.

Das zweite Beispiel von Tabelle II zeigt Betty's vollendetes Pensum. Die Zahlen am Ende von jedem Streifen nennen den Tag wo sie ein bestimmtes Teil von ihrer Arbeit gemacht hat.

Wenn Betty fünf Tage gearbeitet hätte und dann wegen Krankheit abwesend gewesen wäre, würde sie am Tage wo sie wieder zur Schule ging alles was sie fertig hatte mit „6“ vermerkt haben. Wir wollen nicht dass sie denkt dass sie zurückgeblieben ist, sondern dasjenige was sie geleistet hat in Begriffen von Zeit ermessen lassen. Auf diese Weise können wir sie ehrlich mit Andern vergleichen.

Wenn wir ihre Tabelle lesen, sehen wir dass sie ihr Pensum in den erlaubten zwanzig Tagen vollendet hat. Die Zahl „4“ unter „Zahl der Wochen“ zeigt dies. Aber wenn sie für das Pensum 22 Tage gebraucht hätte, hätte sie die Zahl „2“ hinzufügen müssen, was bedeutet, dass sie 22 Tage mit ihrem Pensum beschäftigt war.

Wiewohl Betty nach 19 Tagen mit ihrem Pensum für Mathematik fertig war, durfte sie noch nicht mit der Mathematik-Arbeit für den zweiten Monat anfangen weil ihr Pensum fordert dass sie mit allen Teilen fertig sein soll bevor sie sich mit Extra-Arbeit in irgendeinem Teil beschäftigen kann.

Das Ziel von der Schülertabelle ist nur die Zeit die in den Fachlehrräumen verbracht worden ist, zu messen. Daher müssen nur diese Fächer auf der Tabelle genannt werden. Aber bevor Betty ihren Monat beendet wird sie an Tests oder mündlichen Prüfungen unterworfen, während der mündlichen Stunden in diesem Monat. Wenn diese aufeinander folgenden gezeigt hätten dass Betty im Stande gewesen war ihre verpflichtete Arbeit in, sagen wir, fünfzehn Tagen zu beenden, so hätten wir ihr erlauben können mit dem zweiten Monatspensum für Mathematik anzufangen, denn ihre allgemeine schriftliche Prüfung würde sie am Ende von den zwanzig Tagen, zusammen mit allen Schülern aus der Klasse, machen müssen.

Es würde nicht ehrlich sein, dass Bett ihr Tempo dem der trägeren Schüler anpassen sollte. Aber das ist eine Sache die jede Lehrerin auf Grund von ihren Erfahrungen mit individuellen Schülern selber entscheiden muss.

Beim Dalton Plan gibt es nicht die Gefahr dass ein Kind am Ende vom Monat vergessen hat was es am Anfang gelernt hat. Da jedes Fach im eigenen Tempo studiert worden ist, zurzeit da das Interesse am größten ist, wird die so erworbene Kenntnis viel tiefer im Gedächtnis verankert als beim alten Frontalunterricht, als er oft mit Widerwillen gezwungen war eine Lektion auswendig zu lernen, um diese am nächsten Tage herleiern zu können und die sofort danach aus dem Gedächtnis verschwand.

Wie ich gesagt habe, in Fällen wo ein Kind wegen Krankheit seine Arbeit unterbrechen muss, geht es beim Rückkehr an dieser Stelle weiter.

Da es bei unserer Methode keine Konflikte mit dem Programm gibt, kann es auch zu jeder Zeit zur Schule gehen. Ein Kind vermerkt den Tag auf Grund von seinen Fortschritten, so wie ein Tagelöhner für seine Arbeit nach der Zahl der Tage die er gearbeitet hat, bezahlt wird.

Wir haben bemerkt, dass die Tabellen auch in sozialer Hinsicht wertvoll sind. Bei den Schülern in einer Klasse gibt es immer die Neigung ihre Tabellen zu vergleichen. Ältere Schüler entwickeln auch Interesse und Sympathie für die Fortschritte von jüngeren Kindern und helfen ihnen oft mit Rat in Bezug auf die Zeiteinteilung und die richtigste Weise allerhand Schwierigkeiten zu überwinden ohne dass der Lehrer sie dazu anzutreiben braucht. Dadurch verbreiten soziale Kontrolle und das Gefühl der Bruderschaft sich durch die Schule, zum Wohl von allen Betroffenen.

Herr über nicht nur ihre Zeit und Arbeit sondern auch über sich selber zu werden, ist eine echte Vorbereitung aufs Leben, wo wir lernen müssen die Arbeit zu verrichten die vor uns liegt, ob wir daran interessiert sind oder nicht. Und das Interesse wächst sogar aus dem Gefühl, dass Probleme gelöst und Schwierigkeiten überwunden worden sind. Wie ein Kind einem mir bekannten Lehrer sagte:“ Man lernt dass dasjenige was man tun soll auch dasjenige wird was man tun will“. Dieses Kind war in keiner Hinsicht abnormal intelligent. Es war im Gegenteil unterdurchschnittlich begabt, ein Knabe der nach vielem Kampf und vieler Ausdauer seine natürlichen Schwierigkeiten überwunden hatte. Und ich glaube dass ich sagen darf, dass es der Dalton Plan war der es ihm ermöglicht hatte Selbstbeherrschung zu bekommen.

Hinten auf der Schülertabelle gibt es einen Raum für Hinweise für Schüler die entweder von der Lehrerschaft oder von einem Schülerausschuss gegeben werden können. Hier kann ihnen genau erzählt werden wie sie die Tabelle gebrauchen können und solche Empfehlungen wie „ Wenn ein Fachlehrraum zu voll ist kannst du besser in einen andern gehen um deine Zeit nicht zu vergeuden“ können dazu gehören. Diese Hinweise sollen jedoch nicht zu einer Liste von Regeln entarten.

Das kann man dadurch vermeiden dass man Schülern gestattet Hinweise zu geben, was überdies sowohl ihre Fantasie wie ihr Gefühl von Verantwortung anreizt. Junge Kinder sind vielleicht dazu noch nicht im Stande, aber Mädchen und Knaben zwischen zwölf und zwanzig sollten bestimmt ab und zu Hinweise für die eigene Klasse geben.

Tabelle III ist eine Klassentabelle, oder, wie man in England sagt, ein „House Graph“ (ein „house“ ist eine eigene Abteilung von der Schule, mit größerem Zusammenhang; der Übers.), wobei der Nachdruck auf der ganzen Zahl von Arbeitswochen liegt. Der Bequemlichkeit halber ist sie mit vierzig Räumen entworfen worden um die Fortschritte in zehn Fächern zu vermerken.

Wenn sechs Hauptfächer aus dem Lehrplan von einem Schüler vollendet worden sind, und jedes Fach enthält vier Wochen Arbeit, vergegenwärtigt das ganze Pensum vierundzwanzig Wochen, fünf Fächer zwanzig Wochen, usw.

Tabelle III (siehe Beispiel) soll jede Woche vermerkt werden, entweder am Anfang oder am Ende. Sie kann gekürzt werden und man kann sie so der Zahl von Wochen in jedem Pensum anpassen.

Wenn man jede Woche eine neue Klasse- oder Haustabelle gebraucht, bekommt man einen guten Eindruck vom allgemeinen Fortschritt von jeder Klasse und von der ganzen Schule. Diese Tabellen sollen von einem Datum versehen und sorgfältig in Archiven aufbewahrt werden. Diese Tabelle sollte einen Raum für jeden Schüler in der Klasse haben.

Wir setzen Betty's Geschichte fort, um zu zeigen wie diese Tabelle benutzt werden kann.

Nehmen wir an, dass sie in einer Woche von fünf Tagen ein „equivalent“ von vier Tagen Geschichte, drei Tagen Englisch, fünf Tagen Erdkunde, sechs Tagen Naturwissenschaft und einem Tag Französisch, insgesamt von neunzehn Tagen, gemacht hat. Wir dividieren neunzehn durch fünf um festzustellen wie viele Wochen Arbeit im Vergleich zum Ganzen sie geleistet hat. Das Ergebnis ist drei und vier Fünftel. Betty darf nun drei Räume und das größte Teil vom vierten Raum vermerken.

Eine vierte Tabelle für die Anwesenheit in der Schule wird in einigen Schulen gebraucht, entweder nur eine Tabelle für die ganze Schule wenn diese klein ist, oder eine für jede Klasse wenn man das bevorzugt. Die Anwesenheitsliste soll auf dem Mitteilungsbrett in der Diele hängen, sodass jeder Schüler die Ankunftszeit jeden Morgen vermerken kann.

Wir haben dafür keine gedruckten Karten. Man kann sie leicht selber entwerfen. Unter dem Datum steht eine Liste mit den Namen von allen Kindern und dahinter zwei Räume: „Rechtzeitig“ und „Zu Spät“.

Gute Uhren über dem Mitteilungsbrett zeigen die richtige Zeit. Die Abwesenheit von einem Schüler zeigt sich durch einen nicht ausgefüllten Raum.

 

KAPITEL VIII

LEHREN UND LERNEN

 

Persönlich bin ich der Meinung dass das Lehren weltweit zweckmäßiger war als viele Kritiker von unserem Unterrichtssystem sich vergegenwärtigen.

Unsere Schulen haben sehr viele Lehrer die umfangreiche Kenntnisse besitzen, sowohl von den Fächern die sie unterrichten wie von den Methoden um diese Kenntnisse zu lehren und zu vereinfachen.

Wenn wir das hohe Niveau das der Lehrer und die Lehrerin oft erreichen nicht schätzen, rührt dies daher dass Lehren so oft unwirksam zu sein scheint – dass der Lernende nicht lernt.

Die Wahrheit ist dass wir bisher die Probleme vom Lehren und vom Lernen durcheinander gewürfelt haben, oder besser, sie erledigt haben, als ob es nicht zwei Probleme wären sondern nur eines. Wir haben bisher die Tatsache nicht anerkannt dass Lehren einfach etwas ist wie das Pferd ans Wasser führen. (Bem. das ist eine Anspielung auf ein englisches Sprichwort: “you can lead the horse to the water, but you can't make him drink“ = man kann das Pferd ans Wasser führen, aber man kann es nicht trinken machen - Anmerkung des Übersetzers) Lehren kann, beim alten System, ebenso wenig den Schüler lernen machen wie ein Begleiter das Pferd trinken machen kann.

Es ist jedoch nicht des Lehrers Schuld, weil die ganze Schule sorgfältig gebaut worden ist, nicht aus dem Standpunkt vom Schüler sondern vom Lehrer. Bestenfalls kann die tüchtigste Lehrerin nur ein erzieherisches Zelt über ihre Klasse errichten. Sie macht dies vielleicht sehr klug und auf dramatische Weise, aber da die Menge von Schülern die darunter sitzen Individuen sind, stark verschieden in geistiger und moralischer Hinsicht, ist nur ein kleines Teil im Stande ihren Anstrengungen zu folgen oder diese zu assimilieren.

Die Mehrzahl findet das Zelt zu klein oder zu groß für sie. Sie sind zu nahe an oder zu weit von den „Gedanken vom Sprecher“. Es ist letzten Endes die Arbeit vom Lehrer, nicht die ihrige, sein Tempo und nicht ihr Tempo, sein Interesse und nicht ihr Interesse.

Erst wenn das Lernen aus dem Standpunkt vom Schüler betrachtet wird, verlässt unsere Jugend wirklich unterrichtet und erzogen die Schule. Erst wenn die Schule reorganisiert worden ist und die Energie von den Schülern vom Stundenplan und dem Klassenzelt befreit worden ist, werden sie anfangen jene Initiative, Erfindungsgabe und Konzentration zu entfalten welche die unentbehrlichen Bedingungen für den Lernprozess sind.

Beim alten System spielt die Lehrerin die Hauptrolle. Sie ist, vielleicht unbewusst, mit dem Versuch beschäftigt ihre Persönlichkeit und Auffassungen auf die Kinder zu prägen.

Aber der Dalton Plan dreht diese Rollen um und gibt der Persönlichkeit vom Kinde eine Chance. Die Rolle vom Lehrer ist das sich entfaltende Leben Schritt für Schritt zu begleiten. Das bedeutet nicht den Lehrer nach einer niedrigeren Ebene zu verbannen. Um das Kind zu verstehen und mit seinem Wachstum Schritt zu halten, muss er selber wachsen, denn dieselben fundamentalen Gesetze die den Wachstum regeln sind auch für jede nächste Ebene gültig.

Die wirkliche Aufgabe von der Schule ist nicht den Schüler an vor gefassten Meinungen zu ketten, sondern um ihm die Freiheit zu gewähren seine eigene Meinung zu entdecken und ihm zu helfen alle seine Kräfte auf das Problem vom Lernen zu lenken. Ein Pensum ('contract, job') für das er seine ganze Vernunft gebrauchen muss, ist mehr oder weniger eine Herausforderung auf die er automatisch reagiert. Sogar wenn er im Anfang nicht genau weis was er mit seiner Verantwortung tun soll, werden Erfahrung und Freiheit zusammen es ihm bald beibringen. Erfahrung ist der beste und eben der einzige wirkliche Lehrer.

Eltern haben mich oft gefragt warum schlechte Sprache und üble Gewohnheiten die Kinder so fesseln. Die Ursache ist, meiner Meinung nach, dass wenn sie dies machen sie sich davon bewusst sind und dass sie davon genießen, weil sie dies selber machen. Darum macht er es sich zu Eigen und bildet eine Gewohnheit wofür keine einzige Strafe ausreicht.

Die Anziehungskraft steckt nicht sosehr im Übel selber, sondern im Freiheitssymbol das sie vertritt. Darum geniest er vom Freiheitsgefühl wenn er diese freiwillig erobert hat. Warum sollten wir ihm nicht dieselbe Erfahrung im Zusammenhang mit Arbeit und Lernen geben?

Man hat mich auch oft gefragt:“ In welchem Alter wird ein Kind sich hinreichend bewusst von seinen Erfahrungen um Vorteil davon zu haben?“.

Ich neige dazu zu meinen dass im Alter von neun oder zehn Jahren das normale Kind im Stande ist seine Erfahrungen richtig zu bewerten und dass es dann anfangen sollte zu lernen um seine Arbeit auf dieser Grundlage zu organisieren. In diesem Alter soll das Kind fertig für sein erstes Pensum sein.

Bestimmte Tatsachen soll man jedoch gut beachten wenn man die erzieherischen Bedürfnisse vom Kinde beurteilt.

Es gibt, grob gesagt, drei abgesonderte Entwicklungsperioden worauf man Acht geben soll.

Bis an das Alter von acht Jahren soll man dem Kinde so viel Freiheit gönnen  dass es seine individuellen Fähigkeiten entfalten kann damit es später als verantwortliches Mitglied von der Gruppe funktionieren kann. Dies ist die Ursache und der Zweck von Freiheit.

Während der zweiten oder prä-adoleszenten Periode, zwischen acht und zwölf, soll das Kind sich die „Materialien für Kenntnisse“ („tools of knowledge“) erwerben. Diese bereiten ihn auf die Pubertät zwischen zwölf und zwanzig vor.

Das ist die dritte Phase in der Entwicklung. Diese Letzte ist wegen der körperlichen Änderungen die es gibt, die schwierigste, mit Bezug auf Arbeit und Konzentration betrachtet. Wenn wir dem Kinde nicht helfen seinen Charakter in der prä-adoleszenten Periode aufzubauen, gibt es die Gefahr dass es während der kritischen Jahre, während der Pubertät, der Linie vom geringsten Widerstand folgt, weil es nicht hinreichend intellektuelles Gepäck hat.

Freiheit ist in jedem Alter gleich wesentlich für das Kind, denn es ist ebenso wirklich ein Individuum während der Kindheit wie in jeder späteren Phase in seinem Leben.

Der Dalton Laboratory Plan ist entworfen worden als ein Schritt vorwärts nach der Lösung von den Problemen die kennzeichnend für die zweite und dritte Phase in seiner Entwicklung sind.

In Kindergärten wo freie Arbeit angewandt wird bereitet die Erzieherin eine aufsteigende Reihe von Reizen vor in der Gestalt von materiellen Gegenständen und sie legt diese vor das Kind. Die sorgfältige Präsentation von diesen Gegenständen im Augenblick wo sie das Kind berühren reicht um es Schritt für Schritt durch die verschiedenen Fächer vom Lehrplan zu führen. Es ist klar dass die Erzieherin in dieser Phase den Prozess leitet. Das Ausmaß an Leitung und der Vorteil für das Kind werden von der Natur vom Material aus seiner Umgebung bestimmt.

Während der prä-adoleszenten Phase im Leben vom Kinde ändert sich das Problem im Verhältnis zum Wachstum. Jetzt, neben Freiheit und sorgfältig auserwähltem Material, soll der Schüler anfangen seine eigenen Ziele anzugreifen und zu organisieren. Seine frei gemachte Energie und Intelligenz sollen benutzt werden um ein Ziel zu erreichen dessen er sich wirklich bewusst ist. Hier ist das Ausmaß von dem was er erreicht abhängig von seinem Vermögen um nicht nur seine Studien und Zurüstung zu organisieren sondern seine Zeit immer besser zu planen. Dies bedeutet sein Leben zu ordnen, auf immer.

In der Kindheit zeigt sich das Konzentrationsvermögen durch Aufmerksamkeit von langer Dauer, aber während der Prä-Adoleszenz dauert die Konzentration etwas kürzer, aber sie ist viel kräftiger. Der Schüler braucht dann eine andere Art von Freiheit. In der früheren Phase war die Umgebung so strukturiert dass sie ihn kontrollierte und entwickelte, jetzt soll er seine Entwicklung dadurch fortsetzen dass er lernt seine Umgebung zu kontrollieren. Wenn er dies nicht tun darf gibt es die Möglichkeit, dass die Energie, die er in diesem Alter besitzt, ihn beherrscht, es sei denn dass er lernt, sie zu beherrschen.

Die moderne Psychologie und ihre Entdeckungen werfen viel Licht auf die Probleme von der Prä-Adoleszenz. Sie lehren uns die induktive Methode, so beliebt in der alten Schule der Pädagogik, durch deduktive Methoden zu ersetzen. Wir haben jetzt gelernt dass ein genaues Verständnis von dem was erreicht werden soll wesentlich ist, nicht nur für das grundlegende Ziel um das Interesse von Kindern anzuregen, sondern auch dass es geistig den Zweck von den ihm gestellten Anforderungen zu schätzen weis.

Der Zweck worauf gezielt wird ist für das Kind wie eine Karotte für einen Esel: es verursacht, dass er fortfährt sich vorwärts zu bewegen. Ein Plan, gegeben in der Gestalt von einem Pensum, ist die beste Illustration von der deduktiven Methode. Wenn das Kind den Plan vor sich hat den es vollbringen will, kann sein Interesse zeitweilig nachlassen, aber nie auf immer. Dasselbe trifft zu für das Leben von Erwachsenen. Ohne Pläne wäre es nicht der Mühe wert, wir könnten auch nicht ohne ein Ziel leben.

Es hat den Anschein dass bis der Dalton Laboratory Plan den neuen und besseren Weg zeigte, viele Lehrer, indem sie einen theoretischen Glauben an der Freiheit vom Kinde hegten, nie entdeckt haben wie man diese Auffassung mit der Aufgabe einem Lehrplan zu folgen versöhnen kann. Sie betrachteten das Problem, als ob es aus zwei unversöhnlichen Elementen bestünde und fassten nicht dass der Lehrplan nur gründlich und befriedigend ausgeführt werden kann indem man den Schüler befreit.

Die neue Methode demonstriert diese Einheit und ändert dadurch das Verhalten von Lehrer und Schüler hinsichtlich der Arbeit und einander.

Wenn der befreite Schüler in der Prä-Pubertät allmählich den Schulplan besiegt, besitzt er viele, zusammenhängende Kenntnisse die als Grundlage für die Pubertät dienen kann. Bewaffnet mit den „Geräten für Kenntnisse“ („tools of knowledge“) kann diese Phase weitere Kräfte erzeugen um eine Superstruktur von wahrer Kultur auf sicherer Grundlage zu errichten. Ohne diese Grundlage kann er nur auf Sand bauen und er kann sogar die Lust zum Bauen verlieren.

Aber die moderne Psychologie kann uns noch weiter helfen um die individuellen Kapazitäten bei Schülern zu testen. Wiewohl solche Tests die Schwäche von Kindern nicht heilen, zeigen sie diese Schwächen wohl sehr deutlich.

Ein ausgezeichneter Psychologe führte eine Reihe von Tests mit Schülern in einer großen Sekundarschule in England aus. Die Tests zeigten dass die Schüler in geistigen Kapazitäten stark verschieden waren. Die entdeckte geistige, individuelle Kapazität wurde mit einer Zahl dargestellt, die als „Intelligenzquotient“, oder wie Wissenschaftler ihn nennen, der „IQ“ bekannt ist.

In diesem Fall variierte er von hoch bis niedrig, aber, sonderbar es zu sagen, man entdeckte dass die theoretischen Schulleistungen von diesen Schülern nicht mit ihrem Intelligenzquotient übereinkamen. Viele Schüler mit niedrigem „IQ“ übertrafen die Leistungen von Andern mit hohem „IQ“. Dies zeigte dass die Umstände in dieser Schule nicht dafür berechnet waren um begabten Schülern zu erlauben ihren Kapazitäten widerfahren zu lassen. Vierzehn Monate später, nachdem die Schule nach dem Dalton Laboratory Plan reorganisiert worden war, wurde ein ähnlicher Test abgenommen.

Zu meiner großen Genugtuung offenbarten die Tests dass die intelligenteren Schüler durch diese Methode die höchste Leistung geliefert hatten, die mit ihren Kapazitäten übereinkamen und dass die niedrigsten Leistungen mit dem niedrigsten Intelligenzquotient übereinkamen.

Ich empfehle Schulleitern stark diese psychologischen Tests zu benutzen – die natürlich von einem Sachverständigen unabhängig vom Stab angewandt werden sollen, sowohl bevor der Dalton Plan eingeführt wird wie ein Jahr später.

Wenn am Ende vom zweiten Jahre die Test wiederum angewandt werden würden und es sollte sich herausstellen dass irgendein Schüler nicht seinem „IQ“ gemäß arbeiten würde, so sollte dieser Schüler als ein außerordentlicher Fall betrachtet werden, für den ein spezielles Pensum entworfen werden sollte. Sein Versagen wird wahrscheinlich durch einen Defekt in Gesundheit oder Charakter verursacht.

Natürlich zeigen Schulen, genau so wie Individuen, Unterschiede und bisweilen auch sehr ausgeprägte Unterschiede bezüglich Charakter und Persönlichkeit. Einige brauchen mehr Zeit um sich der neuen Organisation anzupassen. Aber die Schwierigkeit die man empfindet wenn man die Schule kollektiv dem neuen Gesichtspunkt anpassen will, ist nur ein Beweis von der großen Notwendigkeit von der Änderung.

Geduld ist notwendig während der Übergangsphase. Wenn ein PKW überprüft wird, läuft der Motor nicht. Es ist dasselbe wenn ein Schüler mit der neuen Freiheit die der neue Plan ihm gibt, ringt.

Indem ein Kind danach strebt seinen trägen oder unordentlichen Geist  zu meistern, wird er wahrscheinlich stille stehen, wie der Motor. Erst wenn er gelernt hat wie er arbeiten soll, fangen seine Fortschritte an. Aber wenn er einmal in guter Kondition ist, sollen sein Tempo und seine Zweckmäßigkeit einleuchtend sein.

Ich bin vielen Schülern begegnet die eine ausgezeichnete Veranlagung besaßen, aber die nach vier Jahren in der Schule ärmliche Zeugnisse hatten. Dieses Versagen konnte fast unabänderlich auf die Tatsache zurückgeführt werden dass diese Schüler gewöhnlich ihre Energie und Intelligenz gebraucht hatten um Arbeit zu vermeiden und Radau in der Schule zu machen.

Es nahm mehrere Monate um diese Gewohnheiten zu korrigieren. Aber sobald ihre natürliche Veranlagung unter dem Dalton Plan auf die richtige Spur gebracht worden war, habe ich oft gesehen dass Kinder die früher widerspenstig waren, schließlich gut leisteten und alle Rivalen übertrafen. Ich kann noch hinzufügen dass jene Lehrer die anfangs zweifelten oder sogar der neuen Methode feindlich gegenüber standen, oft die am meisten begeisterten Anhänger wurden.

Ein wenig Takt bei der Einführung von der Änderung wird viele von den Anfangsschwierigkeiten verschwinden machen. Führen Sie es bitte nicht bei den Schülern mit einer Predigt ein dass es zu ihrem Wohl ist. Am besten kann man es ihnen so einfach wie möglich erklären und dafür sorgen dass die „Technik“, besonders bei den Vermerkkarten, aus dem Effeff verstanden wird. Es ist dabei empfehlenswert Schritt für Schritt weiter zu gehen.

Die Lehrer sollten zuerst lernen wie man Pensen macht. Lassen Sie zuerst einen Monat vergehen bevor man mit der Interaktion in Gruppen anfängt, was Sozialisierung bedeutet. Wenn die Schüler gut im Bilde mit dem neuen Plan von der individuellen Arbeit sind, kann ein Versuch mit Interaktion von Gruppen in zwei oder drei Fachlehrräumen, wo die Lehrer begeistert und fähig sind, gemacht werden. Später kann solche Zusammenarbeit auf die ganze Schule erweitert werden.

Im Anfang wird es wahrscheinlich einen großen Unterschied in der Zeit geben die jedes Individuum für die Erledigung von seinem Pensum braucht. Gewissermaßen kann man dies regeln indem man die Pensen in minimal, mittlere und maximal verteilt, so wie ich es bereits in einem früheren Kapitel erwähnte.

Der Dalton Plan, wenn er einmal angewandt wird, wird allmählich die verschiedenen Tempi und Kapazitäten von den Schülern enthüllen. Es zeigt sich dass Prüfungen zu gegebenen Zeiten für die Mehrheit von den Schülern überflüssig sind.

Ich habe bei jüngeren Kindern bemerkt, dass es nützlich ist sie eine Viertelstunde frei zu lassen damit sie etwas ruhiger werden und ihre Materialien beisammen suchen können bevor sie sich an die Arbeit machen und auch dass sie zwei von den fünf Morgen die Gelegenheit haben mit der Lehrerin Rücksprache über die Frage zu halten wie die Zeit verteilt werden kann um Schwierigkeiten mit einem Fach zu vermeiden.

Die Zahl von mündlichen Stunden soll zum größten Teil dem Urteil von jedem Lehrer und seinen Kenntnissen von den individuellen Schülern überlassen werden. Ich möchte jedoch allen Lehrern ans Herz legen dass sie den alten Gedanken dass man die Klasse beisammen halten kann, abschaffen.

Es ist ein falscher Begriff, der, im Hinblick auf den Unterschied in Tempo und Veranlagung bei Schülern, nie Wirklichkeit war und es auch nie sein kann. Fünf Schüler kann man nicht leichter beisammen halten als vierzig und umso schneller Lehrer diese Illusion die in den Köpfen von einigen unter ihnen geistert, verlieren, desto besser es für die Schule ist.

Zusammenhalten impliziert Zwang und das vornehmste Ziel vom Dalton Plan ist den Zwang in jeder Gestalt abzuschaffen. Er beachtet die Befreiung vom Lehrer nicht weniger als die Befreiung vom Kinde.

Beim Dalton Plan sollten beide besser funktionieren. Die gründliche Beobachtung von der Natur des Kindes und die Einführung von Freude und Interesse in Leben und Arbeit der Kinder sollen einen unermesslich verstärkenden Einfluss auf die Persönlichkeit vom Lehrer ausüben. Er wird sich nicht länger beschäftigen mit dem Ausgießen von Auskunft über widerwillige Köpfe oder mit dem Fordern von uninteressanten Aufgaben für abgestumpfte Schüler.

Aus Verfolger wird der Lehrer beim Dalton Plan zum Verfolgten dessen Rat und Sympathie gesucht und geschätzt werden. Und diese Änderung im Verhältnis widerspiegelt sich nicht nur im Erfolg und Glück der Kinder, sondern auch im Erfolg und Glück des Lehrers.

Um konkrete Beispiele von dieser Änderung im Verhältnis zu hören, bat ich sieben Lehrer von derselben Schule um offen ihr Urteil über den neuen Plan zu geben, was der neue Plan für jeden von ihnen bedeutet. In dieser besonderen Schule wurde der Plan während zwei Jahren angewandt, und keiner von den Lehrern hatte eine Ahnung dass er für Veröffentlichung schrieb.

Der Historiker schrieb:

„ Als ich vor zwei Jahren mit dem Unterricht nach dem Dalton Laboratory Plan anfing, mit zehnjähriger Erfahrung in Regelschulen hinter mir, fasste ich mein neues Problem mit großem Interesse an, aber nicht ohne Staunen und Zweifel über das Verdienst vom neuen Plan. Ich hatte die Augen offen, mit dem Wunsch ein besseres Mittel zu finden um das Kind zu lehren und es zu einem besseren Staatsbürger zu machen“.

„Eine von den ersten Sachen die ich entdeckte war dass ich beim Dalton Plan mehr Interesse und Begeisterung für Geschichte bei den Kindern erregen konnte als beim alten System. Dies kam dadurch dass die Kinder sich an die Arbeit machten und zuvor die ganze Aufgabe und die Ziele sahen. Das machte das Monatspensum. Ich weiß noch wie ich Geschichte hasste als ich noch Schüler war, wie ich den Gedanken verabscheute „lies die nächsten sieben Seiten“ ohne dass ich eine Vorstellung davon hatte wohin ich ging. Beim Dalton Plan wissen die Kinder, wohin es führt und ich spüre, dass die Kinder, ohne jede Ausnahme, aktives Interesse für Geschichte hegen. Solches Interesse bei den Kindern erregt Begeisterung beim Lehrer um seine Pensen immer einladender als je zuvor zu machen und ein andauerndes Interesse für das Fach zu erregen.

Der Dalton Laboratory Plan gibt einem Lehrer die Möglichkeit um das Kind zu kennen, eine Chance die er beim Klassenunterricht nie bekommt, wie sehr er es auch versucht. Hier ist der Lehrer eher der große Bruder und Freund denn als Lehrer. Er hat mit einem Kinde individuell zu tun und kennt es somit besser. Der Lehrer ist nur ein Mitglied vom sozialen Kreis und das Kind geht zu ihm, um über Probleme zu reden genau so wie eine Person in einer Gemeinschaft zu einem älteren Freund geht. Es gibt dabei eine wundervolle Möglichkeit für den Lehrer und eine wundervolle Verantwortung.

Das Problem von der Ordnung (Disziplin) ist beim Plan stark vereinfacht. Wenn das Kind aus Interesse seine Arbeit macht, ist es natürlich ein besserer Bürger in der Schule als wenn es versucht seinem Erzfeind, dem Lehrer, einen bösen Streich zu spielen. Natürlich gibt es im Anfang bisweilen ein gedankenloses Kind welches das Gleichgewicht von seinen Nachbarn zerstört und verwirrt, genau so wie man immer solche Leute in der Gesellschaft antrifft. Die öffentliche Meinung von ihren Klassengenossen beaufsichtigt diese Art von Schülern und macht ihnen den Standpunkt klar. Ordnungsmaßnahmen vom Lehrer werden selten“.

„Der Dalton Laboratory Plan bedeutet für mich eine enorme Erleichterung von dem tödlichen Alltagstrott im Klassenzimmer und eine großartige Gelegenheit Individuen zu studieren indem ich verstehe was sie brauchen um starke Charaktere zu entfalten und nützliche Bürger zu werden“.

R.W.B., Lehrer für Geschichte.

Die Lehrerin für Geografie schickte diese Erklärung:

„Wenn man mich fragen würde, welche Eigenschaft vom Dalton Laboratory Plan mir am besten gefällt, würde ich an erster Stelle das Verhältnis  von Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrerinnen nennen, das sich beim Plan entwickelt. Jedes Kind in meiner Abteilung kommt mir jetzt als eine interessante und sympathische Person vor, mit Eigenschaften und Kapazitäten, von denen ich in vielen Fällen keine Ahnung hatte. Die Kinder ihrerseits betrachten die Lehrerin als eine freundliche Expertin, die mit ihnen äußerst wichtige Arbeit leistet“.

„Das Verneinen von den kreativen Antrieben vom Arbeiter zu Gunsten von billiger Massenproduktion und die scharfe Klassengrenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben ihr Gegenstück in der heutigen Schule. Die Hinnahme vom Dalton Plan nach einer Periode von theoretischem und altmodischem Lehren könnte man fast vergleichen mit einer Wiederkehr vom mittelalterlichen Zunftsystem, mit demokratischem Verkehr zwischen Meister und Lehrling, mit Ehrfurcht als Eckstein.“

“Es würde jedoch ein Irrtum sein wenn man meinte dass beim Dalton Plan weniger Arbeit als beim alten System geleistet wird. Das Umgekehrte ist im Allgemeinen der Fall, da die Kinder, indem sie Verantwortung nehmen, zu größerer Anstrengung angespornt werden. Der Plan beansprucht nicht, dass man schnellstens einen ausführlichen Lehrplan verarbeiten kann und ebenso wenig dass man große Mengen vorgekauter Nahrung bekommen kann“.

L. R.

Der Lehrer für Naturwissenschaft drückt sich folgendermaßen aus:

„Wenn man mit dem Dalton Plan arbeitet wird der Lehrer mit einer Erfahrung die sowohl neu wie angenehm ist, konfrontiert. Er spürt mit Erstaunen dass die Mehrheit von den Schülern ihre Arbeit mit einem Interesse und einer Begeisterung anfasst welche beim alten System auf eine sehr kleine Minderheit beschränkt war.  Die frühere Rolle vom Lehrer, jene vom Regulator, der Stücke vorgekauter Auskunft austeilte, hat sich geändert. Er wird zum wahren Helfer, dessen Rat über viele und vielartige Probleme die für das Kind sehr echt sind, gesucht wird. Sie arbeiten nicht mehr um seine Kritik zu entweichen oder um Lob zu empfangen, sondern um mit einer bestimmten Aufgabe fertig zu werden. Jedes Kind empfindet dass die Arbeit von Allen auch seine eigene spezielle Aufgabe ist und der Lehrer wird sein Berater der ihm hilft es zu leisten. Dieser Geist von Begeisterung ist ansteckend und die langsameren Kinder werden meistens dadurch hingerissen. Dies ist vielleicht der erste Eindruck den der Lehrer bekommt der zum ersten Male mit dem Dalton Plan arbeitet, und ebenso bei den Kindern, wird seine Begeisterung schon beim Anfang erregt“.

R.D.O.

Die Englischlehrerin äußert auch ihre Anerkennung:

„1. Der Dalton Plan bietet den Vorteil von individueller Arbeit. Er führt zum Verständnis vom Kinde und zu Schätzung von seinen Schwierigkeiten.

„2. Es entsteht ein Gefühl von Sympathie und Freundschaft zwischen Lehrerin und Kind. Das Kind lernt die Lehrerin als Helferin und Freundin zu betrachten und geht zu ihr mit vielen von seinen eigenen Problemen.

„3. Es ist wirklich eine Freude mit spontanen Kindern zu arbeiten. Der Plan schöpft Spontaneität.

„4. Die Arbeit regt an. Jedes Individuum tritt mit seiner Arbeit auf eigene Weise hervor und dies befreit die Lehrerin von einer monotonen und festen Lehrweise.

„5. Das wirkliche Schreiben von den Monatspensen führt zur Systematisierung vom Arbeitsplan.

„6. Die Lehrerin hat die Gelegenheit ihre Zeit und Energie dem Lehren zu widmen, weil die Disziplinfrage wenig bedeutet

C.K.

Die Mathematiklehrerin berichtet:

Aus dem Standpunkt von den Schülern.

„Meiner Meinung nach hat der Schüler den meisten Vorteil vom Dalton Plan, und mit Recht. Wenn es je eine Zeit in der Weltgeschichte gegeben hat dass wir Menschen brauchten die unabhängig, selbstständig denken und verfahren konnten, ist es jetzt der Fall. Vieles vom Versagen in der heutigen Politik rührt von der Tatsache her dass Politiker die Sklaven von der Meinung von anderen Leuten sind. Ein Schüler der nach dem Dalton Plan arbeitet kann nichts andres machen als selber denken. Er muss sich auf seine eigenen Kräfte verlassen und das ist bestimmt was von ihm im späteren Leben erwartet wird.

„Viele Leute können bestimmte Sachen sehr gut machen, aber wenn sie diese Sachen in einem größeren Rahmen aufnehmen müssen, scheitern sie kläglich. Es kommt mir vor dass das System von Monatspensen den Schülern große Sicht auf ihre Arbeit gibt. Ungeachtet wie gut sie ein Lernfach machen, die ganze Arbeit reicht nicht, es sei denn dass alle Teile gut zusammenpassen. Das vollendete Pensum ist wie ein großes Gebäude das zusammenstürzt wenn ein Stützbalken schwach ist. Die Kinder scheinen sich zu vergegenwärtigen dass jedes Fach einer bestimmten Norm entsprechen soll wenn ihre Monatsarbeit erfolgreich sein soll.

„Aus dem Gesichtspunkt von der Lehrerin.

Ich bin sicher dass die Durchschnittslehrerin beim Dalton Plan ihre Arbeit mit mehr Freude machen wird als beim alten Klassensystem. Sie ist frei und fühlt sich behaglich ohne ihre Würde zu verlieren. Es ist eine große Erleichterung dass man nicht erhaben und unnatürlich dem Schüler gegenüber ist. Man fühlt sich nun wie eine ältere Freundin die Jüngeren Rat gibt.

„Vieles vom Fehlen vom alten System rührte daher dass die Lehrerin es oft unmöglich fand die Schwierigkeiten von den unterschiedlichen Schülern zu diagnostizieren. Ein Schüler kann nicht nur einen Tag beim neuen Plan arbeiten ohne dass die Lehrerin einige von seinen Schwächen gefunden hat. Dies erleichtert ihre Aufgabe.

„Eine wirklich gute Lehrerin erzählt ihren Schülern nur dasjenige was sie selber nicht ausfindig machen können. Wir behalten nicht was uns gesagt worden ist, sondern wir behalten was wir mühsam erfunden haben“.

C.H.P.

Nach einem Jahr Erfahrung mit dem Dalton Plan wurde es mit Zeichnen und Musik erweitert und wiewohl die Lehrkräfte von diesen Fächern ihre liebe Not bei der Reorganisation von ihrer Arbeit beim neuen Plan hatten, wurden sie ebenso begeistert wie ihre Kolleginnen als der heilsame Einfluss sich zeigte durch bessere Arbeit und angenehmere Atmosphäre.

Ich erwähne hier den Kommentar dieser beiden Lehrkräfte.

Die Lehrerin Zeichnen sagt:

„Ich liebe die Atmosphäre die der Dalton Laboratory Plan schöpft. Die Kinder sind fleißig und sie kommen aus Interesse. Sie denken nach und beabsichtigen selber das Problem vom Pensum zu lösen, bitten nur um die Hilfe von der Lehrerin wenn etwas näher erklärt werden soll. Sie sind spontan, können die Lehrerin um Rat bitten wenn sie diesen am meisten brauchen, wenn sie das größte Interesse haben. Es ist ruhig, es herrscht Ordnung, man wird zur Arbeit inspiriert.

„Ganz ehrlich, ich staune dass ich den Dalton Laboratory Plan so angenehm finde. Im Großen und Ganzen habe ich mehr Freude während der Zeit im Fachlehrraum als mit der jungen Klasse. Die Zeit mit der Klasse ist nützlich um die Individuen als Klasse zu beobachten.

„Ich liebe die Gelegenheit die der Dalton Laboratory Plan Für individuelle Arbeit bietet. Die Lehrerin hat mehr Freiheit sodass sie dem Kinde so lange wie erforderlich ist helfen kann. Die andern Kinder die mit dem Pensum arbeiten, verlieren keine Zeit wenn sie so tätig ist“.

„Der Dalton Laboratory Plan macht wiederholte Hinweise überflüssig, denn die Hinweise sind alle deutlich im Pensum geschrieben worden und das trägere Kind kann sie so oft wie notwendig ist wieder lesen um das Problem zu verstehen“.

H.T.B.

Die Musiklehrerin erklärt:

„Der Dalton Laboratory Plan gibt dem Musikunterricht einen andern Ton. Er bietet Gelegenheit zu individuellem Ausdruck, was beim Klassenunterricht nicht möglich war.

„Oft rührt der Mangel an Schätzung von Musik von einem Befehl her den er nicht ausführen will. Das Ergebnis ist dass er nachahmt. Beim Dalton Laboratory Plan erregen seine eigenen Experimente und Erfahrungen mit Musik ein Gefühl dass Musik ein Teil von ihm selbst ist.

„Ungenauigkeiten treten bei Musik deutlicher hervor und ärgern auch mehr als bei andern Fächern. Nur wenn Schwierigkeiten durch individuelle Arbeit beseitigt worden sind, wächst die Schätzung vom Kinde, oder kann es seine Rolle in Gruppenarbeit, d.h. beim Singen vom mehrstimmigen Liedern, im Orchester usw. spielen.

„Der Dalton Laboratory Plan ermöglicht es der Lehrerin mit dem ungeteilten Interesse von Kindern zu arbeiten. Persönlich bin ich der Meinung dass es mir ein Gefühl von großer Genugtuung gibt. Es gibt gründlichen und echten Fortschritt ohne den unterbrechenden und zerstörenden Drill. Die Ordnungsprobleme gibt es nicht mehr und aus dem Verhalten von Kindern, wenn sie im Fachlehrraum tätig sind, zeigt sich  die wahre Harmonie die man immer zu erreichen versucht“.

A. D.

Um das Bild komplett zu machen zitiere ich Meinungen von Schülern im Alter von acht bis zwölf Jahren. Diese Kinder gehörten zu vierzehn unterschiedlichen Nationalitäten. Ihre Ansichten wurden mündlich gegeben und von einem Stenografen aufgeschrieben. Sie waren sehr spontan.

FRAGE: “Wir haben noch nie über den Arbeitsplan gesprochen, seit er eingeführt wurde. Weil ich nicht weiß, was du vom Plan hältst, möchte ich gerne von dir hören, ob er dir gefällt oder nicht. Ich bitte um Auskunft“.

L-, 12 Jahre alt. „In dieser Schule kann einer der nicht so schnell als Andere in einem Fach arbeiten kann, viel mehr Zeit auf dieses Fach verwenden und dennoch alles was gemacht werden soll, fertig machen. Darum mag ich den Plan. Die Vermerkkarten machen, dass jeder Knabe und jedes Mädchen schneller arbeitet, weil sie sehen können wie viel sie schon gemacht haben. Sie arbeiten besser weil sie alle mit den Pensen fertig sein wollen und die Vermerkkarten sorgen dafür, dass sie die Arbeit von Andern sehen können. In andern Schulen, wenn man mit seiner Klasse zum Fachlehrraum Für Mathematik geschickt wird, kann man das nicht ändern und in den Fachlehrraum für Englisch gehen, wenn man müde ist. Aber in unserer Schule, wenn man einige Zeit Mathe gemacht hat, kann man für kurze Zeit in einen andern Fachlehrraum gehen und zurück nach Mathe wenn man das will. In andern Schulen soll man jede Minute arbeiten und wenn man aufhört um eine Minute auszuruhen, soll man sofort weiter gehen. Hier kann man aufhören und sich ausruhen und dann wieder tüchtig arbeiten“.

D-, Alter 10 Jahre. „Wenn man in andern Schulen Geografie macht, braucht man viel Zeit und ist nicht fertig, und dann soll man Mathematik machen, und man sitzt da und vergeudet Zeit weil man die Mathematik schon gemacht hat. In dieser Schule kann man die Zeit die man bei Mathematik übrig hat für Geografie benutzen und so hat man Zeit genug um mit der Geografie rechtzeitig fertig zu sein. Wenn man abends Hausarbeit machen soll ist man müde in der Schule und wenn man dann arbeiten soll macht man es nicht gut. Hier, wenn man ermüdet ist, sitzt man ruhig und liest und bald empfindet man dass man wieder arbeiten kann. Sachen die man tun soll macht man nie gut“.

H-, Alter 9 Jahre. „Wenn man in andern Schulen nicht mit einer großen Menge Arbeit fertig ist, soll man das zu Hause machen und das ermüdet sehr. Hier fährt man am nächsten Tag damit fort. Wenn man einen Tag tüchtig in der Schule gearbeitet hat, hat man keine Lust Hausarbeiten zu machen. Ich mag diesen Plan weil jeder Zeit genug hat um seine Arbeit zu leisten und wenn man ein Fach satt hat, kann man etwas Anderes machen. Ich liebe diese Arbeit mehr als die Arbeit in anderen Schulen. Mein Hauptgrund ist dass wenn man abwesend ist, kann man den nächsten Tag weitergehen. In andern Schulen gibt man einem 50 Minuten um die Arbeit zu leisten und das braucht man nicht völlig, oder bisweilen gibt man zu wenig Zeit. Man soll genau genügend Zeit haben“.

G-, 10 Jahre alt. „Ich mag den Plan weil wir weitergehen können und unsere Arbeit leisten und nicht von Kindern die langsamer sind gehemmt werden und auch weil wir tüchtig arbeiten können und schnell vorwärts kommen und einen guten Ruf bekommen für eine Arbeit die wir gut machen“.

W– , 11 Jahre alt. „In einigen Schulen wenn man nach Rechnen geht. soll man eine halbe Stunde rechnen, und man soll so viel machen dass man irre wird. Hier, wenn man müde wird und die Arbeit gelingt nicht mehr, kann man in ein anderes Zimmer gehen und alles vom vorigen Fach vergessen, und so wird man nicht irre. Später kann man das erste Fach wieder machen“.

A– 9 Jahre alt. „Am Ende vom Monat, wenn man sehr gut arbeitet, wird man belohnt mit eigener Genugtuung und überdies kann man zu einer höheren Klasse befördert werden“.

FRAGE: „Hättest du nicht lieber eine andere Belohnung, eine Medaille oder ein Buch oder etwas was du gerne hättest?“

ANTWORT: “Nein, das ist nicht notwendig, die Genugtuung reicht. Ich gehe lieber weiter“.

FRAGE: „Ich glaube nicht dass du im Anfang den Plan mochtest, und du arbeitetest nicht so gut. Welches war die Ursache?“ (diese Frage war nicht ehrlich, aber war als Herausforderung gemeint).

V-, 9 Jahre alt. „Wir waren so froh dass wir zu einer Schule gingen wo wir eine Weile allein sein konnten dass wir ein bisschen Urlaub machten“.

E-, 9 Jahre alt. „Im Anfang vom Jahre dachte jeder mehr an andere Sachen als an die Arbeit“.

P-, 10 Jahre alt. „Wir verstanden nicht wie wir arbeiten konnten“.

G-, 9 Jahre alt. „Im Anfang waren wir ein wenig schüchtern weil wir die Lehrerinnen nicht kannten und nicht wussten was sie von uns erwarteten. Wir waren diese Arbeitsweise nicht gewohnt und wir waren gewohnt, dass alle zu gleicher Zeit dasselbe Lernfach hatten und die Aufmerksamkeit die wir bekamen war ganz anders“.

J– Alter 9 Jahre.“ Im Anfang waren sie eine andere Methode gewohnt und es dauerte eine Weile bevor sie es verstanden“

FRAGE: Braucht ihr eine Pause am Morgen? Alle antworteten mit Nein. Ein Bub, zehn Jahre alt, erklärte: „Nein, wir entscheiden selbst, wann wir Pause machen, wenn wir müde sind. Dann können wir uns hinsetzen und lesen.“

FRAGE: „Ihr alle habt die angenehmen Sachen erzählt, aber was ist nicht in Ordnung?“

Die Kinder sagten dass sie keinen Fehler sahen. Dies war einhellig.

Ein Knabe wurde von den andern Kindern gewählt nachher zu mir zu gehen. Ich trank gerade Tee mit einer kleinen Gruppe von Menschen als das Kind hereinkam.

Er sagte: “Entschuldigung, darf ich mit Ihnen reden?“

Meine Antwort war: “Natürlich! Was ist los?“

Er sagte ruhig: “Es ist etwas Persönliches. Dürfen wir ins nächste Zimmer?“

Ich ging sofort. Dann sagte er: “Ich will nicht unhöflich sein, Miss Parkhurst, aber die Kinder denken dass Sie den Plan nicht mögen. Sie haben ihn sehr gerne und sie haben mich geschickt um Sie zu fragen warum Sie den Plan nicht mögen. Stehen Sie nicht dahinter?“ (Er meinte: “Unterstützen Sie ihn nicht?“).

Ich versicherte ihm dass ich Interesse dafür hätte und dass ich mich so gut es mir möglich sein werde „hinter den Plan stellen“ werde. Ich schätzte aufrichtig das Interesse das sich aus ihrer Frage zeigte.

Es wurde ab diesem Augenblick mehr als je zuvor IHR Plan und ich bekam dadurch eine bessere Perspektive.

Die Kinder in dieser Schule haben keine „Hausarbeit“, wiewohl sie ein kulturelles Bücherverzeichnis haben als Führer für freie Zeit. Einige von den Knaben kamen mit sehr ärmlichen Zensuren zu dieser Schule, einer oder zwei hatten vier Schulen in ebenso vielen Jahren besucht. Als ihre Energie durch den Dalton Laboratory Plan auf eine echte Aufgabe gerichtet worden war, machten sie es ausgezeichnet und sogar das langsamste Kind erledigte sein Jahrespensum.  Die Lehrerschaft ist mit einander einverstanden dass die Kinder einfacher, offener und begeisterter geworden sind und keine emotionellen Konflikte haben. Die nervösen Angewohnheiten die einige hatten, sind verschwunden. Als Gruppe sind sie reif, aber überhaupt nicht affektiert. Sie haben, kurz, sich selbst gefunden.

Zum Schluss gibt es noch einen Punkt, den ich verstärken möchte.

Der Dalton Laboratory Plan muss nicht als ein gusseisernes Schema betrachtet werden. Ich biete ihn als einen ersten Schritt nach einem Schema von Unterricht und Erziehung an der die kreative Fähigkeit in Lehrern und Schülern entfalten wird. Ich bin dazu angespornt es auszuarbeiten, mit dem Wunsch einige Übel die unsere Schulen geerbt haben zu beheben und besonders das schlimmste Übel, das, meiner Meinung nach, die Abwesenheit von der Gelegenheit zum Lernen für den Schüler ist. Lehrer besuchen Bildungsanstalten, um die Kunst vom Lehren zu erwerben bevor sie diese in die Praxis umsetzen. Darum sollte man Schülern die Chance bieten die Kunst vom Lernen zu erwerben bevor man von ihnen erwartet dass sie lernen.

Ich bin zufrieden wenn der Dalton Plan – und ich habe sogar nicht versucht ihm meinen Namen zu geben – nach seinen Früchten beurteilt werden wird. Diese Früchte haben, laut Zeugnis von zahllosen Lehrerinnen, Lehrern und Schülern, das intellektuelle und geistige Leben in Schulen wo der Plan angewandt wird, zum Guten gewendet.

Dieses Zeugnis gibt mir die Zuversicht dass die Vorteile die hier geerntet werden, schließlich zum sozialen und politischen Leben von der Welt beitragen werden.

Ich beanspruche nicht dass ich meinen Plan vervollkommnet habe. Viele werden sich darauf konzentrieren und zusammen arbeiten müssen wenn er lebendig und lebenskräftig sein soll.

Wenn er zu hinreichendem Interesse anreizt um die beste Energie im Lehrerberuf auf diese Aufgabe zu richten, bin ich reichlich für mein Anteil bei der großen Aufgabe belohnt worden.

 

KAPITEL IX

EIN EINJÄHRIGES EXPERIMENT IN EINER ENGLISCHEN SEKUNDARSCHULE*

von Rosa Bassett, MBE, MA, Schulleiterin Streatham County Sekundarschule

 

Der Artikel in Times Educational Supplement vom 27.Mai 1920 machte viele Menschen nachdenklich. Der Grundgedanke vom Dalton Plan schien so einfach zu sein, so weit reichend mit seinen Möglichkeiten, dass man darüber staunte dass man nie zuvor daran gedacht hatte.

Wiewohl wir jetzt eine große Schule mit über 700 Mädchen sind, fassten wir den Entschluss das Experiment möglichst bald zu versuchen. Dank der weiten Einsichten von „the Board of Education“ und von „the London County Council“ sind wir im Stande gewesen es über ein Jahr lang zu prüfen, mit dem Ergebnis dass es, mehr als irgendwelcher anderer Plan, die Mitwirkung der Schülerin bei ihrer Ausbildung anregt.

Es hat sie zweifellos dazu veranlasst mehr als früher zu studieren,  wiewohl die Auswirkung vielleicht nicht sofort sichtbar ist, denn natürlich können die gebräuchlichen Testverfahren den Wachstum der Intelligenz eines Kindes nicht messen. Wir erfinden eigentlich nur langsam wie man die Intelligenz messen kann.

Der Plan scheint in Amerika sehr einfach zu sein, weil dort Schüler in einer High School nur selten mehr als sechs Hauptfächer lernen. In einer englischen Schule sind es neun oder zehn, aber der Plan ist in England leichter ausführbar weil wir hier mehr Freiheit haben. Es ist in einer englischen Schule auch besser ausführbar weil die Lehrer besser ausgebildet worden sind und mehr Freiheit und Freizeit als in einer amerikanischen High School haben. Selbstverständlich gelingt der Plan nur dann wenn die Lehrerschaft fähig und tüchtig und auch gut qualifiziert und ausgebildet ist. Dank der herzlichen Zusammenarbeit von der Lehrerschaft konnten wir es versuchen.

Am Anfang von jedem Monat bekommt jedes Mädchen einen Syllabus von der Arbeit für jedes Schulfach. Mindestens eine mündliche Lektion wird während der Woche in jedem Fachgebiet gegeben, und das Thema von diesen Lektionen wird gewöhnlich im Syllabus genannt.

Den ganzen Dienstagmorgen und ein Teil von drei Nachmittagen sind den Klassenstunden gewidmet. Es gibt einen festen Stundenplan für diese Gelegenheiten. überdies haben die dritten Klassen Lektionen am Donnerstagmorgen: also der größere Teil von der Schule hat den ganzen Montag, Mittwoch und Donnerstagmorgen für freies Lernen. Es gibt Gruppenarbeit am Freitagmorgen. Jede Lehrerin sagt zuvor welche Themen besprochen werden: sie kann einige Individuen beauftragen anwesend zu sein, aber als Regel ist die Anwesenheit freiwillig.

Fächer werden, wenn möglich, in Fachlehrräumen studiert, wo man die Fachlehrerin um Rat bitten kann. Von jedem Mädchen wird erwartet dass sie der Lehrerin durchschnittlich mindestens einmal pro Woche begegnet, neben den Pflichtstunden. Sie darf natürlich während der ganzen Periode in einem Klassenzimmer bleiben wenn sie dies wünscht. Die Lehrerin ist immer da um sie zu beraten oder um ihre Arbeit zu korrigieren. Es gibt Fachbibliotheken in den Fachlehrräumen.

Jedes Mädchen soll bei den Pflichtstunden anwesend sein, aber abgesehen davon kann sie ihre Arbeitszeit in der Schule oder zu Hause organisieren wie sie es will. Ihre Wahlzeit ist 34 Perioden von 40 Minuten minus die Pflichtstunden. Ihre Hausarbeitsstunden sollten zwischen 5 und 15 pro Woche sein, abhängig von der Klasse welche sie besucht. Sie ist dafür verantwortlich dass sie allen Fächern in ihren Pensum die richtige Zeitdauer während des Monats widmet und sie vermerkt auf Karten in den Fachlehrräumen die Zeit die sie da verwendet hat und die Menge Arbeit die sie geleistet hat.

Die Fachlehrerin muss die Arbeit als genügend beurteilen bevor sie mit dem nächsten Pensum anfängt. Dies kann durch Tests bestimmt werden oder durch irgendwelche Methode welche die Lehrerin für das Mädchen am meisten geeignet findet.

PENSEN

Pensen werden auf drei Niveaus für jedes Fach gegeben.

1. Niedrigeres. Dies sollte das langsamste Mädchen in der Klasse bewältigen können und alle müssen dies machen.

2. Mittleres. Gibt die Möglichkeit mehr zu lesen und sich weiter in dem Fach zu vertiefen.

3. Höheres. Ermutigt ein begabtes Mädchen so weit wie es ihr möglich ist zu gehen.

Mittlere und höhere Schüler dürfen nicht weitergehen mit dem Pensum für den nächsten Monat. Die Mädchen wählen das Niveau selber. Manchmal wird den schwächsten empfohlen nicht zu viel zu versuchen.

VERTEILUNG VON DEN STUNDEN ( Fächer und Klassen)

Die erste Spalte gibt die Totalsumme die wöchentlich verwendet werden muss (Stunden und Studieren zu Hause und in der Schule). Die zweite Spalte gibt die Zahl der Klassenstunden. Wahlfächer haben ein Sternchen.

Klassen:

SCHEMA PAG 178

Geschichte und Erdkunde werden in der dritten und vierten Klasse alle zwei Jahre gegeben und weiter noch ein halbes Jahr in der niedrigeren fünften Klasse. In der höheren fünften Klasse dürfen Schüler ein Fach oder beide wählen.

Eine Lehrerin braucht nicht bestimmt eine Lektion während der Pflichtstunden zu geben. Sie kann sich beschränken auf eine kurze Erklärung oder einen Hinweis und der Klasse Erlaubnis geben wahrend des Restes der Pensumzeit zu studieren.

Idealerweise sollte alle Arbeit in den Fachlehrräumen gemacht werden. In Wirklichkeit muss bei uns eine gewisse Menge Arbeit in der Halle gemacht werden. Wiewohl die Lehrerin einen Tisch außerhalb ihres Klassenzimmers hat mit Mitteilungen an welchen Tagen oder Tagesteilen das Klassenzimmer für gewisse Klassen oder für alle Schüler geöffnet ist, geschieht es bisweilen dass ein Kind auf der Suche ist mit Büchern für zwei oder mehr Fächer und spürt dass alle Klassenzimmer voll sind. In diesem Fall muss sie in der Halle arbeiten. Sowohl in Fachlehrräumen wie in der Halle ist es Mädchen erlaubt ruhig zusammen zu arbeiten. Dies ist ein anderer Grund weshalb Antipathien gegen bestimmte Fächer allmählich nachlassen.

Unser Schulparlament erhebt von Zeit zu Zeit Proteste gegen überfüllte Fachlehrräume und den Egoismus von Individuen die Nachschlagewerke aus der Bibliothek leihen und diese daheim zurücklassen.

Wir haben vieles von den Kindern gelernt. Wir bitten sie gelegentlich um Kommentar und wenn wir das machen wird er offen und ehrlich gegeben. Wir sind oft den Vorschlägen der Kinder gefolgt und haben unsere Absichten zum Vorteil von Schule und Lehrerschaft geändert.

Was nun folgt ist eine typische Reihe von Fragen an die Schule am Ende vom ersten Jahre Arbeit nach dem Dalton Plan.

1. Ändert dieses System deine Beurteilung von Büchern und Lesen?

2. In welchem Fach oder in welchen Fächern bist du besser geworden?

3. In welchem Fach bist du nicht besser geworden?

4..Bist du damit einverstanden dass Mädchen zusammen arbeiten? Ist es vorteilhaft für sie?

5. Welche Vorteile bietet dieses System?

6. Wie würdest du es verbessern?

7. Welche Nachteile gibt es?

Die Antworten wurden eilig von den Schülern aufgeschrieben die zu diesem Zweck in der Halle beisammen waren. Die Antworten wurden anonym eingeliefert, nur mit der Erwähnung vom Alter der Schülerin, bevor die Versammlung geschlossen wurde.

Es gibt über 700 Mädchen in der Schule, aber wir brauchen nur sechs Antworten in Betracht zu nehmen die wegen ihrer Offenheit und Naivität Licht auf die spontane Reaktion von den Schülerinnen auf ihre Umgebung werfen.

1. „Ich liebe Bücher mehr und es hat mein Lesen verbessert. Es hat mich auch gelehrt mich besser in Aufsätzen auszudrücken“.

   „ Ich habe jetzt mehr Interesse für Bücher, denn wenn ich schnell mit dem Pensum fertig bin habe ich mehr Zeit für Lesen“.

   „ Ich denke dass ich hierdurch mehr Bücher lese weil ich Sachen aufsuche und dann das ganze Buch lese“.

   „Ich bevorzuge die größere Bibliothek. Lesen hat mir stark geholfen. Ich mag die neuen und interessanteren Bücher die wir nun in der Bibliothek habe ( z.B. Neue Freiheit) mehr als die alten Bücher mit bloß alltäglichen Tatsachen, usw.

„Beim alten System würde ich abhängig sein von dem was die Lehrerin mir erzählen würde und ich würde es nicht in einem Buche aufgesucht haben. Jetzt schlage ich alles in so viel wie möglich Büchern nach.“

   „Ich habe mehr Interesse für die Bücher die ich jetzt lese weil es so viel Abwechslung gibt und wir brauchen jetzt während des Semesters nicht nur ein oder zwei Bücher zu lesen. Bei Geschichte, statt dass die ganze Klasse dieselbe Auffassung vom Thema hat, betrachtet jeder die Frage aus einem andern Gesichtspunkt“.

2. Die Mehrheit von den Mädchen denkt dass sie bei Geschichte, Geografie und Englisch besser geworden sind und sehr viel Mädchen sagen dass sie sowohl in Mathematik wie in Naturwissenschaft unter diesem System besser geworden sind.

3. Bei den Modernen Fremdsprachen denken Mädchen dass ihre Aussprache zurückgegangen ist. Der Typus von Mädchen der klagt, dass sie ihrem eignen Verstand trauen muss statt dem von der Lehrerin, glaubt dass alle Fächer unter dem neuen System leiden.

4. Bei den Antworten auf diese Frage sind die Meinungen verteilt. Ohne Zweifel arbeiten die Mädchen gerne zusammen wenn sie ungefähr gleich gut sind und ein schwächeres Mädchen hat gerne Hilfe von einem stärkeren, aber viele sagen dass die schwächeren sich zu viel auf die stärkeren stützen.

   „In den meisten Fällen denke ich dass das stärkere Mädchen die Arbeit leistet und dass das schwächere Mädchen glaubt dass sie es versteht und sich weiter nicht anstrengt. Sie würde mehr lernen wenn sie alleine arbeiten würde.“

   „Mädchen haben die Chance einander zu helfen, was einige Mädchen nicht wissen, wissen andere“.

   „Wir lernen mehr, denn wir haben die Meinung von uns selber und von andern Mädchen“.

   „Man kann freundlicher zu einander sein“.

   „Mädchen sind im Allgemeinen freundlicher zu einander, es werden nicht so viele Sippschaften gebildet; mehr Zusammenarbeit.“

   „Das bessere Mädchen bekommt Zeit um schwächeren zu helfen.“

5. „Mädchen die schnell arbeiten werden nicht von den langsameren Mädchen gehemmt“.

   „Die Mädchen die schneller sind können einen Vorsprung haben und  brauchen nicht auf sie zu warten. „Wenn ein Mädchen rückständig ist wartet die Klasse nicht auf dieses Mädchen, sondern geht weiter. „Die besseren Mädchen brauchen nicht auf die langsameren zu warten bis diese auch so weit sind und dieselben Sachen viele Male erklärt zu hören wenn sie es bereits verstehen. „Ich habe mehr Zeit und kann mehr Arbeit leisten.“ „Ich brauche nie etwas zu beratschlagen, wenn ich es nicht verstehe.“

„Die Mädchen die nicht so schnell sind können Hilfe von der Lehrerin bekommen, und so schneller vorwärts kommen als früher“.

   „Die langsameren Mädchen können vielmals um Hilfe bitten ohne zu denken, dass die Klasse zu schnell für sie vorwärts kommt.“

   „Man kann so viel Zeit auf ein Fach verwenden wie man will.“

   „Man braucht nicht etwas sofort zu tun, man kann darüber nachdenken und es einen Tag später machen.“

   „Die Vorteile bestreichen ein großes Gebiet. Abgesehen von der Tatsache dass man mehr liest, schätzen Mädchen den Vorteil fürs Individuum und auch für die Arbeit selber ist es vorteilhaft.“

   „Es ist nicht notwendig immer wieder ein anderes Fach zu tun.“

   „Wenn die Glocke läutet braucht man nicht mitten in der Arbeit aufzuhören und nicht zu einem andern Fachlehrraum fort zu gehen.“

   „Beim alten System mussten wir oft am Montag mitten in etwas aufhören und bis Mittwoch warten um es fertig zu machen.“

   „Man lernt sich völlig auf die Arbeit zu konzentrieren.“

Und die logische Schlussfolgerung folgt:

„Wir lernen gründlicher zu arbeiten und nicht ganz ruhig wie man es manchmal in der Klasse macht.“

   „Ich kann mehr Arbeit in der Schule machen und viel weniger zu Hause.“

   „ Die errungenen Kenntnisse sind nicht so öde.“

   „Wir lernen gut und emsig zu arbeiten und es ist nicht so öde wie eine langweilige Lektion.“

Viele Mädchen sehen eine Änderung in der moralischen Atmosphäre in der Schule und das Entstehen von einer fundamentaleren Ordnung:

   „Es gibt mehr Verantwortung für uns in diesem System.“

   „Wenn eine Lehrerin mich nicht sieht, denke ich dass ich besser arbeiten kann denn es gibt mir die Empfindung dass man mir bei der Arbeit traut, und dann kann man mir auch trauen.“

   „Es hilft einem ruhig zu sein wenn die Lehrerin nicht da ist um dich ruhig zu halten.“

   „Der Vorteil von diesem System ist dass es Mädchen die Empfindung gibt dass man ihnen trauen kann.“

   „Wir lernen was das Wort „Vertrauen“ bedeutet“.

Andere besprechen den stärkenden Effekt welchen das System auf sie hat:

   „Man lernt selber zu denken und nicht von der Lehrerin abhängig zu sein.“ „Das System hilft dir dich nicht auf die Lehrerin zu stützen.“

   „Es lehrt dich, dich selber zu lehren“.

   „Ich traute immer den Lehrerinnen und las kaum etwas, aber jetzt traue ich ihnen weniger und lese viel mehr. „Ich habe mehr Bücher studiert als ich beim alten System getan haben würde, wenn ich abhängig gewesen sein würde von dem was die Lehrerin mir erzählte, und ich würde es nicht in Büchern nachgeschlagen haben. Jetzt ziehe ich möglichst viele Bücher zu Rate.“

   „Ich habe oft beim alten System bemerkt dass ich eine Rechenaufgabe nicht lösen oder eine These beweisen oder einen Aufsatz schreiben konnte weil es mir zum Halse heraushing. Gerade in diesen Momenten empfindet man wie viel angenehmer sein eigener Stundenplan ist.“

6. Ein armes Kind das offensichtlich Arbeit und Verantwortung nicht liebt, wollte den Plan dadurch verbessern dass man die ganze Sache abschaffen würde:

   „Ich würde das ganze System abschaffen. Fast alles. Warum sollten wir als Briten den Amerikanern nachahmen, warum nicht unsere eigenen Auffassungen benutzen? Unser Temperament passt nicht zu so viel Arbeit, weil wir nicht von Kindheit an dazu erzogen worden sind wie die Amerikaner.

Viele wollten es dadurch verbessern dass man die Probearbeiten abschaffen oder durch eine andere Art von Probearbeiten ersetzen würde:

   „Zum Beispiel, bei Geschichte, würde ich eine Frage wie „Erzähle alles was du weißt über die Rebellion in India, die Ursachen, die Folgen für India und für die Regierungen von England und India“ vorziehen.

   „Bei Geschichte hatten wir „Wie war die Kolonisation von Australien eine Folge von der Rebellion in Kanada?“. Für den Wachstum vom British Empire hatte ich jedes Teil einzeln genommen und gelernt wie sie Teile vom British Empire wurden. Ich machte keine Verbindung dazwischen. Wenn die Frage gewesen wäre:“ Wie kamen bestimmte Teile vom British Empire unter britische Herrschaft?“ hätte ich das besser beantworten können und ich hätte zeigen können dass ich mehr wusste vom Wachstum vom British Empire als sich aus der genannten Frage zeigte.

Andere möchten Zeit für stille Arbeit haben; viele bitten um mehr Bücher und um weniger überfüllte Klassenzimmer.

7. Die genannten Nachteile sind oft die entgegengesetzten Pole vom Kompass. Einige wollten mehr Lektionen, andere weniger.

   „Es nimmt mehr Zeit aus Büchern zu sammeln als aus dem Munde von der Lehrerin.“

   „Einer von den Nachteilen ist dass man dazu verführt werden kann Fächer die man nicht mag hinauszuschieben und nur diejenigen zu machen die man mag. Dies könnte vermieden werden wenn wir mehr als drei oder vier Fachlektionen pro Woche beiwohnen sollten. „Für Mädchen die sich nicht konzentrieren können ist es viel schwieriger Auskunft aus einem Buch zu bekommen als von einer die das Fach interessant machen und Auskunft geben kann ohne öde Tatsachen“.

   „Beim Lernen aus Büchern können viele Leute die wichtigsten Tatsachen nicht finden, aber machen zweimal so viel Arbeit weil sie unbedeutende Sachen ohne jeden echten Wert lernen.“

Es würde töricht sein zu meinen dass sogar ein so schöner Entwurf wie der Dalton Plan in jeder englischen Schule allgemeine und willkommene Annahme bei Lehrerschaft oder Schülern finden würde. Die konservativeren Lehrer betrachten im Anfang misstrauisch einen ungeprobten Versuch, sie fürchten dass ihre Autorität auf null reduziert wird und ihre Jahre von Kenntniszunahme und Unterrichtserfahrung wenig Wert haben werden. Aber kein Plan würde der Mühe von Überlegung wert sein wenn er nicht anerkennen würde dass ein Lehrer seine Autorität und Verantwortung nicht abschaffen kann und seine Erfahrung und Kenntnisse nicht vergeuden muss.

Der Dalton Plan schöpft ein so intimes Band zwischen Schüler und Lehrerin dass letztere weniger ein Autokratin und mehr eine Begleiterin wird. Unsere Speicher an Kenntnissen sind offen für alle die hineingehen möchten. „Wenn du jemand mit Kenntnissen siehst, gehe sofort zu ihm und halte deine Füße bei der Schwelle von seiner Tür“ sagt der Prediger. Mit mehr Freiheit in der Schule wird dies nun möglich.

Junge, ungeübte Lehrerinnen können überdies oft nicht in allen Hinsichten eine Änderung verstehen die so neu für ihre Erfahrung ist. Alles worüber sie verfügen ist ihre Universitätslaufbahn und ihre Erinnerung an wie sie selber in der Schule unterrichtet wurden.

Die schlaffe Lehrerin neigt dazu das alte Schema hinzunehmen. Sie, die Schüler und der Plan sind drei Sachen ohne jeden Zusammenhang, und sie braucht bisweilen mehr Aufsicht als die Schüler, denn die schwache, nicht begeisterte Lehrerin produziert ebenso schwache und nicht begeisterte Jünger.

Aber die Person mit Zuversicht, Erfahrung, die Kenntnisse vom Kinde und Liebe fürs Kind hat, produziert hundertmal Obst.

Das Entzückende vom Dalton Plan steckt in der Tatsache dass er auf viele Weisen interpretiert und angewandt werden kann. Die Prinzipien von Freiheit und Initiative gehören sowohl zum Schulleiter wie zum Schüler.

Im Allgemeinen sind es die Leute die wenig oder nichts von den Effekten vom Plan gesehen haben die am meisten fruchtbar mit Kritik sind, was variieren kann von Stress für Schüler und Lehrerschaft bis die Größe von den Schulbanken die nicht zu den unterschiedlichen Altern von denjenigen die darin sitzen gehören oder die Länge von einem senkrechten Strich bei Vermerkkarten.

Die Frage von Stress bei Schülern gehört zu zwei Kapiteln: Augenstress und Nervenstress. Es gibt welche die fürchten dass Schüler unter dem Lesen während einer zu langen Periode leiden werden. Aber in Wirklichkeit geschieht dies selten, denn normale Knaben und Mädchen lesen bis sie nichts mehr aufnehmen, sie hören mit dem Lesen auf um diskutieren zu können oder sie fangen mit einem anderen Lernfach an.

Die Frage von Grübeln über Arbeit und Verantwortung, darüber soll jede Schule ernsthaft nachdenken. Wenn Lehrer nicht die Wichtigkeit von allseitiger Entwicklung für ihre Schüler verstehen, sowohl körperlich wie geistig und moralisch, kann dies bei jedem System geschehen. Aber beim Dalton Plan, wo der Lehrer viel enger mit dem Schüler in Berührung kommt, ist die Möglichkeit von Grübeln über Verantwortung geringer geworden. Das Kind das Angst vor Verantwortung hat ist gerade die Person die voller Mitempfindung zu Selbstvertrauen geführt werden muss.

Bei einem sympathischen Lehrer gibt es diese Möglichkeit. Jedes Kind wird als ein Individuum betrachtet, seine Arbeit und deren Ergebnisse passen zu seinen Bedürfnissen.

Bei jedem System kann das fahrlässige Kind das seine Arbeit vernachlässigt am Ende der Periode in Schwierigkeiten geraten und durchgedreht sein. Jetzt sehen wir das weniger Schüler ihre Arbeit vernachlässigen und auch dass weniger Schüler sich Sorgen darüber zu machen brauchen.

Die Einführung von jedem Plan verursacht mehr Nachdenken und mehr Versammlungen seitens der Lehrerschaft. Die Gedanken gehen in einer neuen Richtung. Man denkt nicht länger darüber nach wie man den Lernstoff, die Auskunft zum Kinde bringen kann, sondern wie das Kind es selber ausfindig machen kann. Man denkt darüber nach wie man das Interesse erregen und aufrechterhalten kann wenn man ein Lernfach studiert, sodass Arbeit zu einem „Atem eines erhabenen Geistes“ wird.

Natürlich, als nach großen Anstrengungen die Pensen im Anfang Unvollkommenheiten enthielten und Schüler nicht machten was man von ihnen erwartete, eine leichte Empfindung von Enttäuschung uns klar machte dass die Arbeit schwieriger als zuvor war.

Aber als die Monate vergingen verursachten Anstrengung und Nachdenken so viel Würdigung von den Schülern dass diese Bürde bald leichter wurde. Viele Menschen scheinen zu meinen dass die Lehrerinnen während der Pensumzeit da sitzen und beobachten wie Kinder arbeiten. Andere glauben eine Reihe von Schülern zu sehen die alle mit derselben Frage kommen und eine Lehrerin die es satt wird immer dieselbe Antwort geben zu müssen. Aber die Wahrheit ist dass die Lehrerin lebt, noch immer bei vollem Verstand ist, noch immer leitet und Vorschläge macht, frühere Pläne verbessert.

Vielleicht bedauert der Super-Spezialist das mögliche Verschwinden von der inspirierenden Lektion. Wenn man sich an Reden und Predigten und Lektionen erinnert die eine Freude und Inspiration waren, vergegenwärtigt man sich wie sehr der Wert vom Erregen von Emotionen abhängig war und wie dieser Wert durch Diskussion und Lesen nachher wuchs. Der Einfluss von einer Lehrerin auf ihre Klasse erreicht nicht die größte Höhe während einer Lektion, ungeachtet wie inspirierend die Lektion sein mag.

Das brillante Kind bewundert die schöne Lektion und schätzt die Lehrerin dafür. Das Durchschnittskind ist dadurch geehrt, das langsame Kind kann mit Ehrfurcht erfüllt werden. Aber eine richtige Belohnung bekommt man auch wenn man einige Worte zu einem Kind sagt das ein wenig durcheinander ist, wenn man es beruhigt und Schwierigkeiten behebt und ihm einen Weg in die Zukunft zeigt. Dies ist vielleicht nützlicher als die brillante Lektion.

Es ist zweifelhaft ob irgendeine Lehrerin jeder Klasse mehr als eine inspirierende Lektion pro Woche geben kann. Wir können jede Woche mehrere Lektionen geben die uns als befriedigend vorkommen aber diese inspirieren nicht notwendigerweise die Klasse. Die inspirierende Lektion hat auch beim Dalton Plan seine Stelle, besonders wenn ein neues Fachunterteil, oder eine neue Phase von einem Lernfach, oder ein großes Thema angeschnitten wird. Die Fortsetzung von den Kräften die durch so eine Lektion erregt werden ist nun mit individueller Arbeit möglich.

Es gibt auch noch Andere die eine Vision haben von einer ausgelöschten Lehrerschaft welche die Nacht mit Korrektur verbringt. Gruppenarbeit führt dazu dass die Menge an Korrektur geringer wird. Gruppendiskussion und Diskussion zwischen Gruppen können sehr gut die Stelle von schriftlicher Arbeit einnehmen. Es ist für jeden Lehrer wichtig dass er sich erinnert dass Frische und Energie, geistig und körperlich, für den Schüler vorteilhafter sind als eine Reihe von gründlich korrigierten Lektionen die nur selten die Zeit wettmachen die darauf verwendet worden ist, sogar wenn es Sachen betrifft die man zeigen kann wenn die Gelegenheit da ist.

Das Verhältnis zwischen Pflichtstunden und Stunden für freie Arbeit ändert sich nach den Bedürfnissen von einer bestimmten Klasse oder den Bedürfnissen von einem bestimmten Fachunterteil zu einer bestimmten Stunde. Die Abschaffung von solchen Lektionen ist nicht ein wesentliches Teil vom Plan und wenn die Zahl von Schülern für eine Lehrerin zu groß ist, ist es fast eine Unmöglichkeit.

Viele Kritiker vom Dalton Plan befürchten dass er einen Rückgang vom Klassengeist oder von der Zusammengehörigkeit verursacht.

Wenn Klassenstunden das einzige Wesentliche beim Wachstum vom Klassengeist wären, würde jede Klasse in jeder Schule in England eine starke Zusammengehörigkeit zeigen. Wenn die Schulatmosphäre und das Verhältnis in der Lehrerschaft gut sind wird Zusammengehörigkeit bei jedem System wachsen. Dass die Lehrerin jedes Kind als ein Individuum betrachtet bedeutet nicht dass Kinder die Schule als einzelne Einheiten durchlaufen. Gruppen fühlen Stolz bei Gruppenleistungen, sowohl bei Arbeit wie bei Wettkämpfen. Zusammengehörigkeit ist fast völlig soziale Entwicklung. Klassenstunden und Notenlisten machen aus einer Klasse noch nicht einen Organismus.

Es gibt auch die Meinung dass Drückeberger beim neuen Plan ein glückliches Leben wie der liebe Gott in Frankreich haben könnten. Natürlich soll die Lehrerin auf diese Gefahr gefasst sein. Gewöhnlich kann man dadurch etwas dagegen tun dass man ihnen bessere Arbeit vorschlägt und wenn dieser Vorschlag nicht ausreicht kann sie diese Schüler immer mit einem individuellen Stundenplan bei der Arbeit haben bis sie geeignet sind von der Freiheit vom Plan zu genießen. Aber wenn man immer bessere Pensen entwirft, auf den Standpunkt der Kinder gezielt, wird Interesse ein starker Reiz und Drückeberger werden selten.

Ein andres Übel das Spezialisten befürchten ist dass Schüler zu tüchtig an ihrem Lieblingsfach arbeiten und ihre schwierigen vernachlässigen. Sie befürchten auch dass Schüler massenweise zu den Fachlehrräumen von beliebten Lehrern gehen und andere vermeiden werden. Natürlich ist die Schülerin geneigt dorthin zu gehen wo sie herzlich willkommen ist, ermutigt wird und wo man ihr hilft, und dass sie geneigt ist jene Person zu vermeiden die sie mit Vorwürfen begrüßt. Wo Gefühle der Feindseligkeit bestehen werden Freude, Energie und Arbeitserfolg geringer.

Aber wenn alle spezialisierten Lehrer Interesse für den Allroundfortschritt der Schüler hegen gibt es keine Feindseligkeit. Alle Lehrer sollten sich vergegenwärtigen dass Kinder lernen wollen und dass jedes Mittel das ihnen hilft diesen Wunsch zu erfüllen benutzt werden soll, sogar wenn dies bedeutet dass man nicht länger Kritik äußert und im Gegenteil ein Begleiter und Freund wird.

Die wahre Ordnung die ein Kind entfaltet wenn es mit Freude und Ausdauer einer Reihe von Lektionen beiwohnt ist viel besser für den Charakter als das Gefühl von Scham oder Groll die durch Vorwerfe entstehen, sogar wenn nach Vorwürfen gute Arbeit geleistet werden würde.

Das Merkwürdige ist dass wenn Kinder die Wahl vom Lernfach und von der Zeit haben, und wenn sie zu urteilen anfangen, sie einen Unterschied zwischen dem beliebten Lehrer und dem Lehrer der Hilfe leistet, machen.

Zu ihrem Gunsten, das soll gesagt sein, sie gehen dorthin wo Kenntnisse sind. Es ist gut für ein Kind wenn es ein absorbierendes Interesse für ein Lernfach hat, und wenn einer dies nach seinem Wert schätzt, breitet das Interesse sich von einem Fach zum andern aus. Sogar wenn dies nicht so wäre, würde es noch besser für ein Kind sein die Schule mit diesem einen Interesse zu verlassen als mit einer sorgfältig berechnenden und gleichmäßig verteilten Menge an allgemeiner Information.

Der Klassenlehrer und die Vermerkkarte vom Kinde helfen dazu dass man einen guten Überblick vom ganzen Fortschritt hat, wiewohl natürlich einige Schüler immer das Minimale bei einigen Fächern und das Maximale bei andern leisten wollen.

Pünktlichkeit und Anständigkeit sind die nächsten Begriffe die angegriffen werden. Jeder gute Lehrer weiß wo Pünktlichkeit wesentlich ist, wo Anständigkeit wesentlich ist, und er wird nicht erlauben dass das Kind durch Mängel in dieser Hinsicht gute Bemühungen ruiniert. Kinder schätzen Proben für Pünktlichkeit, sie sehen ihren Wert. Sie überreichen gerne ein schön geschriebenes Werkstück, mit guter Sprache und Rechtschreibung, wiewohl ihre Kladde abscheulich sein mag. Ein Kind drückt seine Gedanken ungehemmt aus in Diskussionen oder wenn es eine Kladde schreibt, aber Gedanken werden oft gehemmt wenn man zu viel achtet auf Schreiben und Sauberkeit.

Für andere Kritiker scheinen mündliche Arbeit und Übungen im Sprechen außerordentliche Probleme zu sein. Bei Klassenarbeit spricht der Schüler der sich leicht ausdrücken kann während der meisten Zeit und der sprachlich weniger Begabte hört zu oder träumt oder sagt mühsam einige Worte. Sie können ihre Gedanken nicht so gut in Worten fassen weil sie sich von der Kritik von den Klassengenossen und ihren Lehrern bewusst sind und daher wollen sie die Zeit von der Klasse nicht in Anspruch nehmen.

Beim Daltonplan hat das schüchterne Kind eine größere Chance. Sie hat einen besseren Kontakt zur Lehrerin, sie weiß dass sie die Zeit von der Klasse nicht in Anspruch nimmt wenn sie sich äußern möchte. Überdies kann die Lehrerin, wenn sie sie als Individuum betrachtet, etwas finden was sie interessiert, vielleicht hat dies kaum Zusammenhang mit dem Thema womit sie sich beschäftigt, aber was im Stande ist den Geist des Kindes aufzuschließen, sodass sie frei sagt was sie interessiert.

Wenn ein Kind in dieser Weise einmal ein bisschen entgleist ist, wird es sich immer mehr von andern Sachen bewusst um darüber zu reden und sie bleibt nicht langer die Trödelliese von der Klasse. Verbesserung von einem Sprachübel findet auf eine freundlichere Weise statt wenn das Kind neben der Lehrerin steht und Möglichkeiten zur Verbesserung kommen öfter vor.

Das mündliche In-Worte-Fassen ist zu einer wertvollen Übung geworden.

Wiewohl man zugesteht dass der Plan erfolgreich für das begabte Kind sein kann, das, der Meinung von Kritikern nach, den größten Teil von der Zeit der Lehrerin beschlagnahmt, zweifelt man oft daran ob er ebenso erfolgreich für das langsamere Kind ist. Man muss bejahen dass das begabte Kind viel mehr Fortschritte macht als zuvor, aber, zu gleicher Zeit muss man auch bejahen dass das langsamere Kind auch schnellere Fortschritte macht, und auf viel bessere Weise.

Das sehr langsame Kind braucht immer spezielle Aufmerksamkeit und kann diese als Individuum oder in einer Gruppe bekommen. Die Furcht die es in den Köpfen mit Bezug auf den letzten Typus gibt, ist dass solche Schüler nicht wirklich von den verlängerten Perioden von eigenem Studium genießen.

Zuerst muss ich betonen dass die Schülerin nicht verpflichtet ist während verlängerter Perioden zu studieren. Sie kann ihr Fach ändern wenn sie dies will. überdies geniest sie wirklich von den Diskussionen bei ihrem Studium mit ihrer Lehrerin oder mit andern Mädchen. Vielleicht würde sie eine Woche von nur Studium ohne Lektionen und ohne Arbeit mit den Hunden oder lauter Übungen oder Spielen nicht angenehm finden. Aber Freiheit um eine bestimmte Menge von Arbeit selber zu leisten gibt gewiss mehr Freude bei der gemachten Arbeit.

Ein anderer Kritiker fragt: “Welches ist die moralische Wirkung wenn man Kindern erlaubt ihre Beschäftigung zu gewissen Zeiten zu wählen, wenn sie, im späteren Leben, machen sollen was ihnen zu gegebener Zeit aufgetragen worden ist?“

Wenn ein strenger Stundenplan von Klassenstunden ein Volk hervorgebracht hätte dessen Ideale so hoch wären dass alles aus Pflichterfüllung und Disziplin gemacht würde – ein Volk dermaßen entwickelt dass Selbstdisziplin allgemein wäre, würde man nicht geneigt sein irgendwelche Änderung in Erziehungsmethoden zu erwägen. Aber weil es überhaupt nicht so ein Volk gibt, hat man das Recht zu erhoffen dass eine Änderung zum Besseren führt, und dass eine Erziehung, gegründet auf Wahlfreiheit um jenes Studium zu machen das attraktiv ist wo und wenn der Lernende es will, hilft einen Staat zu gründen der im Stande ist zu wählen und sein eigenes Schicksal anzustreben, lieber als die Stimme einer Autorität zu gehorchen, sei es in der Gestalt eines sich laut brüstenden Demagogen, einer wertlosen Zeitung, einer Modeerscheinung oder leerer Worte.

In der Welt machen Menschen „dasjenige was zu einer bestimmten Zeit ihnen befohlen worden ist“ entweder weil es in ihrem Interesse ist oder weil es ihr Auskommen betrifft. Kinder die heranwachsen mit Freude bei der Arbeit die sie interessiert, werden wahrscheinlich bemerken dass Interesse nützlich in ihrem späteren Leben ist. Es ist jedenfalls sicher dass unser Unterrichtssystem das einem Kinde Freiheit um sich zu entfalten gibt und Zeit zum Denken und Planen die Erweiterung von allen guten Eigenschaften die ihm eingeboren sind, fördert.

 

KAPITEL  X

DER DALTON PLAN FÜR GRUNDSCHULEN

von John Eades, Schulleiter von der Kirkstall Road Council School in Leeds

 

Der Dalton Plan ist festgesetzt worden. Er hat sich seinen Platz gesichert in der Sekundarschule und ist auch in vielen Grundschulen eingeführt worden. Er wurde tatsächlich in vielen verschiedenen Gestalten in einigen modernen englischen Schulen angewandt schon lange bevor er aus Amerika kam. Ich hoffe solche Auskunft über die Einführung und die Wirkung vom neuen Plan in Grundschulen zu geben dass Lehrer die Interesse für den Plan haben ihn ihren eigenen Schulen und besonderen Umständen anpassen können.

Vor mehreren Jahren fing ich mit einem System der Spezialisation in der Leeds Kirkstall Road Schule an. Ich habe viele Klassenstunden über Schubfächer gehört, die vorbereitet und gegeben von Studenten worden waren. Dies überzeugte mich von der Unmöglichkeit von irgendwelchem Lehrer jedem Fach im Schulplan Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Geschmack, Übung, Fähigkeit und Kenntnisse waren alle dagegen. Es war klar dass ein Lehrer immer jene Fächer am besten lehrte von denen er am meisten wusste und das waren unabänderlich die Fächer für welche er das größte Interesse hatte. Alle Lehrer haben ein oder zwei solche Fächer und ihre Begeisterung inspiriert oft ihre Schüler. Und so liefern sie mehr und bessere Arbeit mit viel weniger Energie.

Wir besprachen die Angelegenheit in mehreren Versammlungen der Lehrerschaft und redeten über die Vorzüge von mehreren Lehrern. Dann bekam jeder Lehrer ein oder zwei Fächer, der Stundenplan wurde demgemäß eingerichtet und seitdem wurde Spezialisierung in unserer Schule mit befriedigendem Erfolg angewandt.

Dennoch, als die Zeit fortschritt, wurden die Schwäche und die Nutzlosigkeit von anhäufenden Fächern peinlich deutlich. Indem ich Hunderten von Stunden in wissenschaftlichen Fächern zuhörte – die sorgfältig und oft ausführlich vorbereitet worden waren – und indem ich sah dass das Ergebnis völlig ungenügend war, kam der Gedanke in mir auf Abteilungsstunden zu geben. Klassen wurden in drei Abteilungen verteilt – eine umfasste die begabteren Schüler, eine die Durchschittskinder und die dritte Abteilung die schwächeren und rückständigen Kinder.

Das war eine Verbesserung im Vergleich zu den Frontalstunden aber dennoch blieb etwas Wünschenswertes übrig und wir hatten noch das Problem vom Individuum – das Problem das jedes uns anvertraute Kind einzigartig ist, denn keine zwei Kinder in der Welt sind genau identisch, jedes Kind hat eine Persönlichkeit die anders als von jeder andern Person ist.

Jedes Mal wenn ein Kind seinen Willen ausübt hat diese Handlung einen abgesonderten und direkten Einfluss auf die Charakterentwicklung, was ihn im Laufe der Zeit zu einer deutlichen Einheit macht die eine abgesonderte Behandlung fordert. Denn wir können nur mit Erfolg mit diesen Persönlichkeiten arbeiten wenn wir sie individuell behandeln und unsere Methoden im Einvernehmen mit der Natur und den Kapazitäten von jedem Kinde anwenden.

Etwa vor drei, vier Jahren führte dieser Gedanke zu individueller Arbeit die den Schülern in der siebten Klasse gegeben wurde, wobei wir den Kindern Arbeit für eine Woche boten. Dann kam der Dalton Plan und dieser führte zu weiteren Entwicklungen.

Aber bevor ich näher auf Einzelheiten eingehe möchte ich einige Nachteile vom Klassenunterricht oder Frontalunterricht bei wissenschaftlichen Fächern nennen, die uns nötigten einen andern Plan zu akzeptieren.

Gescheite Kinder werden gehemmt und dumme Kinder werden gehetzt, zum Nachteil von ihren geistigen Kräften, durch den Versuch vom Lehrer um den problematischen Durchschnitt zu erreichen.

Faule Kinder machen so wenig wie nur möglich ist und verstecken sich hinter den schnelleren.

Es gibt kaum Zusammenarbeiten und Zusammenarbeiten ist einer von den wesentlichen Zügen vom erfolgreichen Unterricht. Der Lehrer wird dazu angestiftet neue Tatsachen in die Köpfe der Kinder zu gießen und der Unterricht wird „Rede ein wenig, nimm die Kreide, rede ein wenig mehr“ und die Kinder bleiben inzwischen passiv, werden oft gleichgültig und unartig.

Wenn eine Lektion effektiv sein soll, muss sie von den Kindern und vom Lehrer sein, und mehr von den Kindern als vom Lehrer.

Abermals, ein Kind muss bestimmte Fächer erlernen, jedes zur bestimmten Zeit, in bestimmter Zeitdauer, ob es Lust hat ein bestimmtes Fach zu erlernen oder nicht. Und derjenige der ein Fach schwierig findet kann nur dieselbe Zeit darauf verwenden wie einer der es leicht findet.

Dieses Verfahren verursacht im Kinde einen Widerwillen gegen dieses Fach. Wenn es mehr Zeit dafür gehabt hätte und es hätte mehr Hilfe bekommen, hätte es diese Schwierigkeiten überwunden und wahres Interesse für gerade jene Arbeit die es einst verabscheute gefunden.

Und schließlich: schnelleres Vorwärtskommen ist ein großes Problem beim normalen Klassenunterricht. Die einzige Lösung für ein gescheites Kind scheint sechs Monate in einer Klasse zu sein und dann zur Nächsten befördert zu werden. Aber dies bedeutet ein ernsthafter Bruch im Arbeitsschema und zerbricht den Faden vom geordneten und einher schreitenden Unterricht, was am Ende mehr Übel als Gutes verursacht.

Um diese Nachteile zu vermeiden sollen bestimmte Fächer individuell unterrichtet werden und andere in Gruppen oder klassenweise.

Aller Unterricht kann grob in zwei Arten verteilt werden:

(1) dasjenige was sich richtet auf die Entwicklung von geistigen  Kapazitäten und die Erwerbung von solchen Kenntnissen die unentbehrlich sind um ein guter Bürger zu sein; und (2) dasjenige was als Ziel die Körperentwicklung, die Entwicklung von Soziabilität und Empfindungen hat.

Mit diesen beiden Zielen können wir, grob gesagt, unsere Schulfächer in zwei Gruppen verteilen, die im Wesentlichen mit diesen beiden Zielen übereinstimmen:

1. die theoretischen Fächer – z.B. Lesen, Rechnen, Naturwissenschaft, Aufsatz, Rechtschreibung, Grammatik, Geschichte, Erdkunde, Zeichnen und Werken stimmen mit unserem ersten Ziel überein;

2. die körperlichen, sozialen, emotionellen Fächer – z.B. Turnen (einschließlich Wettkämpfe und Tanzen), Musik, Literatur, Ausflüge für Naturstudien und Skizzieren und Diastunden kommen mit unserem zweiten Teil überein. Es wird einige Überschneidung bei (1) und (2) geben, aber das ist nicht nachteilig für den Plan.

Die theoretischen Fächer werden individuell unterrichtet und bisweilen in kleinen Gruppen mit Kindern von demselben Niveau.

Es gibt individuelles Zusammenarbeiten – die jüngeren Kinder werden ermutigt Hilfe bei den älteren zu suchen und die „älteren werden ermutigt diese zu leisten.

Die andern Fächer werden klassenweise unterrichtet, aber die Klassenzusammensetzung geschieht vornehmlich nach Alter und nicht nach Klassen. Bei diesen Stunden gibt es gemeinschaftliches Zusammenarbeiten und nur durch eine glückliche Anwendung von beiden Arten Kooperation können das beste soziale Leben und die besten Charaktere sich entfalten.

Die erste Entscheidung die getroffen werden muss ist welche Klassen zum Plan gehören. Unsere Entscheidung ist: Klassen IV bis VIII. Wenn dies geschehen ist werden die Klassenzimmer nach den unterschiedlichen Fächern eingerichtet, übereinstimmend mit der Arbeit welche die Mitglieder vom Personal übernommen haben. Unsere Klassenzimmer sind folgendermaßen eingeteilt worden:

Die Diele Lesen

Klasse 1 Kunst

Klasse 2 Geschichte und Erdkunde

Klasse 3 Englisch (Aufsatz,

Rechtschreibung und Grammatik)

Klasse 4 Mathematik

Klasse 5 Naturwissenschaft und

Werken

Der Lehrer der sich in den genannten Fächern spezialisiert hat, hat die Aufsicht in seinem Klassenzimmer und über die Arbeit die dort geleistet werden muss. Ich habe die Aufsicht über das Lesen, was selbstverständlich stilles (stummes) Lesen ist und das bringt mich in engen und vielfachen Kontakt mit jedem Schüler im oberen Teil von der Schule.

Der verantwortliche Lehrer bestimmt die Menge Arbeit für jedes Fach für einen Monat und befestigt dies auf der Mauer im Klassenzimmer oder auf dem Mitteilungsbrett. Diese Menge an Arbeit kann leicht von einem Kinde mit Durchschnittsbegabung geleistet werden. Kinder dürfen es in ihrem Heft aufschreiben, entweder als ein Ganzes oder in Teilen wenn sie das wünschen.

Um 9.30 Uhr morgens läutet die Glocke, die Religionsstunde ist beendet, die Kinder gehen nach dem Raum den sie wünschen und bleiben dort so lange wie sie wollen. Es kann also geschehen, und es geschieht meistens, dass Kinder aus allen genannten Klassen sich in irgendwelchem Raum zur selben Zeit befinden. Einige bleiben dort eine halbe Stunde, andere eine ganze Stunde und einige den ganzen Morgen.

Jeder Schüler plant seine eigene Arbeit und leistet diese im eigenen Tempo.

Hier Zeichnung Seite 202

Trödeln ist nicht erlaubt. Ein Knabe soll lesen, studieren, schreiben, zeichnen, modellieren usw. Der Lehrer fragt jeden Schüler kurz nach seiner Studienarbeit, bespricht Sachen mit ihm und untersucht die geschriebenen Antworten auf Fragen.

Jedes Kind bekommt ein „Work Record Card“. Dies steckt er in einen Briefumschlag in seiner Schultasche, zusammen mit seinem Schreibmaterial und Schulbüchern, denn er ist verantwortlich für die Sauberkeit und Sicherheit.

Wenn der Lehrer den Schüler über ein Teil von seiner Arbeit befragt hat oder eine von seinen geschriebenen Antworten korrigiert hat, vermerkt er es mit einem Finken in roter Tinte. Alles was der Lehrer auf der Karte schreibt, geschieht mit roter Tinte. Meine Initialen als Schulleiter sind, wenn die Monatsarbeit erledigt worden ist, mit schwarzer Tinte.

Wenn der Lehrer mit seinen Initialen erklärt hat dass das Monatspensum fertig ist, macht er einen Finken hinter dem Namen vom Knaben in seinem Buch, wo sich die Namen von allen Knaben aus allen Klassen befinden. Wenn ich meine Initialen unter das vollendete Monatspensum schreibe, füge ich beim Namen von jedem Knaben eine Zahl hinzu, um zu zeigen an welcher Stelle er unter den Knaben aus seiner Klasse geendet hat. Auf diese Weise können wir zu jeder Zeit ausfindig machen wie weit ein Knabe mit seiner Arbeit gekommen ist und eine Bitte um seine Pensumkarte gibt die Einzelheiten.

Kein Knabe darf mit einem Fach aus dem Pensum weiter gehen bevor er mit der Arbeit in allen Fächern vom vorigen Monat fertig ist. Viele Kinder sind mit der Arbeit für den März schon im Februar fertig und haben die Arbeit für den April früh im März beendet. Wenn sie es mögen dürfen sie die übrige Zeit auf ihre Lieblingsfächer verwenden – und vielleicht lernt er dabei mehr als bei den andern – oder sie können mit dem Pensum für den nächsten Monat weiter gehen. Die meisten Kinder bevorzugen letzteres und viele vollbringen die Jahresarbeit in sieben, acht oder neun Monaten und gehen sofort mit der Arbeit von der höheren Klasse weiter.

Die langsameren Schüler brauchen manchmal 15 oder 16 Monate um die Jahresarbeit zu leisten, aber wenn sie das gemacht haben, haben sie es gut gemacht und das ist besser für sie als flüchtige Arbeit bei ihren Versuchen gleichen Schritt zu halten mit denjenigen die geistig begabter sind.

Mündliche Lektionen sind beim Dalton Plan nicht ausgeschlossen. Der persönliche, individuelle Verkehr zwischen Lehrer und Schülern setzt den Lehrer in den Stand ihre besonderen Schwierigkeiten zu entdecken. Wenn dieselbe Schwierigkeit bei mehreren Schülern auftaucht, macht der Lehrer davon einen Notiz und sammelt sie bei der Wandtafel und bespricht dort ihre Schwierigkeit.

Bei andern Teilen von einem Pflichtfach ist es vielleicht nicht möglich für die Kinder jede erwünschte Auskunft zu bekommen aus ihren Schulbüchern oder verfügbaren Nachschlagewerken auf die sie verwiesen werden. Wenn dies geschieht, vielleicht ein- oder zweimal pro Monat, verabredet der Lehrer einen Tag und eine bestimmte Zeit, macht eine Notiz oder erwähnt es im Pensum und bittet alle Kinder die dieses Fach erlernen für eine spezielle Lektion nach seinem Zimmer zu kommen. Andere Kinder die zu dieser Zeit im Klassenzimmer sind müssen nach einem andern Fachlehrraum gehen und dort arbeiten.

Hier folgen einige Beispiele von Monatspensen.

 

Klasse IV

Geschichte

März

lernen

(a) Wie ein Kloster Nahrung und Geld bekam

(b) die Klosterbrüder

(c) Eine mittelalterliche Stadt zur Zeit von Edward III (14. Jahrhundert)

geschriebene Arbeit

(a) mache eine Skizze vom Viehbestand auf S. 134, aber lasse die Zeichnungen vom Manne und von der Frau weg

(b) Schreibe in eigenen Worten über die Mönche

(c) Wie glaubst du dass die Straßen in Leeds im 14. Jahrhundert aussahen?

(d) Was weißt du von den Zünften?

 

ENGLISCH

Februar

Aufsatz

Wähle aus den folgenden Themen vier Themen, sammle Ideen für sie und schreibe dann Aufsätze darüber in deinem Heft.

(a) ein Regentag

(b) Meine Mutter oder mein Vater

(c) eine Beschreibung von deinem beliebten Spielzeug

(d) ein Brief zu einem Freund worin du erzählst welche Freude du hattest als du einen Schneemann machtest

(e) Ein Unfall auf dem Eis Gib davon zwei Berichte:

(1) vom Verletzten

(2) Von der Person die Hilfe leistete

Grammatik

Lerne die Seiten 13 und 14 in deinem Englischbuch. Schreibe Übung 10 und unterstreiche die Fürwörter

Rechtschreibung

Mache die Ergänzungsübung auf Seiten 44 und 45. Lerne die fett gedruckten Wörter und bereite dich vor dass du diese mündlich in Sätzen verwenden musst.

spezielle Lektion

Am Montag, 6. Februar, um 9.30 Uhr, wird eine Lektion über Lesezeichen gegeben. Alle Knaben aus Klasse IV sollen dabei anwesend sein, andere die wissen dass ihr Gebrauch von Lesezeichen mangelhaft ist dürfen auch anwesend sein.

 

KLASSE V

GEOMETRIE

März

 

 

ARITHMETIK

März

 

 

 

klasse vi

zeichnen

März

Mache nach eigener Wahl vier Aufgaben:

stilleben

Mache eine Aquarellzeichnung von der Gruppe von Objekten die im Klassenzimmer für Zeichnen bereit stehen.

zeichnen aus dem Gedächtnis

Zeichne aus dem Gedächtnis eine Gruppe von Objekten bestehend aus einem Hobel, einer Säge die man gebraucht bei der Herstellung von Schwalbenschwanzverbindungen, einem Holzhammer und einem Meißel. Wenn du dich im Fachlehrraum für Werken befindest, beobachte sorgfältig die Konstruktion und die Form von diesen Geräten.

entwerfen

Zeichne zwei Randverzierungen, eine gegründet auf gerade Linien und eine auf gebogene Linien. Male sie und benutze die Farben die deiner Meinung nach am besten zusammengehören.

Buchstaben

Beobachte sehr gut die Beispiele von römischen Buchstaben die an der Wand hängen. Die Verhältnisse der Buchstaben bis K werden gezeigt. Zeichne diese sorgfältig, in Quadrate von 5 Zentimeter. Beachte dass die Buchstaben C, D, G  einen Kreis als Basis haben.

Bilder zeichnen

Beobachte Knaben oder Männer die Fußball spielen. Betrachte die Position von Armen und Beinen wenn jemand einen tüchtigen Stoß macht. Mache Zeichnungen von Fußballspielern die aus mehreren Haltungen schießen. Mache eine Zeichnung von einem Ereignis das man „Gerettet“ nennen könnte.

 

Geografie

Februar

lernen

Lerne die Produkte und Industrien in Indien, und dann die Städte und Verbindungen.

Lies Lay's British Dominions, S. 50-63. Suche weitere Auskunft in Nachschlagewerken.

geschriebene Arbeit

(1) Mache aus Übungen im Kartenlesen die Aufgaben 4, 9, 12, 13 auf S. 54 und 3, 15, 17, auf S. 61.

(2) In „Things to do“ (zu machenden Sachen) Aufträge 1, 2 auf S. 55 und 1, 2 auf S. 62.

 

 

spezielle Lektion

Eine Lektion wird am Montag 27. Februar, um 11 Uhr morgens über „Der Wert von Indien für England und der Wert von England für Indien“ gegeben. Alle Knaben die Indien studieren müssen anwesend sein.

LESEN

April

Wenn du dein Monatsbuch gewählt hast, schreibe deinen Namen, deine Klasse und den Titel vom Buch im dazu bestimmten Heft.

Lies das ganze Buch bevor du die Antworten schreibst.

Wenn du beim Lesen auf etwas stößt das du nicht verstehst, frage einen älteren Knaben oder suche es im Wörterbuch auf. Wenn du es dann noch nicht weißt, komme zu mir.

Wenn du das ganze Buch gelesen hast, beantworte folgende Fragen:

(1) Welches ist deiner Meinung nach die beste Geschichte oder das beste  Kapitel im Buch? Beschreibe es.

(2) Welche Person im Buch magst du am meisten? Sage weshalb du ihn (oder sie) vorziehst und erzähle eine oder zwei von den Taten von dieser Person.

(3) Schreibe ein kleines Schauspiel und benutze dabei den Inhalt von einem Kapitel aus dem Buch, oder schreibe ein Gedicht von mindestens drei Strophen über eine Person oder einen Vorfall im Buch.

 

KLASSE 7

English

März

 

 

Mathematik und Wissenschaften

 

 

EXPERIMENTELLE WISSENSCHAFT

März

lernen

Mache und beschreibe zwei oder mehr Experimente aus Lektion 6 und 7 über den Kegel und den Zylinder.

Lerne Lektion 13 über spezifisches Gewicht und zeichne die Figur auf S. 12, McDougall's Handwork Science, Book II.

Jetzt möchte ich einige Vorteile von dieser individuellen Unterrichtsmethode erwähnen.

1. Die Persönlichkeit vom Kinde wird anerkannt, studiert und entwickelt.

2. Jedes Kind bestimmt eigenes Tempo. Kein Kind braucht auf andere zu warten. Das langsame Kind wird nicht über seine Kräfte gehetzt und leistet dadurch bessere und bleibende Arbeit.

3. Das Kind mit Neigung zur Faulheit wird interessiert weil es mehr Wahlen bekommt.

4. Das Kind leistet die Arbeit, es wird nicht für das Kind gemacht. Es bekommt Erfahrung wenn es die Arbeit leistet und hat Genugtuung, wenn es selber etwas vollendet hat.

5. Man braucht nicht mit der Arbeit aufzuhören wenn diese am interessantesten ist, man braucht auch nicht damit weiter zu gehen wenn sie langweilig wird oder wenn man müde wird.

6. Es gibt Einheit im Unterricht. Wenn ein Kind eine oder zwei Wochen abwesend ist, geht er beim Rückkehr weiter, gerade dort wo er stecken geblieben ist. Er verliert den Faden von seinem Fach nicht wie es so oft beim Klassenunterricht der Fall ist.

7. Die Kinder in jedem Klassenzimmer bilden eine Familiengruppe, die älteren, die weiter vorgerückt sind, helfen den jüngeren und schwächeren immer wenn sie um Hilfe gebeten werden, ohne dass sie ihnen zu viel erzählen oder sie zu abhängig machen. Dies entwickelt ein hilfreiches Benehmen in den „älteren Schülern und verstärkt zu gleicher Zeit ihr eigenes Wissen wie es bei jedem Unterricht übrigens der Fall ist.

8. Es gibt keinen scharfen Bruch mit der Studiermethode die man im späteren Leben anwendet.

9. Es gibt kein fixes Datum wo ein Kind in Klasse VII versetzt wird, ungeachtet wie wenig Kinder in dieser Klasse sitzen.

10. Kinder die mit einem Lernfach beschäftigt sind wenn sie dies wollen sind begeisterter, arbeiten besser und überwinden Schwierigkeiten leichter.

11. Das Organisationsvermögen eines Kindes wird entwickelt, weil es planen muss und mit dem Monatspensum rechtzeitig fertig sein soll.

12. Es entsteht freundschaftlicher Wetteifer, die jüngeren Kinder arbeiten tüchtig um die älteren zu überholen und die „älteren wollen gerne voran bleiben.

13. Es gibt engeren persönlichen Kontakt zwischen Lehrer und Schüler.

14. Es gibt keine Schwierigkeiten bei der Versetzung, jedes Kind wird versetzt wenn es so weit ist.

15. Während etwa des letzten Jahres dass ein Kind zur Schule geht darf es wenig Zeit verwenden auf die Fächer für die es eine geringe oder keine Veranlagung hat und die Erziehung und der Unterricht werden völlig auf jene Fächer gerichtet die sein großes Interesse haben.

Dieser Stundenplan gibt ein gutes Beispiel von den Fächern die nachmittags in den Klassen unterrichtet werden.

Vier gleiche Gruppen, zusammen 160 bis 200 Kinder sind auf Grund vom Alter eingeteilt worden:

Gruppe 1  Alter 13 und 14 Jahre

Gruppe 2  Alter 12 und 13 Jahre

Gruppe 3  Alter 11 und 12 Jahre

Gruppe 4  Alter 9, 10, 11 Jahre

Lehrfächer

Wie schon erwähnt werden Ausflüge für Biologie und Zeichnen, Diastunden für Erdkunde oder Geschichte eigens organisiert und die Zeiten werden im Logbuch unter „Naturwissenschaft“ genannt. Eine Reihe von Stunden über Gesundheitslehre wird organisiert und Physikexperimente werden gezeigt. Weil die Gruppen nicht mit den Klassen übereinstimmen, teilt der Lehrer Gruppen ein bei experimenteller und mündlicher Arbeit während die anderen wie morgens arbeiten.

Vortrag und Theater geschehen während der Stunden für Literatur und Lesen. Literatur wird in Klassen unterrichtet, genau so wie Religion.

Bei diesen Stunden hat die Persönlichkeit vom Lehrer den größten Einfluss auf die Fantasie und die Gefühle der Kinder wenn er die Worte, Gedanken und den Geist vom Autor übersetzt.

Die Literaturstunden geschehen anhand meines Buches Literaturunterricht in Schulen – A Manual of Matter and Method, (Verlag E. J. Arnold, Leeds). Der Preis ist 4s 6d und das Buch hat genügend Lernstoff für die acht Schuljahre.

Wöchentlich findet eine Debatte statt in Gruppe I, eine Woche zuvor bestimmen die Kinder das Thema und wer es leitet. Die älteren lernen nachzudenken und sie werden geübt gute und logische Antworten zu geben – eine Übung die sehr notwendig ist: man braucht nur Sprechern über Themen auf allerhand Gebieten vom Leben zuzuhören.

Schönschreiben umfasst Schreiben, Zahlen und methodische Schrift. Dies verhütet die Neigung zu nachlässiger Arbeit was passieren kann wenn Kinder mehr Aufmerksamkeit für den Lernstoff haben als für die Reinheit von der Weise wie sie es ausdrücken.

Dennoch, wenn beim Dalton Plan nachlässige Arbeit beim Lehrer eingeliefert wird um beurteilt zu werden, missbilligt der Lehrer es und die Übung soll aufs Neue gemacht werden. Dadurch lernt das Kind dass dasjenige was getan werden soll, wert ist getan zu werden auch wert ist gut gemacht zu werden und dass nachlässige, schmutzige und unsaubere Arbeit eine Tat der Unhöflichkeit der Person gegenüber ist dem es angeboten wird.

Körpererziehung und Musik werden von einem spezialisierten Lehrer gegeben, in den Altersgruppen – eine weit bessere Einteilung für diese Fächer als Klassen.

 

ZEICHNUNGEN AUF S. 217 UND 218 HIER

 

Nun gebe ich eine Reihe von Fragen und kritischen Bemerkungen von Besuchern und meine Antworten darauf.

1. Ist das fortwährende Beschäftigt-Sein nicht eine zu große Bürde für die Kinder?

Das haben wir nicht gespürt. Kinder können vom Fach ändern wenn sie es satt sind. Nach angestrengter Lernarbeit oder geschriebener Arbeit kann ein Kind ins Klassenzimmer für Zeichnen gehen, oder ins Klassenzimmer für Lesen, wo es ein interessantes Buch lesen kann oder eine Reihe von Geschichten. Oder es geht zum Fachlehrraum für Werken oder Naturwissenschaft um dort einige Experimente, oder eine Modelle in Pappe oder Plastilin oder etwas was er gelesen hat, zu machen. Dadurch wird Überlastung verhütet.

2. Aber wie steht es um die Nervenbelastung vom Lehrer?

Sicher, der Lehrer arbeitet während der Morgenzeit sehr tüchtig, aber er hat die Leitung von seinem Fach in den eigenen Händen. Er kann Korrektur von schriftlicher Arbeit mit Fragen über die von ihm aufgegebene Arbeit abwechseln. Er kann mit einigen Kindern bei der Wandtafel Gruppeninstruktion über einen schwachen Unterteil geben oder er geht zu den Knaben und redet mit ihnen über ihre Arbeit. Diese Abwechslung ist sehr effektiv, so hat es sich gezeigt.

3. Wie verhüten sie dass Knaben ihre Zeit vergeuden wenn sie darauf warten dass ihre Arbeit beurteilt wird?

Jeder Knabe der mit seiner Arbeit fertig ist sodass diese korrigiert werden kann, schreibt seinen Namen auf der Wandtafel und geht mit seiner Arbeit weiter. Der Lehrer ruft einen Knaben zu gleicher Zeit, in der Reihenfolge von den Namen auf der Wandtafel.

4. Besprechen sie wohl mal dass Kinder zwecklos von einem Fachlehrraum zum andern gehen?

Nein. Die meisten Knaben bleiben eine Stunde oder mehr in einem Fachlehrraum. Wir ermutigen sie eine schriftliche Antwort, das  Zeichnen von einer Karte oder ihren Aufsatz zuerst fertig zu machen wenn sie damit angefangen haben, bevor sie mit einem andern Fach weitergehen.

5. Sind alle ihre Schulbücher geeignet?

Sie sind die besten die zurzeit zu haben sind. Wenn es einen größeren Bedarf an Büchern gibt die für junge Kinder geeignet sind, reagieren die Verleger wohl. Lehrer sollten die neuesten Kataloge untersuchen und selber wählen.

6. Besprechen Sie dass Kinder unter dem neuen System trödeln?

Sie können nicht trödeln ohne dass wir es bemerken. Ihre Vermerkkarte zeigt was sie für jedes Fach gemacht haben und jeder Lehrer kann sie zu jeder Zeit bitten diese zu zeigen. Mit einem Blick auf seine eigene Karte kann ein Lehrer sofort sehen ob ein Knabe sein Fach vernachlässigt und ihn zu sich rufen um ihn abzufragen. Aber die Neigung ist gerade umgekehrt. Die Schwierigkeit ist Kinder mit ihrer Arbeit aufhören zu machen wenn es Spielzeit ist oder Zeit um nach Hause zu gehen. Viele arbeiten zu Hause freiwillig weil keine Hausarbeit aufgegeben wird.

7. Wie regeln Sie es wenn zu viele Kinder zu gleicher Zeit in den selben  Fachlehrraum gehen wollen?

Zuerst dürfen die Kinder hinein die ein wenig im Fach zurückgeblieben sind und diejenigen die nur dieses Fach fertig machen müssen um mit dem ganzen Monatspensum fertig zu sein. Der Lehrer erzählt den Kindern dass er nur sechs, acht oder zehn zulassen will, je nach der Sachlage, und bittet sie nun freiwillig nach einem andern Fachlehrraum zu gehen und eine genügende Zahl geht sofort, ohne Protest. Es ist eine gute Übung in Selbstverleugnung.

8. Leidet die mündliche Arbeit nicht unter diesem Plan?

Es gibt in reichem Ausmaß Gelegenheit für mündliche Arbeit und Sprechübung in den Nachmittagsklassenstunden wie Sie auf dem Stundenplan sehen können. Und während der Morgenstunden kommen Gespräche zwischen den Kindern selber oft vor, und auch zwischen Lehrer und Kind.

9. Was geschieht wenn ein Kind seine Pensumkarte oder Vermerkkarte verliert?

Es muss ein Penny für eine neue bezahlen und hat auch Probleme um den Namenszug vom Lehrer wieder unter seiner Arbeit zu bekommen. Das bedeutet dass er Zeit und Geld wie seine Karte verliert und deshalb ist er vorsichtig damit. Wenige haben die Karte verloren.

10. Spüren Sie dass der Stil von der schriftlichen Arbeit abwärts geht?

Sehr wenig. Am Nachmittag wird eine spezielle Stunde gegeben um jede Tendenz dazu zu korrigieren. überdies, wenn ein Kind morgens nachlässige Arbeit macht, muss die am Nachmittag aufs Neue geschrieben werden und so lernen Kinder dass was wert ist gemacht zu werden auch wert ist gut gemacht zu werden.

11. Beabsichtigen Sie den Plan in einer niedrigeren Klasse einzuführen?

Möglicherweise in Klasse III, aber, unserer jetzigen Meinung nach, nicht niedriger, wiewohl die Methoden in den Klassen I und II in einigen Fächern, besonders Lesen, Schreiben und Rechnen zum größten Teil individuell sind. Man soll nicht vergessen, dass der Dalton Plan kein Montessorisystem ist.

12. Hat die erlaubte Freiheit einen nachteiligen Einfluss auf die Ordnung gehabt?

Im Gegenteil, es ist eine gute Unterstützung für Disziplin und Selbstkontrolle. Wenn Kinder interessiert sind und hinreichend zu tun haben gibt es keine Schwierigkeiten mit der Ordnung.

13. Haben sie abschließbare Kästchen für die Knaben?

Nein. Alle haben Schulmappen und jeder trägt seine eigenen Bücher und Schreibmaterialien. Jeder betroffene Lehrer überwacht die Materialien für Zeichnen, Werken und Physikexperimente liegen in den Schränken in den bestimmten Klassenzimmern. Die Knaben bekommen diese wenn sie es wollen und legen sie wieder auf den richtigen Stellen weg wenn sie fertig damit sind.

14. Was machen Sie mit einem Kinde das, sagen wir, drei Monate abwesend gewesen ist?

Wir lassen es dort weitergehen wo es stecken geblieben ist, aber wir verringern die Menge Arbeit in den meisten Fächern damit es möglichst bald den Rückstand überwinden kann.

15. Was machen Sie mit einem Kinde das z.B. im Rechnen sehr rückständig ist und ziemlich gut in den andern Fächern?

Es bekommt für dieses Fach leichtere Aufgaben. Wenn es notwendig ist, bekommt er Aufgaben aus einer niedrigeren Klasse. Die Arbeit soll zu ihm passen. Wir machen nicht das Unmögliche indem er zur Arbeit passen soll.

16. Wie geht ein Knabe weiter wenn er alle Fächer, ausgenommen eines, vom Monatspensum fertig hat und wenn er in den betreffenden Fachlehrraum geht und da sieht dass alle Platze belegt sind?

Dieser Knabe darf zum Fachlehrer gehen und ihm sagen dass er nicht mit diesem Fach aus dem Monatspensum weitergehen kann. Der Lehrer bittet einen dessen Arbeit nicht so dringend ist das Klassenzimmer zu verlassen und dies wird immer gemacht.

17. Sie erlauben Knaben zu reden und hin und her zu gehen während der Arbeitszeit. Gibt es keine Wahrheit in der alten Redensart: „Gib ihm den kleinen Finger und er nimmt die ganze Hand?“

Diese Redensart trifft zu für Kinder die der alten, militärischen Disziplin unterworfen waren. Wie Kinder deren Eltern sie mit einer eisernen Rute regierten und wie Militärs die, wenn die Einschränkungen aufgehoben worden sind, ungehemmt reagieren und die Gewalttaten sind gewöhnlich proportional mit dem vorhergehenden Druck. Diese Redensart trifft nicht zu bei Kindern die unter vernünftigeren Umständen herangewachsen sind. Gewiss, wir erlauben Kindern zu reden und hin und her zu gehen. Sie müssen dies machen wenn sie einander helfen. Aber die Regel ist dass jedes Gespräch flüsternd gemacht wird und das Gehen durch das Klassenzimmer muss ein bestimmtes Ziel haben, im Zusammenhang mit dem Fach. Wir bemerken nicht dass dieses Vorrecht missbraucht wird.

18. Schlägt beim Dalton Plan das Pendel nicht zu weit in der entgegengesetzter Richtung aus weil früher der Lehrer fast alle Arbeit machte?

Nicht auf unsere Weise und Methode. Der Lehrer macht vieles, in der Gestalt von Beratung, Hilfe, Begleitung und Ermutigung, aber er macht es mit dem Individuum und nicht mit der Menge – eine viel beeindruckendere und effektivere Methode. Und dies als Ergänzung zu den Gruppen- und Klassenstunden in den Lehrfächern.

19. Wann erlauben Sie mehr Wahlfreiheit was die Fächer betrifft?

Wenn ein Knabe mit den Fächern aus Klasse VII fertig ist, bekommt er nur Aufgaben für Mathe und Englisch, die er in etwa sechs oder sieben Tagen im Monat leisten kann. Die übrige Zeit wird auf Lieblingsfächer verwendet. Das einzige Erfordernis ist dass er die gemachte Arbeit in einem Tagebuch erwähnt und dass die Arbeit vom Fachlehrer überprüft wird. In Einzelfällen geschieht dies auch mit Kindern die das Pensum für Klasse VII nicht fertig haben und nie fertig damit werden.

20. Ich befürchte dass die Inspiration und Begeisterung die beim Klassenunterricht vom Lehrer zu Schülern gehen, beim Dalton Plan verschwinden. Was halten Sie davon?

Es ist wahr, dass bei einigen Stunden, und besonders bei einigen Lehrern, subtiler Einfluss beim Klassenunterricht vom Lehrer zu den Schülern geht. Aber Religion, Literatur, Musik und einige Geschichtestunden sind fast die einzigen Fächer bei denen dies geschieht und bei unserem Plan werden diese auch klassenweise  unterrichtet. Ich bin der Meinung dass der Einfluss von einem Gespräch vom Lehrer mit einem individuellen Kind bei irgendeinem theoretischen Fach viel bedeutenderer als dasjenige was in einer Klassenstunde gesagt worden ist. Diejenigen unter uns die älter sind Hören oft Predigten oder Vorlesungen die uns inspirieren und wenn wir das Vorrecht haben nachher mit dem Prediger oder Professor darüber zu reden, ist das Ergebnis kräftiger und dauernd. Aber wie viele Klassenstunden müssen Kinder hören, die langweilig und nutzlos sind und andere die sie nicht hinreichend interessieren um etwas zu fragen? Wenn wir dem Klassenunterricht und der individuellen Arbeit allen die Stelle geben die ihnen zusteht, folgen die besten Ergebnisse.

 

Übersetzung: Harald Eichelberger

Vorarbeit zur Übersetzung: C. J. Jannsen

Check Diana Eastment May 2006

 



*                Aus einer Rede des Vorsitzenden zur Mathematical Association. Gedruckt in der Mathematical Gazette, März 1918.

*        Zitat nach Genehmigung der Verleger

*              Aufs neue gedruckt mit freundlicher Genehmigung von The Times